Aktuelles, Experten - geschrieben von dp am Dienstag, April 3, 2012 18:35 - noch keine Kommentare
Sachsen-Anhalt: Patientendaten auf USB-Stick an externen Berater geschickt
Landesbeauftragter für den Datenschutz schaltet sich ein
[datensicherheit.de, 03.04.2012] „DER SPIEGEL“ habe in seiner Ausgabe 13/2012 einen Bericht publiziert, nach dem Ärzte Patientendaten auf einen USB-Stick übertragen. Dieser USB-Stick werde dann an einen Sachverständigen in Halle (Saale) mit der Bitte versandt, hinsichtlich der Optimierung der Verordnungen zu beraten. Damit könnten Regresse vermieden werden, also Strafzahlungen, die fällig werden, wenn Ärzte im Vergleich zu anderen unverhältnismäßig viel verschreiben – Pharmareferenten der Firma Novartis würden Ärzten dies nahelegen, berichtet der Landesbeauftragter für den Datenschutz Sachsen-Anhalt, Dr. Harald von Bose.
Ein derartiges Verfahren wäre jedoch datenschutzrechtlich unzulässig, wenn für die Übermittlung von Gesundheitsdaten an den Sachverständigen keine Rechtsgrundlage vorliegt, betont von Bose. Nötig wäre demnach eine Offenbarungsbefugnis in Bezug auf die grundsätzliche ärztliche Schweigepflicht, wie z.B. das Einverständnis. Ein selbständig handelnder Sachverständiger sei – anders als etwa die Sprechstundenhilfe – kein berufsmäßiger Gehilfe des Arztes, der ohne weitere Grundlage Kenntnis erlangen dürfe.
Bei allem Verständnis für das Interesse der Ärzte an korrekter Abrechnung bedürfe dieses Verfahren laut Dr. von Bose daher der Prüfung und Beratung, um die besonders sensiblen Patientendaten vor unbefugtem Zugriff zu schützen. Der Landesbeauftragte für den Datenschutz Sachsen-Anhalt habe deshalb bereits Kontakt mit dem betreffenden Sachverständigen und auch mit der Ärztekammer Sachsen-Anhalt aufgenommen.
Der Sachverständige habe nun mitgeteilt, er würde die anfragenden Ärzte individuell beraten und keine Daten an Dritte herausgeben. Zudem habe er vor dem Hintergrund der Diskussion das Verfahren derzeit eingestellt. Das Vorliegen von Einverständniserklärungen der betroffenen Patienten sei eher fraglich.
Der Landesbeauftragte für den Datenschutz Sachsen-Anhalt wird nach eigenen Angaben daher das Vorgehen detailliert prüfen und den Sachverständigen mit dem Ziel beraten, ein dem Patientendatenschutz gerechtes Verfahren zu entwickeln. Weiter sei beabsichtigt, die Ärztekammer Sachsen-Anhalt auf die Bedenken hinzuweisen, so dass dort die Möglichkeit besteht, die Ärzteschaft sachgerecht zu informieren. Datenübermittlungen, die nicht von einer Rechtsgrundlage getragen sind, könnten so vermieden werden.
Aktuelles, Experten - Mai 6, 2026 0:03 - noch keine Kommentare
DSGVO-Verstoß der BVG: Berliner Datenschutzbeauftragte verwarnt Berliner Verkehrsbetriebe
weitere Beiträge in Experten
- Berliner KI-Forschung: BIFOLD Day 2026 im neuen Zuhause
- Open Data Hub Day: Über das Potenzial offener Daten am 15. Mai 2026 im NOI Techpark Bozen
- KIT-Frühwarnsystem für Biodiversität: Akustische Erfassung von Naturräumen mit Smartphone-App
- Identify Me: BKA meldet Identifizierung eines weiteren Opfers
- Physical AI auf dem Vormarsch: KI wirkt in die reale Welt hinein
Aktuelles, Branche - Mai 6, 2026 0:07 - noch keine Kommentare
IT im Spannungsfeld zwischen Effizienz und Resilienz: Ganzheitliches Lieferketten-Management als Vorbild
weitere Beiträge in Branche
- Cyberresilienz: Echtzeiteinblick in das Netzwerk für zentralisierte IT-Teams
- Deepfakes: Laut BSI-Bericht überschätzen Nutzer eigene Fähigkeit zur Erkennung
- World Password Day 2026: ESET-Empfehlung zur MFA-Nutzung für zentrale Zugänge zu Netzwerken und Konten
- Einloggen statt Einbruch: Warnung vor cyberkriminellem Trend
- Chaos Engineering für die Cyberresilienz: Wie KI kontrollierte Belastungsproben digitaler Systeme ermöglicht
Aktuelles, A, Experten, Service, Wichtige Adressen - Jan. 13, 2026 1:08 - noch keine Kommentare
Registrierung bei ELEFAND: Krisen- und Katastrophenvorsorge bei Auslandsaufenthalten
weitere Beiträge in Service
- DigiCert-Umfrage: Manuelle Zertifikatsprozesse führen zu Ausfällen, Compliance-Fehlern und hohen Verlusten im Unternehmen
- Threat Hunting: Bedeutung und Wertschätzung steigt
- Umfrage: 71 Prozent der IT-Entscheidungsträger besorgt über Mehrfachnutzung von Passwörtern
- Fast die Hälfte der Unternehmen ohne geeignete Sicherheitsrichtlinien für Remote-Arbeit
- Umfrage: Bedeutung der Konsolidierung von IT-Sicherheitslösungen



Kommentieren