Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von am Freitag, August 21, 2020 21:37 - noch keine Kommentare

Mitarbeiter im Home-Office: Malwarebytes warnt vor massiven Sicherheitslücken

Malwarebytes veröffentlicht aktuellen Cyber-Sicherheitsberichts zu den Auswirkungen von „Covid-19“ auf die Unternehmenssicherheit

[datensicherheit.de, 21.08.2020] Malewarebytes hat nach eigenen Angaben am 21. August 2020 seinen aktuellen Cyber-Sicherheits-Bericht 2020 veröffentlicht. Die Analysen der Sicherheitsforscher zeigten gravierende Sicherheitslücken und Gefahren für Unternehmen durch Mitarbeiter im Home-Office auf: „Ein Anstieg von 20 Prozent bei Sicherheitsverletzungen, gestiegene Kosten für die Behebung entstandener Schäden, 61 Prozent der befragten Organisationen haben kein Sicherheitskonzept für den Einsatz persönlicher Geräte im Home-Office – seit Beginn der ,Pandemie‘.“ Beispielhaft für die Gefahr für Unternehmen stehe die Zunahme der Verbreitung der Malware „AveMaria“ um über 1.200 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, 2019.

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Abbildung: Malwarebytes

Malwarebytes‘ neuer Cyber-Sicherheitsbericht „Enduring from Home – Auswirkungen von Covid-19 auf die Unternehmenssicherheit“

Aktueller Cyber-Sicherheitsbericht kombiniert Telemetrie von Malwarebytes mit Umfrageergebnissen

Die Unternehmen seien nun unter Zugzwang, denn der neue Malwarebytes-Bericht offenbare massive Sicherheitslücken durch Mitarbeiter im Home-Office, so ein Ergebnis einer Umfrage unter Entscheidungsträgern im Bereich IT- und Cyber-Sicherheit – diese lasse auf einen Anstieg von 20 Prozent der Cyber-Sicherheitsverletzungen in Folge des verstärkten Einsatzes von Mitarbeitern im sogenannten Home-Office – „bedingt durch Covid-19“ – schließen.
Nach Angaben von Malwarebytes kombiniert der aktuelle Cyber-Sicherheitsberichts „Enduring from Home – Auswirkungen von Covid-19 auf die Unternehmenssicherheit“ die Telemetrie von Malwarebytes mit den Ergebnissen einer Umfrage unter 200 IT- und Cyber-Sicherheits-Entscheidungsträgern von kleinen Unternehmen bis hin zu Großkonzernen. Ziel sei es, Sicherheitslücken in der für viele Mitarbeiter ungewohnten neuen Arbeitssituation aufzudecken.

Malwarebytes warnt: 61% der Organisationen fordern Mitarbeiter nicht auf, Sicherheitslösungen auf persönlichen Geräten aufzuspielen

Die Daten zeigten, dass das Potenzial für Cyber-Angriffe und Sicherheitsverletzungen zugenommen habe, seit Organisationen auf ein „Work from Home“-Modell (WFH) umgestiegen sind. 20 Prozent der Befragten gäben an, dass sie seit Beginn der „Pandemie“ mit einer Sicherheitsverletzung durch einen Remote-Mitarbeiter konfrontiert gewesen seien. Das bringe Kosten mit sich: 24 Prozent der Befragten sagten, dass sie für unerwartete Kosten für die Behebung einer Cyber-Sicherheitsverletzung oder eines Malware-Angriffs aufkommen müssten.
Darüber hinaus gäben 28 Prozent der Befragten an, auch persönliche Geräte zu nutzen, was neue Möglichkeiten für Cyber-Angriffe eröffne. Diese Zahl werde noch problematischer beim Blick auf einen weiteren Umfragewert, „der zeigt, dass 61 Prozent der befragten Organisationen ihre Mitarbeiter nicht dazu auffordern, Sicherheitslösungen auf ihren persönlichen Geräten zu verwenden“.

Malwarebytes-CEO: Unternehmen noch nie einem größeren Risiko ausgesetzt als jetzt!

