Aktuelles, Branche - geschrieben von dp am Mittwoch, April 26, 2017 21:38 - noch keine Kommentare
Mole: Neue Ransomware mit steigender Komplexität und schnellem Taktikwechsel
Anti-Malware-Team von Palo Alto Networks warnt vor bösartige Spam-Kampagne
[datensicherheit.de, 26.04.2017] Nach Angaben des Anti-Malware-Teams von Palo Alto Networks tritt derzeit eine neue gefährliche, bösartige Spam-Kampagne auf, welche mit Links die Betroffenen auf gefälschte online gestellte „Microsoft-Word“-Seiten umleitet. Auf diesen gefälschten Seiten würden die Opfer aufgefordert, „Microsoft Office“-Plugins zu installieren, wobei es sich dabei um „verkleidete Malware“ handele. Diese Kampagne nutze eine Ransomware namens „Mole“.
Schneller Taktikwechsel und zunehmende Komplexität
Die Namen für alle mit dieser Ransomware – offenbar Teil der Familie „CryptoMix“ – verschlüsselten Dateien ende mit „.MOLE“. Sie teile viele Eigenschaften mit den „Revenge“- und „CryptoShield“-Varianten von „CryptoMix“.
Das Besondere an dieser Malware-Kampagne sei, dass sie seit der Entdeckung schnell die Taktik geändert und die Komplexität erhöht habe. So hätten die Cyber-Kriminellen bereits zwei Tage nach der Enttarnung das Format geändert und zusätzliche Malware gestartet – neben „Mole“-Ransomware würden sich die Opfer nun mit „Kovter“ und „Miuref“ infizieren. Am dann folgenden Tag hätten die Angreifer die Nutzung eines Umleitungslinks in der bösartigen Spam-Mail gestoppt und stattdessen auf eine direkte Verknüpfung mit einer falschen „Word“-Online-Website gesetzt.
Kampagne missbrauchte zunächst „Google Docs“
Anfangs seien auf der gefälschten „Word“-Online-Seite „Google-Docs“-Links verwendet worden, um „Mole“-Ransomware als „Office“-Plugin zu tarnen. Die Cyber-Kriminelle hinter dieser Kampagne hätten zunächst „Google Docs“ missbraucht, um einen Link für eine ausführbare Datei bereitzustellen. Die Dateinamen seien „plug-in.exe“ oder „plugin.exe“ gewesen. Nach dem Herunterladen der ausführbaren Datei habe das Opfer die Ransomware ausgeführt und so seinen „Windows“-PC infiziert.
Dann habe die Kampagne erneut die Taktik gewechselt: Die gefälschten „Microsoft Word“-Websites hätten keine „Google-Docs“-URL mehr genutzt, um ihre Malware bereitzustellen. Stattdessen sei die Malware nun als „Zip“-Archiv direkt aus der kompromittierten Website mit der gefälschten „Microsoft Word“-Online-Seite gesendet worden. Diese „Zip“-Archive hätten „JavaScript“-Dateien (.js) enthalten – offensichtlich entworfen, um „Windows“-Computer mit „Mole“-Ransomware und zusätzlicher Malware zu infizieren.
Banking-Trojaner „KINS“ mittels „Kovter“ und „Miuref“ verbreitet
Die meisten großflächigen bösartigen Spam-Kampagnen neigten dazu, bei Operationsmustern zu bleiben, die für Malware-Forscher viel einfacher zu identifizieren und zu verfolgen seien. Diese Kampagne habe sich schneller entwickelt als es normalerweise zu beobachten sei.
Eine solche Veränderungstaktik sei wahrscheinlich ein Weg, um eine Erkennung zu vermeiden. Und: Diese Kampagne entwickele sich weiter! Am 18. April 2017 hätten die Akteure gar begonnen, den Banking-Trojaner „KINS“ mittels „Kovter“ und „Miuref“ zu verbreiten. Am 21. April 2017 habe zudem die Thematik der Spam-Mails gewechselt.
Ransomware-Familien veränderten sich ständig. „CryptoMix“-Varianten wie „Mole“ blieben selten für mehr als ein paar Wochen erhalten, bevor sie neu verpackt und als neue Variante verteilt würden. Palo Alto Networks will diese Aktivität weiterhin auf die anwendbaren Indikatoren hin untersuchen, um die Community zu informieren und seine Threat-Prevention-Plattform weiter zu verbessern.
Weitere Informationen zum Thema:
datensicherheit.de, 11.10.2016
Proofpoint auf der „it-sa 2016“: Neue Rechercheergebnisse zu Ransomware- und Banking-Trojanern
datensicherheit.de, 06.05.2016
1. Quartal 2016 brachte weltweit 30 Prozent mehr Ransomware-Attacken
Aktuelles, Experten - Juni 9, 2026 12:04 - noch keine Kommentare
Drohnen-Mitnahme bei Flugreisen: Akkus falsch einzupacken kann zu Hunderten Euro Verlust führen
weitere Beiträge in Experten
- „Bestes Netz für Deutschland“ – Memorandum of Understanding für Netzausbau unterzeichnet
- Informatik-Monitor Junior 2026: Informatorische Bildung an Grundschulen auf Basis lückenhafter Lehrpläne
- Silicon Saxony begrüßt EU Chips Act 2.0 – fordert indes industrielle Substanz in Berlin, München und Dresden
- Social Media in geordneten Bahnen: Aktualisierter LfDI-Handlungsrahmen für öffentliche Stellen
- BfDI bekräftigt Forderung nach Bundestransparenzgesetz
Aktuelles, Branche, Produkte - Juni 6, 2026 0:33 - noch keine Kommentare
Malwarebytes Scam Number Check: Kostenlose Rückwärtssuche für Telefonnummern zum Verbraucherschutz
weitere Beiträge in Branche
- Niederlage oder Sieg: Backups im Kontext der Cyberrisiken rund um die Fußball-WM 2026
- Cybersicherheit quasi Torhüter der Netzwerke: WM 2026 als Herausforderung und Inspiration
- Händewaschen als Best Practice: Lernkultur zwischen Krankenhaushygiene und Identity Security
- Digitale Souveränität: Speicherort der Daten notwendiges, aber nicht mehr hinreichendes Kriterium
- SANS Institute publiziert Umfrage: CTI von CISOs überwiegend unterschätzt
Aktuelles, A, Experten, Service, Wichtige Adressen - Jan. 13, 2026 1:08 - noch keine Kommentare
Registrierung bei ELEFAND: Krisen- und Katastrophenvorsorge bei Auslandsaufenthalten
weitere Beiträge in Service
- DigiCert-Umfrage: Manuelle Zertifikatsprozesse führen zu Ausfällen, Compliance-Fehlern und hohen Verlusten im Unternehmen
- Threat Hunting: Bedeutung und Wertschätzung steigt
- Umfrage: 71 Prozent der IT-Entscheidungsträger besorgt über Mehrfachnutzung von Passwörtern
- Fast die Hälfte der Unternehmen ohne geeignete Sicherheitsrichtlinien für Remote-Arbeit
- Umfrage: Bedeutung der Konsolidierung von IT-Sicherheitslösungen



Kommentieren