Aktuelles, Branche - geschrieben von dp am Mittwoch, Dezember 6, 2023 22:38 - noch keine Kommentare
BlackCat: Ransomware-Gruppe missbraucht Rechtsvorschriften
Opfer von Ransomware-Attacken werden noch zusätzlich unter Druck gesetzt
[datensicherheit.de, 06.12.2023] „Jüngste Ereignisse aus der Cybercrime-Welt zeigen, dass die Übeltäter nicht nur über technisches Know-how verfügen, sondern auch über ein grundlegendes Verständnis für die Regulierung von Cyber-Verbrechen. Sie wissen, an welche Unternehmen sie sich halten müssen und nutzen dieses Wissen auch, um noch raffiniertere Cyber-Angriffe zu starten“, so Dr. Martin J. Krämer, „Security Awareness Advocate“ bei KnowBe4, in seiner aktuellen Stellungnahme.

Foto: KnowBe4
Dr. Martin J. Krämer: Die SEC verlangt von Unternehmen die Offenlegung von Art, Umfang und Zeitpunkt eines Cyber-Angriffs sowie dessen mögliche Auswirkungen!
Zusätzlicher Druck auf Ransomware-Opfer: Lösegeldforderung mit 24-Stunden-Ultimatum
Seit dem 26. Juli 2023 schreibe die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC vor, dass börsennotierte Unternehmen bedeutende Cyber-Vorfälle innerhalb von vier Tagen melden müssten. Dr. Krämer erläutert: „Diese Vorschrift der SEC verlangt von Unternehmen die Offenlegung von Art, Umfang und Zeitpunkt eines Cyber-Angriffs sowie dessen mögliche Auswirkungen.“
Und genau dies machten sich nun Cybercrime-Gruppierungen wie „BlackCat („ALPHV“) zunutze, wie sich in einem kürzlichen Angriff dieser Ransomware-Gruppe gezeigt habe. „Am 7. November behaupteten sie, sensible Daten entwendet zu haben, was gemäß den SEC-Vorschriften eine Meldung bis zum 11. November erforderlich machte. Um zusätzlichen Druck auf die Opfer auszuüben, gab es für die Lösegeldzahlung ein 24-Stunden-Ultimatum“, berichtet Dr. Krämer,
Ransomware-Gruppe BlackCat berüchtigt für ihre dreifache Erpressung
In Deutschland seien vor allem Betreiber Kritischer Infrastrukturen (Kritis) dazu angehalten, den Vorfall innerhalb einer Frist an das BSI zu melden. Zudem erfordere die DSGVO die Meldung des Verlustes von personenbezogenen Daten innerhalb von 72 Stunden. Die Behörden hätten dazu eine Vielzahl an Dokumenten und Handreichungen erstellt, damit sich betroffene Organisationen grundlegend informieren könnten, welche Informationen bis zu welchem Zeitpunkt übermittelt werden müssen.
Bereits bekannt sei die Gruppe „BlackCat“ vor allem für ihre dreifachen Erpressungsmethoden, welche von Verschlüsselungs- und DoS-Angriffen bis hin zu Datendiebstahl und der Androhung öffentlicher Bloßstellung reichten. Die neu erdachte Methode, im Namen ihrer Opfer Berichte bei der SEC einzureichen, zeige eine ganz neue Raffinesse in ihrem Repertoire der Erpressungstaktiken.
Ransomware-Gruppen werden weiterhin Bemühungen anstellen, um an das Geld ihrer Opfer zu kommen
Dr. Krämer unterstreicht abschließend: „Diese Information unterstreicht die dringende Notwendigkeit für Unternehmen, bei ihren Cyber-Sicherheitsmaßnahmen wachsam und proaktiv zu handeln, denn Ransomware-Gruppen werden weiterhin Bemühungen anstellen, um an das Geld ihrer Opfer zu kommen.“
Eine „Unze Prävention“ sei hierbei also mehr wert als ein „Pfund Heilung“. Daher sollten Unternehmen ihre Mitarbeiter entsprechend schulen und ihre Sicherheitsvorkehrungen verstärken.
Weitere Informationen zum Thema:
U.S. SECURITIES AND EXCHANGE COMMISSION, 26.07.2023
SEC Adopts Rules on Cybersecurity Risk Management, Strategy, Governance, and Incident Disclosure by Public Companies
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