Aktuelles, Experten, Studien - geschrieben von dp am Montag, Februar 16, 2026 0:59 - noch keine Kommentare
eco-Kommentar zur Münchner Sicherheitskonferenz 2026: Digitale Resilienz auf Basis europäischer Lösungen
Die Mehrheit der im eco-Auftrag befragten Unternehmen votiert für europäisch abgestimmte Sicherheits-Lösungen statt nationaler Alleingänge und fordert verlässliche Rahmenbedingungen, Investitionssicherheit sowie eine konsequente Stärkung digitaler Infrastrukturen
[datensicherheit.de, 16.02.2026] Die „Münchner Sicherheitskonferenz“ hat laut dem eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. Cyberangriffe als zentrales sicherheitspolitisches Risiko einordnet, indes bewerteten IT-Entscheider die Lage deutlich differenzierter. Der aktuelle „eco Branchenpuls“ zeigt demnach: „In den Unternehmen dominiert eine sachliche Einschätzung der Bedrohungslage statt Alarmismus.“ Zugleich plädiere die Mehrheit für europäisch abgestimmte Lösungen statt nationaler Alleingänge und fordere verlässliche Rahmenbedingungen, Investitionssicherheit sowie eine konsequente Stärkung digitaler Infrastrukturen. Der „eco Branchenpuls“ ist eine vierteljährliche, repräsentative Umfrage unter IT-Entscheidern zu zentralen Digitalthemen.

Foto: eco e.V.
Prof. Dr. Norbert Pohlmann: In den Unternehmen erleben wir keinen Alarmismus, sondern eine sachliche Auseinandersetzung mit realen Bedrohungen
Cyberangriffe für viele Deutsche größtes sicherheitspolitisches Risiko
Cyberangriffe gälten für die deutsche Bevölkerung als das größte sicherheitspolitische Risiko: Dies zeige der aktuelle, im Vorfeld der diesjährigen „Münchner Sicherheitskonferenz“ veröffentlichte „Munich Security Index 2026“.
- Eine vom eco beauftragte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey unter IT-Entscheidern in Deutschland zeichne jedoch ein differenzierteres Bild: Trotz anhaltender Bedrohungslage bewerteten rund zwei Drittel der Befragten das Cybersicherheitsniveau in Deutschland nicht als schlecht: Über die Hälfte der Befragten (55%) hielten das Cybersicherheitsniveau für „mittelmäßig“, rund neun Prozent sogar für „hoch“ bis „sehr hoch“.
„In den Unternehmen erleben wir keinen Alarmismus, sondern eine sachliche Auseinandersetzung mit realen Bedrohungen“, kommentiert Prof. Dr. Norbert Pohlmann, der eco-Vorstand für das Ressort „IT-Sicherheit“. Er führt weiter aus: „Cybersecurity ist für IT-Verantwortliche kein abstraktes Angstszenario, sondern tägliche Praxis.“
Cybersecurity als fortlaufender Prozess – Investitionen in Cybersicherheit wirken
Die Ergebnisse des „eco Branchenpulses“ legen laut Pohlmann nahe, dass viele Unternehmen ihre Sicherheitsarchitekturen kontinuierlich ausbauen und ihre eigene Widerstandsfähigkeit realistisch einschätzen. „Cybersecurity ist ein fortlaufender Prozess“, so Pohlmann. Dass IT-Entscheider die Lage differenziert bewerteten, zeige, dass Investitionen in Sicherheit wirkten – „auch wenn die Bedrohungslage objektiv angespannt bleibt“.
- Als größte Herausforderungen im Bereich Cybersicherheit definierten IT-Entscheider in Deutschland an erster Stelle die schwache Sicherheitskultur (22%), gefolgt von veralteten IT-Systemen (14%) und einer langsamen Gesetzgebung (11%).
Für den eco ergebe sich daraus ein klarer Handlungsauftrag an die Politik: „Unternehmen brauchen in erster Linie verlässliche Rahmenbedingungen, Investitionssicherheit und eine konsequente Stärkung digitaler Infrastrukturen!“
Europäisch abgestimmte Cybersicherheitspolitik schafft mehr Planungssicherheit für Wirtschaft und Verwaltung
„Entscheidend ist, ob Maßnahmen tatsächlich digitale Resilienz ermöglichen. Eine stabile Sicherheitsarchitektur bemisst sich daran, ob sie im Ernstfall trägt“, erläutert Pohlmann und unterstreicht: „Dafür brauchen wir ausreichend Fachkräfte, gezielte Investitionsanreize und eine praxistaugliche Regulierung, die auch den Mittelstand berücksichtigt. Darüber hinaus braucht es einen klaren Vertrauensrahmen für die Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft. Nur wenn geregelt ist, wie Informationen ausgetauscht werden, wie Verantwortlichkeiten verteilt sind und wie Unternehmen konkret unterstützt werden, kann Resilienz im Alltag wirksam werden.“
- Hierfür seien europäische Lösungen grundsätzlich zu bevorzugen. „Nationale Alleingänge, verursachen Kosten und gefährden so mittelfristig den Innovationsstandort Europa. Eine europäisch abgestimmte Cybersicherheitspolitik schafft zudem mehr Planungssicherheit für Wirtschaft und Verwaltung und stärkt Europas Fähigkeit selbstbestimmt, digitale Resilienz aufzubauen, statt auf nationale Lösungen zu setzen, die Cyberangriffe erleichtern”, gibt Pohlmann abschließend zu bedenken.
Dies bewerteten auch die meisten Unternehmen so: Politische Maßnahmen für mehr Cybersicherheit sollten für die Mehrheit der Befragten klar europäisch geregelt werden (47%), nur 33 Prozent bevorzugen demgegenüber nationale Lösungen.
Weitere Informationen zum Thema:
eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT
Über uns: eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. / Wir gestalten das Internet.
eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT
Vorstand@eco: Prof. Dr. Norbert Pohlmann – Vorstand Ressort IT-Sicherheit
eco, Februar 2026
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msc
Munich Security Report 2026
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