Aktuelles, Experten - geschrieben von dp am Donnerstag, Februar 19, 2026 0:50 - noch keine Kommentare
Zettelkataloge der Staatsbibliothek zu Berlin sollen der Forschung weiter zur Verfügung stehen
Zettelkataloge können als reine, überholte Arbeitsmittel von Bibliotheken betrachtet werden – aber eben auch als schützenswerte Archivalien oder gar museale Objekte
[datensicherheit.de, 19.02.2026] Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) wird die Zettelkataloge der Staatsbibliothek zu Berlin zunächst weiter aufbewahren, denn es besteht demnach ein großes Interesse an deren Erforschung. Die Staatsbibliothek zu Berlin hatte kürzlich zu dem wissenschaftlichen Fachgespräch „Zettelkataloge. Unantastbares Kulturgut, aktiver Forschungsgegenstand oder substituierbares historisches Arbeitsmittel?“ eingeladen – fachlich begleitet sowie mitveranstaltet vom „Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft“ der Humboldt-Universität (HU) Berlin und vom „Gutenberg-Institut für Weltliteratur und schriftorientierte Medien“ der Johannes-Gutenberg-Universität (JGU) Mainz. Im Rahmen dieses Kolloquiums habe sich das wissenschaftliche Interesse an der grundlegenden Erforschung der Geschichte und Bedeutung von Zettelkatalogen gezeigt.
Staatsbibliothek zu Berlin hält Wissensressourcen von Weltrang vor
Die Staatsbibliothek zu Berlin gilt als eine der größten und leistungsfähigsten Bibliotheken Europas mit Schwerpunkt in der geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschung. „Sie entwickelt Wissensressourcen von Weltrang und fördert mit modernsten Technologien internationalen Austausch und freien Informationszugang.“
- 1661 gegründet, zeichne sich das oft unikale (singuläre) Medienangebot durch außergewöhnliche kulturelle Vielfalt, geographische Breite und historische Tiefe aus.
Als SPK-Einrichtung soll die Staatsbibliothek herausragende Infrastrukturen für wissenschaftlich Arbeitende sowie ein reiches Veranstaltungsprogramm für die Berliner Stadtgesellschaft bieten.
Inhaltliches Forschungsinteresse insbesondere an jenen in der DDR-Zeit entstandenen Zettelkatalogen
Allein der ontologische Status von Zettelkatalogen sei bislang nicht abschließend geklärt worden – also deren Einordnung als reine Arbeitsmittel von Bibliotheken, als Archivalien, deren dauerhafte Aufbewahrung unter das Archivgesetz fallen würde, oder als museale Objekte.
- Auch die Haltung zu der Frage, ob Microfiche oder Retrodigitalisierung die besten Mittel der Bewahrung des Wissens seien, habe sich im Laufe der Jahre verändert, wie die aktuellen Kolloqiumsbeiträge gezeigt hätten. Der bisherige Umgang mit Zettelkatalogen sei dabei weltweit nicht einheitlich:
Einige Bibliotheken hätten ihre Kataloge nach der Digitalisierung makuliert (vernichtet), viele andere Institutionen legten indes noch Wert darauf, diese im Original für zukünftige Forschungsvorhaben zu bewahren. Inhaltliches Forschungsinteresse habe sich gerade im Hinblick auf jene in der DDR-Zeit entstandenen Berliner Zettelkataloge gezeigt.
Lebhaftes Interesse an Erforschung historischer Zettelkataloge auf jüngster Tagung bekundet
Vor diesem Hintergrund möchte die Staatsbibliothek die Möglichkeit zur weiteren wissenschaftlichen Arbeit mit den Zettelkatalogen eröffnen und beabsichtigt, diese zunächst weiterhin zu bewahren.
- Die SPK-Präsidentin, Marion Ackermann, kommentierte: „Inwieweit sich die Gesellschaft Archivierungen und Musealisierungen leisten kann, ist immer auch ein gesellschaftlicher Aushandlungsprozess. Ich bin gespannt auf die demnächst zu erwartenden Beiträge und Forschungsfragen.“
Der Generaldirektor der Staatsbibliothek zu Berlin, Achim Bonte, ergänzte: „Das wissenschaftliche Symposium hat bisher kaum sichtbares, lebhaftes Interesse an der Erforschung historischer Zettelkataloge gezeigt. Um für die gewünschten inhaltlichen und methodischen Erkenntnisprozesse hinreichend Zeit einzuräumen, sollen die bislang fehlenden Flächen innerhalb der Stiftung bis auf Weiteres gewährleistet werden können.“
Weitere Informationen zum Thema:
Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Präsidentin / Marion Ackermann ist eine international profilierte Kunsthistorikerin und Museumsleiterin. Als Präsidentin steht sie an der Spitze der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und verantwortet deren strategische Ausrichtung und laufende Geschäfte.
Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz
Der Generaldirektor: Achim Bonte, geb. 1964 in Karlsruhe, studierte Germanistik und Geschichte an den Universitäten Mannheim, Freiburg/Br. und Basel. Er wurde mit einer Arbeit zur Politischen Kultur in der Weimarer Republik promoviert. Seit 1. September 2021 ist er Generaldirektor der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz.
Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz
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HUMBOLDT UNIVERSITÄT ZU BERLIN
Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft
JOHANNES GUTENBERG UNIVERSITÄT MAINZ JGU
Fachbereich 05: Gutenberg-Institut für Weltliteratur und schriftorientierte Medien
WIKIPEDIA
Zettelkatalog
FOCUS online
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