Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von am Freitag, März 20, 2026 8:37 - noch keine Kommentare

Cyberangriffe: Weltweite Studie zeigt kritische Lücke zwischen Erkennung und Eindämmung auf

Zwar sind 98 Prozent der deutschen Organisationen überzeugt, Cyberangriffe erkennen zu können – doch fast 40 Prozent haben Schwierigkeiten, diese auch zu stoppen

[datensicherheit.de, 20.03.2026] Illumio hat auf Basis der von der CyberEdge Group im Auftrag von Illumio durchgeführten Studie „The Containment Gap – Exploring the Distance Between Detection and Resilience” gemeldet, dass zwar 98 Prozent der deutschen Organisationen überzeugt seien, Cyberangriffe erkennen zu können – doch fast 40 Prozent hätten Schwierigkeiten, diese zu stoppen, während die Anzahl der Attacken mittels Künstlicher Intelligenz (KI) weiter zunehme. Für die vorliegende Studie wurden demnach 700 IT- und Sicherheitsentscheider aus sieben Ländern (USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Japan, Australien und Brasilien) befragt – sämtliche teilnehmenden Organisationen beschäftigten mindestens 1.000 Mitarbeiter; ein signifikanter Anteil der befragten Organisationen habe mehr als 10.000 Beschäftigte.

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Abbildung: Illumio

Aktuelle Illumio-Studie: „The Containment Gap – Exploring the Distance Between Detection and Resilience”

Viele Organisationen genau dann verwundbar, wenn schnelle Reaktionen gefragt sind

Eine neue weltweite Studie der CyberEdge Group zeige eine erhebliche Lücke zwischen der Fähigkeit von Organisationen, Cyberangriffe zu erkennen, und ihrer Fähigkeit, diese einzudämmen, auf. Dadurch seien viele Organisationen genau dann verwundbar, wenn schnelle Reaktionen entscheidend sind.

  • Für die von der Illumio Inc. in Auftrag gegebene Studie seien 700 IT- und Sicherheitsentscheider in Nordamerika, Europa, dem Asiatisch-Pazifischen Raum und Lateinamerika befragt worden, darunter 100 in Deutschland.

Eine zentrale Erkenntnis sei: 98 Prozent der deutschen Organisationen (global: 95%) gäben an, unautorisierte laterale Bewegungen erkennen zu können, doch zugleich räumten 38 Prozent (global: 46%) ein, Schwierigkeiten zu haben, diese zu stoppen.

Kritische Lücke zwischen Selbsteinschätzung und realer Handlungsfähigkeit

Diese Ergebnisse zeigten eine kritische Lücke zwischen der Selbsteinschätzung deutscher Organisationen, Cyberangriffe zu erkennen, und ihrer realen Fähigkeit, sie einzudämmen, auf. Viele Organisationen seien also weiterhin nicht in der Lage, kompromittierte Systeme schnell genug zu isolieren, um eine Eskalation zu verhindern.

Zentrale Ergebnisse der Studie für Deutschland:

  1. Verborgene Angriffswege bestehen trotz Visibilität
    74 Prozent der deutschen Organisationen entdeckten bislang unbekannte Kommunikationspfade nur wöchentlich oder noch seltener. Dadurch blieben potenzielle Angriffswege unentdeckt und könnten ausgenutzt werden.
  2. „Blind Spots“ in der „Cloud“ sind das schwächste Glied
    Organisationen würden Verbindungen zwischen „Cloud“ und Rechenzentrum sowie „Multi-Cloud“-Umgebungen als Bereiche mit der geringsten Visibilität nennen. Dies erschwere die Erkennung lateraler Bewegungen über dynamische Infrastrukturen hinweg.
  3. Verzögerte Eindämmung erhöht das Risiko
    Nur zwölf Prozent der deutschen Organisationen könnten eine kompromittierte „Workload“ nahezu in Echtzeit isolieren. Mehr als die Hälfte (52%) benötige dafür Stunden, Tage oder sogar Wochen – wodurch das Risiko von Betriebsunterbrechungen, Datenverlust oder Erpressung steige.

