Aktuelles, Branche - geschrieben von cp am Dienstag, Februar 15, 2011 23:41 - noch keine Kommentare
ACI Global Card Fraud Survey: 60 Prozent mehr Fälle von Kartenbetrug im Jahr 2010
Methoden der Betrüger im ständigen Wandel – Identitätsdiebstahl gewinnt an Bedeutung
[datensicherheit.de, 15.02.2011] Laut einer aktuellen Studie von ACI Worldwide hätten weltweit die Fälle von Bank- und Kreditkartenbetrug in den letzten 18 Monaten um ganze 60 Prozent zugenommen:
Während noch im Sommer 2009 18 Prozent der Befragten in acht wichtigen Volkswirtschaften (Australien, Brasilien, China, Deutschland, Dubai, Großbritannien, Singapur und den USA) angegeben hätten, in den letzten fünf Jahren einem Kartenbetrug zum Opfer gefallen zu sein, seien es Ende 2010 fast ein Drittel (29 Prozent) gewesen. In Deutschland liege der aktuelle Wert bei 14 Prozent und damit im internationalen Vergleich eher niedrig; in Großbritannien seien es 33 Prozent und in China sogar 43 Prozent – den niedrigsten Wert verzeichneten die Niederlande mit elf Prozent.
Nach einem Betrugsfall würden 39 Prozent der Deutschen einen Wechsel des Finanzdienstleisters mindestens in Betracht ziehen; weitere 46 Prozent würden dies von der Servicequalität der Bank nach dem Betrugsfall abhängig machen. Diese Werte deckten sich annähernd mit den Ergebnissen auf internationaler Ebene. Die gute Nachricht für die Banken sei, dass 83 Prozent der deutschen Opfer eines Betruges mit der Reaktion ihrer Bank zufrieden seien. Dabei seien klare Unterschiede im Ländervergleich erkennbar – während Großbritannien (86 Prozent) und die USA (88 Prozent) sogar leicht bessere Werte aufwiesen, liege die Zahl der Zufriedenen in Indien mit 58 Prozent, in Dubai mit 61 Prozent und in Singapur mit 68 Prozent deutlich niedriger.
Im Betrugsfall erwarteten die deutschen Kunden von ihrer Bank vor allem eine zügige Rückerstattung des Geldes (44 Prozent) sowie eine möglichst schnelle Entdeckung des Betrugs (29 Prozent). Auf internationaler Ebene sei den meisten Kunden ebenfalls die Rückerstattung des Geldes am wichtigsten (34 Prozent); den zweiten Platz belege jedoch die Erwartung, dass die Bank den Betrug schneller erkennt als die Kunden selbst (27 Prozent); US-amerikanische (40 Prozent) und kanadische (39 Prozent) Kunden hielten dies sogar für das wichtigste Kriterium.
80 Prozent der deutschen Befragten gingen davon aus, dass ihre Bank im Rahmen ihrer Möglichkeiten für weitgehenden Schutz vor Kartenbetrug sorge. Knapp ein Fünftel (19 Prozent) glaube, dass die Sicherheitsvorkehrungen ihrer Bank nicht ausreichend seien. Dieses Bild entspreche annähernd dem internationalen Ergebnis, wobei die Befragten in China, Brasilien und Dubai deutlich kritischer urteilten, während sich die Kunden in Kanada im höchsten Grade positiv äußerten.
Die überwiegende Mehrheit der deutschen Befragten (83 Prozent) wie auch der Umfrageteilnehmer weltweit möchte von ihrer Bank über verdächtige Vorfälle im Zusammenhang mit ihrer Kredit- oder Bankkarte informiert werden, bevor die Karte gesperrt wird.
Diese Befragung zeige deutlich, dass sich Investitionen in die Sicherheitsinfrastruktur für Banken in Form eines hohen Kundenvertrauens auszahlten, so Felitas Aguilar von ACI Deutschland. Zwar würden die Finanzinstitute besser im Umgang mit Kartenbetrug, dennoch steige die Zahl der Betrugsfälle, und darüber hinaus werde beobachtet, dass sich die Methoden der Betrüger ständig wandelten. So werde sich die Finanzbranche künftig etwa stärker darauf einstellen müssen, Identitätsdiebstahl zu bekämpfen und betroffene Kunden zu unterstützen.
Weitere Informationen zum Thema:
ACI payment systems
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