Aktuelles, Experten - geschrieben von dp am Mittwoch, Juli 11, 2018 19:54 - noch keine Kommentare
ChildRescue: Beschleunigung der Suche nach vermissten Kindern
Die Frankfurt University of Applied Sciences ist am internationalen Forschungsprojekt „Collective Awareness Platform for Missing Children Investigation and Rescue“ beteiligt
[datensicherheit.de, 11.07.2018] Laut einer Meldung der Frankfurt University of Applied Sciences werden jedes Jahr in der Europäischen Union (EU) mehr als 250.000 Kinder als vermisst gemeldet – Minderjährige, die von zu Hause weggelaufen sind, die alleine aus einem Krisengebiet fliehen mussten oder die Opfer einer Entführung geworden sind. Die ersten Stunden nach dem Verschwinden seien entscheidend für die Fahndung nach den Vermissten, denn je länger die Suche dauert desto größer die Gefahr, dass sie zu Opfern von Verbrechen werden. Im 2018 gestarteten internationalen Forschungsprojekt „ChildRescue – Collective Awareness Platform for Missing Children Investigation and Rescue“, an dem die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) nach eigenen Angaben beteiligt ist, wird ein Analyse-Tool entwickelt, um diese Suche unter Einbeziehung Sozialer Medien zu verkürzen.
Erforschung von Interaktions- und Wahrnehmungsmustern
„Die Ermittlungsverfahren und -instrumente zur Suche nach vermissten Kindern sind in ganz Europa sehr unterschiedlich. Zudem verursacht eine ineffiziente oder schwierige Zusammenarbeit zwischen Strafverfolgungsbehörden und NGOs oder anderen Beteiligten Verzögerungen und Doppelarbeit“, sagt Prof. Dr. Barbara Klein, Professorin am Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der Frankfurt UAS.
Mit „ChildRescue“ solle die Zeitspanne zwischen der Vermisstmeldung und dem Finden des gesuchten Kindes effektiv reduziert werden. Das Projekt erforsche Interaktions- und Wahrnehmungsmuster vermisster Kinder und Jugendlicher durch Open-Social-Linked-Daten, also durch die Verknüpfung von Funktionen Sozialer Netzwerke und mobiler Standorte, unter Berücksichtigung des Datenschutzes. Das bedeutet laut Professorin Klein, dass die Daten nicht gespeichert und nur öffentliche Daten ausgewertet werden.
Ermittlung der Stimmung, Aktivitäten, Einflüsse und Bekanntschaften der gesuchten Person
So könnten Persönlichkeitsprofile der Kinder erstellt werden, um deren Aufenthaltsort zu bestimmen und den Vermisstenfall möglichst schnell aufzuklären. Im Forschungsprojekt werde ein Analyse-Tool entwickelt, welches Informationen aus psychologischen Berichten und physischen Charakteristika des Kindes um Daten zur öffentlich zugänglichen Online-Präsenz und dem Verhalten des vermissten Kindes erweitert.
Hierzu werde eine „Sentiment Analysis“, d.h. die Analyse von Meinungen und Gefühlen, sowie „Social Media“-Analyseverfahren genutzt, mit denen Stimmung, Aktivitäten, Einflüsse und Bekanntschaften der gesuchten Person ermittelt werden. Mit „ChildRescue“ solle zudem eine kostenfreie App entwickelt werden, um es Freiwilligen zu ermöglichen, bei der Suche nach den vermissten Kindern zu helfen.
Effektiv Unterstützung und Stärkung der Zusammenarbeit
„ChildRescue“ solle darauf ausgelegt werden, die Strafverfolgung, die Hotline für vermisste Kinder 116 000, das Alarmsystem für vermisste Kinder „AMBER Alert“ sowie Einsatzorganisationen und Freiwilligenorganisationen wie die europäischen Niederlassungen des Roten Kreuzes effektiv zu unterstützen und Zusammenarbeit zu stärken. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts sollten von den zuständigen Einrichtungen des Alarmsystems „Amber Alert“ und der Notfall-Hotline weiter gesteuert und umgesetzt werden.
Das Projektmanagement in „ChildRescue“ erfolge durch die National Technical University of Athens (NTUA); neben der Frankfurt UAS beteiligten sich weitere Kooperationspartner, darunter: Ellinikos Erythos Stavros (REDCROSS), die European Federation for Missing and Sexually Exploited Children AISBL (MCE), die Fondation pour Enfants disparus et sexuelement exploites (Child Focus), die Made Group Astiki Mi Kerdoskopiki Etaireia(MADE), SingularLogic (SILO), Suite5 Data Intelligence Solutions Limited (SUITE5), The Smile of the Child (SoC) und Ubitech Limited (UBITECH).
Weitere Informationen zum Thema:
CHILD RESCUE
Collective Awareness Platform for Missing Children Investigation and Rescue
Aktuelles, Experten - März 21, 2026 8:23 - noch keine Kommentare
Cyber Resilience Act: BSI hat Vorsitz der AdCo CRA
weitere Beiträge in Experten
- Digitalthemen: Weiterbildung in Unternehmen fast überall – aber selten für alle
- Stabilität von Stromnetzen: Deutsche Unternehmen müssen sich vorbereiten
- Drohender Flickenteppich bei KI-Regeln nach Abstimmung im EU-Parlament
- Ende der freiwilligen Chatkontrolle voraus: eco plädiert gegen Suchpflicht im Rahmen der CSAM-Verordnung
- Recht auf Leben ohne Digitalzwang: Digitalcourage-Petition im Endspurt
Aktuelles, Branche, Studien - März 21, 2026 8:37 - noch keine Kommentare
Zimperium warnt vor neuer Banking-Malware-Welle: 1.243 Apps kompromittiert
weitere Beiträge in Branche
- Cyberangriffe: Weltweite Studie zeigt kritische Lücke zwischen Erkennung und Eindämmung auf
- Stabilität von Stromnetzen: Deutsche Unternehmen müssen sich vorbereiten
- Ubuntu – Neue Linux-Sicherheitslücke ermöglicht Root-Zugriff über Snap-Mechanismus
- Umwälzung der Weltordnung: Europa benötigt sichere und souveräne Lösungen zur selbstbestimmten Verteidigung
- Datenrettung bei Maschinen und Anlagen: Wiederherstellung von Maschinensteuerungen immer einen Versuch wert
Aktuelles, A, Experten, Service, Wichtige Adressen - Jan. 13, 2026 1:08 - noch keine Kommentare
Registrierung bei ELEFAND: Krisen- und Katastrophenvorsorge bei Auslandsaufenthalten
weitere Beiträge in Service
- DigiCert-Umfrage: Manuelle Zertifikatsprozesse führen zu Ausfällen, Compliance-Fehlern und hohen Verlusten im Unternehmen
- Threat Hunting: Bedeutung und Wertschätzung steigt
- Umfrage: 71 Prozent der IT-Entscheidungsträger besorgt über Mehrfachnutzung von Passwörtern
- Fast die Hälfte der Unternehmen ohne geeignete Sicherheitsrichtlinien für Remote-Arbeit
- Umfrage: Bedeutung der Konsolidierung von IT-Sicherheitslösungen



Kommentieren