„Eine verzögerte Eindämmung ist eine verlorene Eindämmung!“, kommentiert Steve Piper, Gründer und CEO der CyberEdge Group. Er führt weiter aus: „Nur eine kleine Minderheit der befragten Organisationen kann kompromittierte ,Workloads’ nahezu in Echtzeit isolieren, während mehr als die Hälfte dafür Stunden oder Tage benötigt. Diese Verzögerung schafft ein kritisches Zeitfenster, in dem Angreifer sich lateral bewegen, Privilegien ausweiten und den Schaden eines Angriffs erheblich steigern können!“

Zentrale Cyberbedrohung: KI-gestützte Cyberangriffe überholen Ransomware

Die Studie zeige außerdem, dass KI-gestützte Angriffe – darunter Deepfake-Imitationen – inzwischen zu den drei größten Cyberbedrohungen in Deutschland zählten. Als größte Bedrohung werde am häufigsten Diebstahl von Daten und Geistigem Eigentum (61%) genannt, gefolgt von den KI-gestützten Angriffen (56%).

  • Erst auf Platz 3 lägen nun Ransomware und Erpressung (52%), während gezielte Angriffe auf kritische Dienste von 50 Prozent der Befragten als größte Risiko genannt würden.

Trotz dieser Entwicklung bei den Cyberbedrohungen sähen Organisationen in Deutschland ihre größten Cyberrisiken weiterhin in Defiziten bei grundlegenden Kontrollen und weniger in neuen Technologien. Als größte Risiken würden Befragte IT-Schwachstellen (63%), Diebstahl von Zugangsdaten und Rechteausweitung („Privilege Escalation“, 47%) sowie menschliche Fehler, Unachtsamkeit oder Fehlverhalten von Mitarbeitern (41%) nennen. Dagegen betrachteten nur 19 Prozent die unkontrollierte Nutzung großer Sprachmodelle (LLMs) als erhebliches Risiko.

Mikrosegmentierung: Organisationen erkennen deren Nutzen

Um Risiken zu reduzieren und die Lücke zwischen Erkennung und Eindämmung von Cyberangriffen zu schließen, setzten Organisationen in Deutschland zunehmend auf Mikrosegmentierung. Als deren wichtigste Vorteile würden die Befragten höhere Visibilität (45%), schnellere Erkennung und Reaktion auf Cyberangriffe (43%) und stärkere Eindämmung von Sicherheitsvorfällen („Breach Containment“) sowie Risikoreduktion (41%) nennen.

  • Bei der Umsetzung von Mikrosegmentierung stießen die deutschen Befragten auf diese Hürden: Kosten (40%), zu viele parallel laufende Sicherheitsinitiativen (36%) sowie unklare Zuständigkeiten zwischen Security-, IT-, Applikations- und Netzwerkteams (35%).

„Die meisten Organisationen erkennen einen Angriff – ihn zu stoppen ist jedoch eine andere Herausforderung!“, erläutert Raghu Nandakumara, „Vice President of Industry Strategy“ bei Illumio. Indem Cyberangreifer KI einsetzten, erschwerten sie die Interpretation und Eindämmung von Cyberangriffen, so dass selbst kleine Sicherheitsvorfälle schnell eskalieren könnten. Nandakumara gibt abschließend zu bedenken: „Mikrosegmentierung gehört zu den wenigen Kontrollen, die sowohl die Visibilität verbessern als auch die Bewegungsfreiheit eines Eindringlings begrenzen – vorausgesetzt, sie wird präzise, skalierbar und konsistent umgesetzt.“

Weitere Informationen zum Thema:

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The world leader in breach containment / Illumio is the first and only platform built for breach containment. Powered by an AI security graph. Enabling your Zero Trust journey.

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Raghu Nandakumara: Vizepräsident, Industriestrategie

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The Containment Gap: Exploring the Distance Between Detection and Resilience / Uncover the containment gap between detecting threats and stopping breaches, and learn why fast isolation defines modern cyber resilience today worldwide.

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