Aktuelles, Branche, Gastbeiträge, Studien - geschrieben von am Donnerstag, Februar 28, 2019 20:16 - noch keine Kommentare

Anwendungssicherheit: Finanzsektor auf dem vorletzten Platz

67 Prozent aller Finanzanwendungen stellen Risiko dar / Finanzdaten hochattraktives Ziel für Cyber-Kriminelle

Von unserem Gastautor Julian Totzek-Hallhuber, Solution Architekt bei Veracode

[datensicherheit.de, 28.02.2019] Banken und andere Finanzinstitutionen haben den Ruf, aufgrund der sensiblen Finanzinformationen, die sie verarbeiten, über ausgereifte Sicherheitsmaßnahmen zu verfügen. Allerdings zeigt der jüngste State of Software Security Report von Veracode, dass der Finanzsektor ebenso mit Sicherheit zu kämpfen hat, wie andere Branchen. Schlimmer noch, in mancher Hinsicht, tun sich Finanzinstitute deutlich schwerer in der Absicherung ihrer Anwendungen als andere Sektoren. Der Finanzsektor schneidet auf dem letzten Platz der 8 untersuchten Branchen ab, wenn es um die Geschwindigkeit geht, die es braucht, um Schwachstellen zu beheben.

Mehr als 70.000 Anwendungs-Scans über einen Zeitraum von 12 Monaten brachten die Erkenntnis, dass es durchschnittlich 29 Tage dauert, um etwa ein Viertel aller Code-Schwachstellen zu bereinigen. Bis auch die letzte behoben ist, vergeht sogar mehr als ein Jahr, nämlich 574 Tage im Durchschnitt.

Von allen Anwendungen, die von Banken in Gebrauch sind, stellen 67 Prozent ein Risiko dar, um sensible Informationen zu verlieren, wodurch sich externe Angreifer ausreichend Systemwissen aneignen können, um Zugriff auf das Netzwerk zu erhalten. Knapp dahinter landen mit 63 Prozent kryptographische Probleme und solche, die durch schlechte Code-Qualität hervorgerufen werden (51 Prozent).

Attraktives Ziel für Cyberkriminelle

„Finanzinstitutionen verfügen über hochsensible Informationen, daher sind sie ein hochattraktives Ziel für Cyber-Kriminelle“, sagt Julian Totzek-Hallhuber, Solution Architekt bei Veracode. „Die gute Nachricht ist, dass der Finanzsektor nicht das Problem hat, Schwachstellen nicht zu erkennen. Das Problem ist vielmehr, dass sie aufgrund der großen Menge an Daten nicht in der Lage sind, ihre Schwachstellen richtig zu priorisieren und schnellstmöglich zu beheben. Daher müssen die betreffenden Unternehmen daran arbeiten, die Fix-Rate zu verkürzen. Wenn sie selbst in der Lage sind, Fehler zu bemerken, können Hacker das auch. Ein möglichst kurzes Fenster zwischen Finden und Beheben von Schwachstellen in Anwendungen muss daher oberste Priorität für Sicherheitsverantwortliche haben.“

Weitere Informationen zum Thema:

Veracode
State of Software Security Report

datensicherheit.de, 08.01.2019
Datensicherheit: Aktuelle Hacker-Attacke zeigt Nachholbedarf

datensicherheit.de, 12.10.2018
Gemalto Breach Level Index: 4,5 Milliarden Datensätze im ersten Halbjahr 2018 kompromittiert



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