Aktuelles, Experten - geschrieben von cp am Mittwoch, August 3, 2011 23:26 - noch keine Kommentare
Hauptinfektionsquelle Drive-By-Exploits: Infektion der Rechner quasi im Vorbeisurfen
Identitätsdiebstahl und -missbrauch haben sich als kriminelles Betätigungsfeld etabliert
[datensicherheit.de, 03.08.2011] Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) und das BSI warnen vor Identitätsdiebstahl und zeigen, wie sich Bürger vor Identitätsdiebstahl und Identitätsmissbrauch im Internet schützen können:
Identitätsdiebstahl und Identitätsmissbrauch haben sich als kriminelles Betätigungsfeld etabliert. Dabei sei das „klassische“ Phishing, bei dem PC-Nutzer mittels Links in E-Mails auf betrügerische Websites gelockt werden, kaum noch zu beobachten. Die Methoden der Kriminellen würden immer raffinierter – das mache es für Nutzer oft schwer, sich vor Angriffen zu schützen, sagt Prof. Dr. Wolf Hammann, Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes und Landespolizeipräsident von Baden-Württemberg. Der kürzlich erschienene „Lagebericht der IT-Sicherheit in Deutschland 2011“ des BSI zeigt, dass die traditionelle Form des Phishings nur noch selten vorkommt. Vielmehr nutzen die Täter mittlerweile fast ausschließlich Trojanische Pferde, die unbemerkt auf den Rechnern der Opfer platziert werden. Auf diese Weise lesen sie die Eingaben des Computerbesitzers bei Anmeldevorgängen oder Transaktionen direkt mit oder sie durchsuchen die Dateien auf dem Rechner nach bestimmten Stichwörtern. Anschließend erfolgt die Übermittlung der gefundenen Daten an sogenannte „Dropzones“ im Internet. Eine BSI-Auswertung exemplarischer „Dropzone“-Datensätze aus dem Jahr 2010 zeigt, dass es Tätern besonders häufig gelang, an Zugangsdaten für deutsche Anbieter von Webmail-Diensten sowie für weit verbreitete Handelsplattformen zu gelangen. Diese Identitäten ließen sich beim anschließenden Missbrauch nicht nur mittelbar zu Geld machen, sie würden darüber hinaus weiteres erhebliches Schadenspotenzial bergen, so BSI-Präsident Michael Hange. Gerade das E-Mail-Konto stelle bei vielen Nutzern den zentralen Vertrauensanker für viele andere Aktivitäten im Internet dar, sodass darüber leicht weitere Zugangsdaten erlangt werden könnten. Gestohlene Identitäten für Handelsplattformen böten darüber hinaus eine ideale Grundlage für betrügerische Kauf- und Verkaufstransaktionen.
Die Hauptinfektionsquelle seien sogenannte „Drive-By-Exploits“, also die automatisierte Ausnutzung von Sicherheitslücken. Dabei werde ein Rechner quasi im „Vorbeisurfen“ infiziert. Beim Betrachten einer Website würden Schwachstellen im Browser, in Browser-Plugins oder im Betriebssystem ausgenutzt, um Schadsoftware – wie eben Trojanische Pferde – unbemerkt auf dem PC zu installieren. Aber auch mit E-Mails versendete Dateianhänge könnten den Computer mit Trojanischen Pferden infizieren.
Weitere Informationen zum Thema:
BSI
BSI-Lagebericht IT-Sicherheit 2011
Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes
Betrüger setzen Schadsoftware für Datendiebstahl ein / Polizei und BSI warnen vor Identitätsdiebstahl
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