Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von am Freitag, Dezember 23, 2016 18:37 - noch keine Kommentare

Insider – die immer noch unterschätzte Gefahr

David Lin erläutert, warum es nicht immer gleich der externe russische Hacker sein muss

[datensicherheit.de, 23.12.2016] Nach aktuellen Informationen des Nachrichtemagazins „DER SPIEGEL“ vermutet die Bundespolizei nach ihren Ermittlungen, dass im Bundestag möglicherweise ein sogenannter „Maulwurf“, also ein Insider, sitzt und die Daten aus dem NSA-Untersuchungsausschuss an die Enthüllungsplattform WikiLeaks weitergegeben hat. David Lin von Varonis befasst sich in einer aktuellen Stellungnahme u.a. damit, warum Innentäter noch immer unterschätzt werden.

Es muss nicht immer ein russischer Hacker sein…

Laut WikiLeaks sollen die rund 2.400 Dokumente zum NSA-Ausschuss aus verschiedenen Quellen stammen und nachweisen, dass die US-amerikanische National Security Agency (NSA) und der BND zusammengearbeitet haben.
Noch vor einigen Wochen habe die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ einen hohen Sicherheitsbeamten mit den Worten zitiert, „es gebe eine „hohe Plausibilität“ dafür, dass die von WikiLeaks veröffentlichten Geheimakten beim Cyber-Angriff auf den Bundestag erbeutet worden seien. Für den Angriff hatten Sicherheitskreise russische Hacker verantwortlich gemacht.
David Lin: „Das sieht im Licht der bundespolizeilichen Ermittlungen betrachtet nun anders aus. Wieder ein Insider?“

Innentäter als unterschätzte Gefahr

Dass unter bestimmten Umständen praktisch jeder zum Insider werden kann, hätten Studien ausreichend belegt. Die drei wesentlichen Komponenten von Motiv, Moral und Möglichkeit müssten nur in einem günstigen (oder besser: ungünstigen) Mischungsverhältnis aufeinandertreffen. Das gelte für die großpolitische Gemengelage, Geheimnisverrat oder Wirtschaftsspionage.
Potenzielle Innentäter seien neben den eigenen aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern befristet im Unternehmen tätiges Personal und externe Dienstleister.
Dass dieses Phänomen nicht neu ist, habe Anfang 2016 eine Umfrage der „COMPUTERWOCHE“ bestätigt, bei der im Rahmen des „Vendor Vulnerability Survey 2016“ annähernd 600 IT-Experten aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA befragt worden seien.

Deutsche Großzügigkeit bei Zugriffsberechtigungen

Die als besonders sicherheitsaffin geltenden Deutschen hegten zwar einerseits große Befürchtungen, Opfer eines Cyber-Angriffs zu werden, vergäben aber andererseits Zugriffsberechtigungen an Dienstleister ausgesprochen großzügig. Zutritts- und Zugangsberechtigungen seien oft viel weiter gefasst als es nach dem Prinzip der minimalen Rechtevergabe notwendig gewesen wäre.
Außerdem blieben diese Berechtigungen gerne selbst dann noch erhalten, wenn ein Projekt längst beendet ist oder der betreffende Mitarbeiter das Unternehmen bereits verlassen hat.

Innentäter verursachen potenziell den größten Schaden

Innentäter verursachten aufgrund ihrer physischen und virtuellen Zugangs- und Zugriffsmöglichkeiten potenziell den größten Schaden.
Laut einer aktuellen Studie des Ponemon Institute beliefen sich die durchschnittlichen Kosten einer Datenschutzverletzung auf mittlerweile rund vier Millionen US-Dollar. Trotz dieser erschreckenden Zahl seien bei Weitem nicht alle Vorstandsmitglieder, Geschäftsführer oder Hauptaktionäre ausreichend gewappnet, ihre finanziellen Interessen dahingehend zu schützen.
In Abwandlung eines alten Zitats aus der IT-Sicherheit gebe es nur zwei Sorten von Unternehmen – „diejenigen, die schon Opfer einer Datenschutzverletzung geworden sind und diejenigen, die es (noch) nicht wissen“.

Weitere Informationen zum Thema:

VARONIS, 25.11.2016
Der Inside-Out-Sicherheits Blog / David Lin: Insiderbedrohungen und E-spionage



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