Aktuelles, Branche - geschrieben von dp am Donnerstag, Juni 18, 2020 21:54 - noch keine Kommentare
Phishing-Kampagne: Samsung, Adobe und Oxford als Tarnung
Cyber-Kriminelle nutzten seriöse Aushängeschilder für Angriffe
[datensicherheit.de, 18.06.2020] Laut aktuellen Erkenntnissen von Check Point waren Cyber-Kriminelle in der Lage, „die Server der renommierten Oxford Universität in Großbritannien zu hacken und darüber eine Welle an Phishing-Mails zu versenden“. Als Deckmantel hätten dabei neben der Bildungseinrichtung auch Inhalte und Services der Cyber-Giganten Samsung und Adobe gedient.

Foto: Check Point Software Technologies GmbH
Lotem Finkelsteen warnt vor „Meisterwerk“ einer Pishing-Kampage
Research-Team von Check Point hat große Welle an Phishing-Mails aufgedeckt
Das Research-Team der Check Point® Software Technologies Ltd. hat nach eigenen Angaben „eine große Welle an Phishing-Mails“ aufgedeckt, welche darauf abzielten, sich die Kontoinformationen von „Office 365“-Anwendern zu erschleichen. Versandt worden seien diese E-Mails über die SMTP-Server der Oxford Universität.
Cyber-Kriminelle seien dazu in der Lage, sich Zugang zu den Servern von Oxford zu verschaffen: „Dadurch war es ihnen möglich, ihre Phishing-Mails unter dem Deckmantel der Universität und dazugehörigen Abteilungen zu versenden.“ Somit seien diese nicht so leicht von entsprechenden Filter-Systemen erfasst worden.
Links über Weiterleitungen bekannter Marken und Anbieter verschleiert
Zusätzlich seien dann noch die enthaltenen Links über Weiterleitungen bekannter Marken und Anbieter verschleiert worden. Bereits in der Vergangenheit seien solche „Open redirects“, also nicht validierte und nicht gesicherte Weiterleitungen einer URL auf eine Webseite von Dritten für Phishing-Angriffe genutzt worden.
In der aktuellen Phishing-Nachricht führe der enthaltene Link auf eine Domain auf einem Adobe-Server, mit der Samsung während des „Cyber Monday 2018“ gearbeitet habe. Dadurch, dass diese eigentlich einst legitime Domain als Tarnung für die anschließende Weiterleitung genutzt werde, entziehe sich der Phishing-Angriff der frühzeitigen Erkennung.
Falsches Login-Formular täuscht Opfer
Wer auf den Link klickt, landet demnach dann aber nicht auf dieser von Samsung genutzten Domain, sondern werde entsprechend direkt auf die Webseite der Cyber-Kriminellen weitergeleitet, „wo ein falsches Login-Formular auf die Opfer wartet“.
Lotem Finkelsteen, „Manager of Threat Intelligence“ bei der Check Point Software Technologies GmbH, warnt daher: „Was zunächst wie eine klassische Phishing-Kampagne von ,Office 365‘ aussah, entpuppte sich als Meisterwerk: Die Nutzung bekannter und angesehener Marken, um Sicherheitsprodukten auf dem Weg zu den Opfern auszuweichen.“ Heutzutage sei dies eine „Spitzentechnik, um in einem Unternehmensnetzwerk Fuß zu fassen“.
Via Phishing könnten Hacker unbegrenzten Zugang zu Betriebsabläufen eines Unternehmens erlangen
Der Zugriff auf Firmenpost könne Hackern unbegrenzten Zugang zu den Betriebsabläufen eines Unternehmens ermöglichen – z.B. Transaktionen, Finanzberichte, Versenden von E-Mails innerhalb des Unternehmens aus einer zuverlässigen Quelle, Passwörter und sogar Adressen der Cloud-Assets eines Unternehmens.
„Um den Angriff durchzuführen, musste sich der Hacker Zugang zu den Servern von Samsung und Oxford verschaffen, was bedeutete, dass er Zeit hatte, deren innere Funktionsweise zu verstehen, so dass er unbemerkt bleiben konnte“, berichtet Finkelsteen.
Weitere Informationen zum Thema:
<cp>r, 18.06.2020
Office 365 Phishing Campaign Exploits Samsung, Adobe and Oxford Servers
Check Point / Corporate Blog, 16.06.2018
Protecting Office 365 and G Suite in a Cyber Pandemic World
datensicherheit.de, 13.06.2020
Phishing: Hacker attackieren Corona-Task-Force
datensicherheit.de, 16.05.2020
Remote-Desktop-Protocol: Neue schwerwiegende Schwachstelle entdeckt
datensicherheit.de, 07.05.2020
Serverlose Architektur: Neun Ratschläge gegen Schwachstellen
Aktuelles, Experten, Studien - Apr. 13, 2026 0:17 - noch keine Kommentare
KI zum Nutzen der Verbraucher und Händler: Agentic Commerce verändert Online-Shopping
weitere Beiträge in Experten
- KI-Verordnung: Konkretisierung der Transparenzpflichten für Unternehmen
- Mehr Kasse statt Verkehrssicherheit: Deutsche Anwaltverein kritisiert Blitzer-Marathon
- Damals 1410: Kinder per Zeitreise aus dem Mittelalter mit Medienkompetenz in die digitale Welt
- Versicherer: Cyberrisiko als Geschäftsmodell – und selbst als Hochrisikoziel im Visier Cyberkrimineller
- Warum Datenschutz zum entscheidenden Kriterium für Cloud-Speicher wird
Aktuelles, Branche - Apr. 13, 2026 0:52 - noch keine Kommentare
Transatlantischer Datentransfer zunehmend Bestandteil internationaler Handelskonflikte
weitere Beiträge in Branche
- Globale Phishing-Kampagne: Kunden von Paketzustelldiensten geraten ins Visier
- Weltquantentag am 14. April 2026: Zukunftstechnologie mit Bedrohungspotenzial
- LinkedIn: Missbrauch als Einfallstor für Cyberangriffe mittels KI-Automatisierung
- Ransomware im Wandel – dennoch weiterhin eine der gravierendsten Cyberbedrohungen weltweit
- Warum Datenschutz zum entscheidenden Kriterium für Cloud-Speicher wird
Aktuelles, A, Experten, Service, Wichtige Adressen - Jan. 13, 2026 1:08 - noch keine Kommentare
Registrierung bei ELEFAND: Krisen- und Katastrophenvorsorge bei Auslandsaufenthalten
weitere Beiträge in Service
- DigiCert-Umfrage: Manuelle Zertifikatsprozesse führen zu Ausfällen, Compliance-Fehlern und hohen Verlusten im Unternehmen
- Threat Hunting: Bedeutung und Wertschätzung steigt
- Umfrage: 71 Prozent der IT-Entscheidungsträger besorgt über Mehrfachnutzung von Passwörtern
- Fast die Hälfte der Unternehmen ohne geeignete Sicherheitsrichtlinien für Remote-Arbeit
- Umfrage: Bedeutung der Konsolidierung von IT-Sicherheitslösungen



Kommentieren