Aktuelles, Experten, Studien - geschrieben von dp am Freitag, November 14, 2025 0:47 - noch keine Kommentare
Weltweite Softwarepiraterie – Deutschland von Platz 11 auf 6 vorgerückt
Softwarepiraterie und unlizenzierte Nutzung bleiben laut aktueller Revenera-Studie „Umsatzkiller“für die Branche
[datensicherheit.de, 14.11.2025] Künstliche Intelligenz (KI) führt offensichtlich auch zu einer Veränderung der Spielregeln in der Softwarewirtschaft. Hersteller reagierten darauf mit neuen Monetarisierungsstrategien, um den steigenden Kosten und dem wachsenden Wettbewerbsdruck zu begegnen. Revenera führt in einer aktuellen Stellungnahme aus, dass beim Bemühen der Branche zur Realisierung stabiler Umsätze durch ein altbekanntes Problem der Erfolg geradezu ausbremst wird – die illegale bzw. unlizenzierte Software-Nutzung.

Abbildung: Revenera
Revenera-Untersuchung zur unlizenzierten Softwarenutzung: Ursachen für Umsatzverluste
Für fast ein Drittel der Softwareanbieter ist -piraterie ein massives Problem
Laut dem aktuellen Revenera-Report „Monetization Monitor: Software Piracy and License Compliance 2026 Outlook“ bleiben „Compliance“-Verstöße ein „Umsatzkiller für die Branche“.
- Für rund ein Drittel (31%) sei Softwarepiraterie – also das illegale Vervielfältigen, Verbreiten und Nutzen von Software – ein massives Problem. 25 Prozent kämpften darüber hinaus mit bewussten Lizenzverstößen, „etwa wenn Anwender gezielt Schutzmechanismen umgehen oder Lizenzen manipulieren“ (z.B. Klonen von virtuellen Maschinen).
Selbst legitim erworbene Software sorge für Umsatzeinbußen, „nämlich dann, wenn Kunden die Anwendung weit über die vertraglich vereinbarten Richtlinien hinaus nutzen (23%)“.
Verstöße bei Engineering-Simulationen und CAD-Software in Deutschland
Auf Basis von „Compliance Intelligence“-Daten seiner Kunden habe Revenera zudem die zwanzig Länder mit der höchsten Zahl an Lizenzverstößen und Softwarepiraterie ermittelt. Für eine Überraschung auf der Länderliste sorgt demnach in diesem Jahr Deutschland: „Hier ist die Zahl der Fälle von Missbrauch und Piraterie deutlich gestiegen.“
- Im aktuellen weltweiten Ranking belege Deutschland nun Platz 6, nachdem es im vergangenen Jahr, 2024, noch auf Rang 11 gelegen habe. Dieser Anstieg lasse sich insbesondere auf Verstöße bei Lösungen im Bereich Engineering-Simulationen und CAD-Software zurückführen, welche offenbar nicht oder nicht vollständig lizenziert in deutschen Unternehmen zum Einsatz kämen.
Auch im internationalen Vergleich zeigten sich deutliche Verschiebungen: China und Russland führten das Ranking zwar weiterhin an, doch Indien habe die USA in Sachen Softwarepiraterie inzwischen überholt und belege nun Platz 3.
Mehr als ein Viertel der Softwareanbieter plant Automatisierung der Kontroll- und Durchsetzungsmechanismen
Unabhängig von der Art des Verstoßes – ob Piraterie, Missbrauch oder Übernutzung – seien die Folgen für Softwarehersteller erheblich: „Nach Angaben der Studie sehen 21 Prozent der befragten Unternehmen unlizenzierte Nutzung als eines der größten Hindernisse für ein wachsendes, wiederkehrendes Umsatzvolumen (ARR).“
- Insgesamt beziffert Revenera das entgangene Umsatzpotenzial in Ländern mit starken IP-Gesetzen und funktionierenden „Compliance“-Programmen auf 17,1 Milliarden US-Dollar.
Mehr als ein Viertel der Softwareanbieter (27%) plane daher, seine Kontroll- und Durchsetzungsmechanismen zu automatisieren oder zu verbessern, um diesen Umsatzverlust einzudämmen.
Nur 31% der Softwareanbieter nutzen bisher Telemetriedaten
„Parallel gewinnen Initiativen zur Lizenz-,Compliance’ an Bedeutung, mit denen sich entgangene Erlöse teilweise zurückholen lassen.“ Eine Schlüsselrolle spielten dabei Nutzungsdaten.
- Diese zeigten nicht nur, wo Übernutzung bereits stattfindet, sondern auch, wo sinkende Nutzung oder eine drohende Abwanderung zu erwarten sei.
Derzeit erfassten jedoch nur rund 31 Prozent der Anbieter entsprechende Telemetriedaten, und weniger als ein Drittel (30%) nutze diese gezielt für weiterführende Analysen.
Aktuelle Trends, Herausforderungen und Strategien rund um Software-Monetarisierung, Piraterie und Lizenz-„Compliance“
„Das mangelnde Bewusstsein bleibt ein Problem – selbst im Zeitalter von KI und Datenanalysen“, betont Nicole Segerer, „General Manager“ bei Revenera. Sie führt aus: „In Unternehmen, die keine Lösungen für ,Entitlement Management’ einsetzen, arbeitet rund die Hälfte im Blindflug: Sie wissen weder, wo noch in welchem Umfang sie Umsätze durch unlizenzierte Nutzung und Piraterie verlieren.“
- Hersteller müssten anfangen, das Problem nicht nur als „Compliance“-Thema zu sehen. Tatsächlich seien solche Verstöße ein Signal für Produktwert und ungenutzte Nachfrage. „Wer diese Nutzer strategisch anspricht, kann sie zumindest langfristig in loyale, zahlende Kunden verwandeln“, empfiehlt Segerer.
Der Vorliegende Report zum „Revenera Monetization Monitor: 2026 Outlook“ basiert laut Revenera auf einer von April bis Juni 2025 unter Softwareherstellern weltweit durchgeführten Umfrage. Ziel sei es gewesen, aktuelle Trends, Herausforderungen und Strategien rund um Software-Monetarisierung, Piraterie und Lizenz-„Compliance“ zu beleuchten. Insgesamt hätten 501 Fach- und Führungskräfte aus Unternehmen verschiedener Größen und Branchen teilgenommen.
Weitere Informationen zum Thema:
datensicherheit.de, 28.01.2021
Revenera Statusreport 2021 zu Open Source Lizenzierung und Compliance / Zahl der Compliance-Verstöße und Sicherheitsschwachstellen in Open Source Software mit 1.959 Vorfällen pro Audit im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht
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