„Der grundlegende Wechsel zur Arbeit im Home-Office hat die Notwendigkeit eines umfassenden Sicherheitskonzepts sowie von IT-Anleitungen und Schulungen zur Vermeidung von Sicherheitsverletzungen dramatisch unterstrichen. Viele Organisationen haben die Lücken in ihren Cyber-Sicherheitsplänen nicht behoben, als sie zu einer Remote-Belegschaft übergingen und mit Sicherheitsproblemen als Folge“, berichtet Marcin Kleczynski, „CEO“ und Mitbegründer von Malwarebytes.
Die Verwendung von mehr, oft unautorisierten Geräten offenbare die „dringende Notwendigkeit“ nicht nur eines vollständigen, mehrstufigen Sicherheitsmodells, sondern auch neuer Richtlinien für die Arbeit von zu Hause aus. „Unternehmen waren noch nie einem größeren Risiko ausgesetzt als jetzt und Hacker werden immer aktiver“, warnt Kleczynski.

Malwarebytes-Sicherheitsforscher: Spezialisierung der Cyber-Kriminellen

In Bezug auf die Bedrohungslandschaft beobachten Sicherheitsforscher von Malwarebytes demnach, dass Cyber-Kriminelle sich darauf spezialisiert hätten, unsachgemäß gesicherte Firmen-VPNs, cloudbasierte Dienste und geschäftliche E-Mails auszunutzen. Auch die Zahl von Phishing-E-Mails, die „Covid-19“ als Köder benutzten, sei stark angestiegen. Diese E-Mails enthielten Malware wie „AveMaria“ und „NetWiredRC“, die einen Remote-Desktop-Zugriff, eine Steuerung der Webcam, Passwortdiebstahl und mehr ermöglichten.
Daten von Malwarebytes zeigten, dass „AveMaria“ von Januar bis April 2020 einen „enormen Anstieg von 1.219 Prozent“ verzeichne. Danach ziele „AveMaria“ vor allem auf große Unternehmen ab. „In ähnlicher Weise beobachten die Sicherheitsforscher bei NetWiredRC einen 99-prozentigen Anstieg von Januar bis Juni 2020, wobei hier in erster Linie kleine und mittelständische Unternehmen im Visier waren.“

Direktor der Malwarebytes Labs: Bedrohungsakteure passen sich schnell an

„Die Bedrohungsakteure passen sich schnell an, um neue Wege zu finden, aus der neuen Arbeitssituation Kapital zu schlagen, führt Adam Kujawa, Direktor der „Malwarebytes Labs“, aus. Man habe einen erheblichen Anstieg von Angriffen auf Cloud- und Kollaborationstools beobachtet. Kujawa: „Dies zeigt uns, dass wir die Cyber-Ssicherheit in Bezug auf diese Tools sowie die Schwachstellen bei der Arbeit in verteilten Umgebungen neu bewerten müssen, um Bedrohungen wirksamer einzudämmen.“
Trotzdem schienen die Unternehmen ein hohes Maß an Vertrauen in den Übergang zur Heimarbeit zu haben, denn rund drei Viertel (73,2 Prozent) der Befragten bescheinigten ihren Organisationen bei der Vorbereitung auf den Übergang zum WFH eine Punktzahl von sieben oder mehr (Skala 1-10; 10 Maximalpunktzahl). Im Zuge der Verlagerung ins Home-Office allerdings führten 45 Prozent der Organisationen nicht die notwendigen Sicherheits- und Online-Datenschutzanalysen von Software-Tools durch. Zwar stellten 61 Prozent der Organisationen ihren Mitarbeitern bei Bedarf Geräte für die Arbeit zur Verfügung, allerdings hätten 65 Prozent keine entsprechende Virenschutzlösung für diese Geräte installiert.

Weitere Informationen zum Thema:

Malwarebytes, 21.08.2020
Enduring from home / COVID-19‘s impact on business security

datensicherheit.de, 19.08.2020
Mittelstand im Home-Office: 5 IT-Sicherheits-Tipps / Yuriy Yuzifovich gibt Hinweise, wie auch ohne eigene IT-Abteilung Sicher im Home-Office gearbeitet werden kann

datensicherheit.de, 31.07.2020
Home-Office: McAfee-Sicherheitstipps gegen Schatten-IT / Laut neuer McAfee-Studie hat Cloud-Nutzung während der „Corona“-Krise um 50 Prozent zugenommen – damit wuchs auch Risiko der Schatten-IT

datensicherheit.de, 11.07.2020
Home-Office: Bewusstsein für IT-Sicherheit dauerhaft stärken / Gerald Beuchelt plädiert für zielgruppenorientierte regelmäßige Vermittlung von Grundlagen der IT-Sicherheit



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