Aktuelles, Branche - geschrieben von am Donnerstag, November 26, 2020 20:35 - noch keine Kommentare

Smartphones: Infektion durch verseuchten QR-Code

Hacker machen sich vermehrte Nutzung des QR-Codes in der Corona-Krise zunutze

[datensicherheit.de, 26.11.2020] Sicherheitsforscher von Check Point sind nach eigenen Angaben „einem neuen Trend von Cyber-Kriminellen auf die Spur gekommen“ – versuchte QR-Codes infizieren demnach Smartphones. Hacker machten sich die vermehrte Nutzung dieser Codes wegen der „Corona-Krise“ und die verbundene Panik vieler Menschen vor einer Übertragung durch Berührung zunutze. „Hinzu kommt, dass ein Code erst als schädlich erkannt werden kann, wenn der Nutzer ihn bereits eingelesen hat.“

Christine Schönig

Foto: Check Point Software Technologies

Christine Schönig rät dringend, eine Sicherheitslösung für Smartphones zu verwenden

Hacker versuchen, über infizierte QR-Codes Zugangsdaten zu stehlen oder betrügerische Anwendungen und Malware zu laden

Hacker versuchten, über infizierte QR-Codes vermehrt Zugangsdaten zu stehlen oder betrügerische Anwendungen und Malware auf die Mobiltelefone der Benutzer zu laden. Die Check Point® Software Technologies Ltd. warnt daher vor gefälschten QR-Codes, deren Nutzung während der „Covid-19-Krise“ explodiert sei.
Hysterie bezüglich der Übertragung von „Covid-19“ durch Berührung habe dazu geführt, dass Restaurants nun QR-Codes eingeführt hätten, damit Kunden mit ihrem Smartphone in Speisekarten blättern oder kontaktlose Zahlungen vornehmen könnten. Außerdem kämen QR-Codes am Eingang von Veranstaltung zur Kontaktverfolgung zum Einsatz.

Hacker nutzen Popularität von QR-Codes aus und ersetzten echte durch verseuchte

Hacker versuchen nun, die Popularität von QR-Codes auszunutzen und ersetzten echte durch verseuchte. Diese öffneten entweder eine infizierte Internet-Adresse oder versuchten, Malware auf das Smartphone herunterzuladen, wenn die QR-Codes eingelesen werden. Anfang 2020 habe die belgische Bundespolizei eine Warnung über einen Online-Betrug mit QR-Codes herausgegeben:
„Der gefälschte Code griff hier auf die Anmeldedaten der Nutzer zu, die für andere Anwendungen auf dem Telefon verwendet werden, wie Bank- und Shopping-Apps.“ Ziel sei es außerdem gewesen, heimlich Geld-Transaktionen auszulösen. Die ING Bank in den Niederlanden habe ebenso vor falschen QR-Codes gewarnt, deren Funktion es sei, eine zweite Person – den Hacker – über die Telefon-App der ING Bank mit den ING-Konten der Kunden zu verbinden.

Rund 38% der Befragten haben QR-Code in einer Gaststätte eingelesen

Eine kürzlich von MobileIron durchgeführte Umfrage habe ergeben, dass von März bis September 2020 rund 38 Prozent der Befragten einen QR-Code in einem Restaurant, einer Bar oder einem Café eingelesen hätten und 37 Prozent im Einzelhandel. „Mehr als die Hälfte (51 Prozent) der Befragten berichteten, dass sie keine Sicherheits-Software auf ihren Telefonen installiert haben oder nicht wissen, ob eine vorhanden ist.“
In vielen Fällen enthielten diese Smartphones sowohl persönliche als auch geschäftliche Anwendungen und Daten, wodurch Unternehmen einem erhöhten Risiko ausgesetzt seien. Der „Cyber Security Report 2020“ von Check Point zeige, dass 27 Prozent der Organisationen weltweit von Cyber-Angriffen über Mobiltelefone betroffen gewesen seien und 34 Prozent direkt von mobiler Malware.

QR-Code nichts Anderes als schnelle und bequeme Möglichkeit, auf Online-Ressource zuzugreifen

„Wir alle dürfen nicht vergessen, dass ein QR-Code nichts Anderes als eine schnelle und bequeme Möglichkeit ist, auf eine Online-Ressource zuzugreifen, und wir können erst dann sicher sein, dass diese Ressource echt ist, wenn wir den Code eingelesen haben. Das aber bedeutet, dass ein Angriff gegebenenfalls schon begonnen hat, während wir noch die Echtheit des QR-Codes prüfen“, erläutert Christine Schönig, „Regional Director Security Engineering CER“, „Office of the CTO“ bei der Check Point Software Technologies GmbH.
QR-Codes seien nicht von Natur aus sicher oder vertrauenswürdig – das sollte jeder bedenken – und Hacker wüssten, dass die Mehrheit der Menschen nur wenig oder gar keine Sicherheits-Software auf ihren Handys installiere. Schönig: „Daher raten wir dringend, eine Sicherheitslösung für Smartphones zu verwenden, um die Geräte und Daten vor Phishing, betrügerischen Anwendungen und Malware zu schützen – und eben vor gefährlichen QR-Codes.“

Weitere Informationen zu Thema:

datensicherheit.de, 25.11.2020
Android: Völlig neuartige Malware bedroht Anwender

mobileIron, 15.09.2020
MobileIron Research Reveals QR Codes Pose Significant Security Risks to Enterprises and End Users

The Brussels Times, 17.01.2020
Police issue warning about QR code fraud

Check Point® SOFTWARE TECHNOLOGIES LTD., 15.01.2020
No Immunity from Cyber Attacks, Shows Check Point Research‘s Cyber Security Report



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