Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von dp am Mittwoch, Januar 21, 2026 0:50 - noch keine Kommentare
Warnung der KnowBe4 Threat Labs: Cyberangreifer missbrauchen zunehmend WeChat
„WeChat“ kann von Anwendern sowohl für Nachrichten und „Social Media“-Beiträge als auch zum Bezahlen genutzt werden – eine Einladung zum Missbrauch für Cyberkriminelle
[datensicherheit.de, 21.01.2026] „Vor Kurzem hat das ,Threat Labs’-Team von KnowBe4 in einem Blog-Beitrag eine deutliche Zunahme von Angriffen, bei denen die chinesische App ‚WeChat‘ zum Einsatz kommt, festgestellt“, berichtet Dr. Martin J. Krämer, „CISO Advisor“ bei KnowBe4, in seiner aktuellen Stellungnahme. Diese App kann demnach von Anwendern sowohl für Nachrichten und „Social Media“-Beiträge als auch zum Bezahlen genutzt werden. Der Umstand indes, dass diese nur schwer zu sichern und zu überwachen sei, mache sie zu einer idealen Arbeitsumgebung für Cyberkriminelle. Mit dem Anstieg der Nutzung dieser App in westlichen Ländern gerieten nun zunehmend auch US-amerikanische und europäische Nutzer ins Fadenkreuz der Angreifer. Am effektivsten – da umfassendsten – helfen kann ihnen hier laut Krämer der Einsatz eines modernen „Human Risk Management“-Systems.

Foto: KnowBe4
Dr. Martin J. Krämer: Unternehmen müssen sich wappnen!
QRC-Köder: Cyberangreifer werden automatisch „WeChat“-Kontakten hinzugefügt
Krämer erläutert: „Ein Angriff beginnt hier in aller Regel mit dem Empfang einer E-Mail, in der dem Opfer ein Angebot unterbreitet wird. Mal ist es geschäftlicher, mal privater Natur. Immer aber wird das Opfer am Ende der E-Mail zur Kontaktaufnahme über ,WeChat’ aufgefordert, um das Angebot zu besprechen.“
- Über einen beigelegten QR-Code (QRC) solle es mit dem Absender in Kontakt treten. „Scannt das Opfer den QR-Code mit seinem Smartphone ein, wird der Angreifer automatisch zu seinen ,WeChat’-Kontakten hinzugefügt.“
In einem zweiten Schritt beginne der Angreifer dann, über „WeChat“ mit dem Opfer zu chatten – zunächst, um Vertrauen aufzubauen, und schließlich, um den eigentlichen Angriff zu starten. Meist handele es sich hierbei um einen Finanzbetrug, zum Beispiel einen „Romance-Scam“, wobei der Transfer der Gelder dann ebenfalls über die Plattform – via „WeChat Pay“ – abgewickelt werde.
„WeChat“-Zahlungsdienst nur schwer nachzuverfolgen
Angreifern biete „WeChat“ ideale Arbeitsbedingungen – der Zahlungsdienst sei nur schwer nachzuverfolgen. Einmal eingeleitete Transaktionen könnten nur schwer rückgängig gemacht und grenzüberschreitende Ermittlungen allenfalls verlangsamt umgesetzt werden. „Kein Wunder, dass die Zahl der Angriffe, bei denen versucht wird, die Opfer auf ,WeChat’ zu bringen, in den vergangenen Jahren spürbar zugenommen hat“, so Krämer.
- 2024 enthielten laut dem „Threat Labs“-Team von KnowBe4, lediglich 0,04 Prozent der von „KnowBe4 Defend“ in den USA und der EMEA-Region (Wirtschaftsraum Europa – Naher Osten – Afrika) entdeckten Phishing-E-Mails „WeChat“-QR-Codes.
Anfang 2025 sei dieser Wert bereits auf 1,43 Prozent gestiegen. Im November 2025 schließlich seien 5,1 Prozent erreicht worden. Das Gesamtvolumen sei damit zwar nach wie vor noch relativ gering. Doch entspreche dies einem Anstieg von 3.475 Prozent – innerhalb nur eines Jahres.
Um „WeChat“-Missbrauch zu erkennen, müssen fortschrittliche E-Mail-Sicherheitslösungen implementiert werden
Krämer unterstreicht: „Dieser dramatische Anstieg macht deutlich: Unternehmen müssen sich wappnen!“ Um Angreifer, welche auf Plattformen wie „WeChat“ zurückgreifen, zu erkennen, müssten sie fortschrittliche E-Mail-Sicherheitslösungen implementieren. Solche Lösungen nutzten mittlerweile KI-gestützte Erkennungstechnologien, wie „Natural Language Processing“ (NLP) und „Natural Language Understanding“ (NLU), um sprachliche Merkmale von Phishing zu identifizieren.
- Genauso wichtig sei es aber auch, das Bewusstsein der Mitarbeiter dafür zu schärfen, „dass Plattformen wie ,WeChat’ zunehmend auch von Cyberkriminellen genutzt werden“.
Dies könne sowohl durch traditionelle Sensibilisierungskampagnen und Schulungen erreicht werden als auch durch Echtzeit-Hinweise und -Coachings. Durch eine eng verzahnte Kombination von „Tools“ und Schulungen könnten Unternehmen der wachsenden Bedrohung durch „WeChat“ ausnutzende Cyberkriminelle entgegenwirken.
Weitere Informationen zum Thema:
knowbe4
KnowBe4 News und Wissenswertes
knowbe4
Dr. Martin J. Krämer
knowbe4 Threat Lab, Cameron Sweeney & Lucy Gee & Louis Tiley & James Dyer, 18.12.2025
WeChat Phishing Attacks a Growing Threat Outside China
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