Aktuelles, Experten - geschrieben von am Freitag, August 2, 2019 20:55 - noch keine Kommentare

Like Button: Digitalcourage begrüßt EuGH-Urteil

Heise stellt mit Open-Source-Tool „Shariff“ datenschutzkonforme Alternative bereit

[datensicherheit.de, 02.08.2019] Auch der Digitalcourage e.V. nimmt Stellung zum jüngsten Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) und vermeldet „gute Nachrichten“ – das „Grundsatzurteil weist facebook-Ausspähung auf Internetseiten in die Schranken“. Der EuGH habe festgestellt, dass jene den „Like Button“ der „Datenkrake“ einbauenden Betreiber von Websites mitverantwortlich dafür seien, welche Daten an facebook abfließen. Digitalcourages Kommentar: „Das haben wir schon lange so gefordert. Wir freuen uns, dass sich was bewegt!“

Urteil des EuGH „gut für uns Internet-Nutzende“

Wenn auf die konventionelle Art der „Like Button“ von facebook auf einer Internetseite eingebunden wird, fließen laut Digitalcourage Daten an facebook, sobald jemand die Webseite ansurft. „Und zwar auch ohne, dass der ,Like Button‘ genutzt wird.“ Das betreffe selbst Personen ohne eigenes facebook-Account.
Der EuGH habe jetzt entschieden, dass Website-Betreiber für diesen Datenabfluss mitverantwortlich seien. „Das heißt, dass sich Nachrichtenseiten, Online-Shops und Blogs spätestens jetzt Gedanken darüber machen müssen, welche Daten von ihrer Seite ungefragt an facebook, Google und Konsorten weitergeleitet werden – und dass sie das endlich abstellen müssen!“ Dieses Urteil des EuGH sei „gut für uns Internet-Nutzende“, denn „wir dürfen nicht mehr ungefragt mit dem ,Like Button‘ ausgeforscht werden“.

Überwachung auch durch facebooks Tracking-Pixel

Dabei gebe es längst eine technische Lösung, die datenschutzfreundlich sei: Die Nachrichtenseite „Heise“ habe das Open-Source-Tool „Shariff“ entwickelt. „Shariff“ stellt demnach sogenannte Share-Buttons bereit, welche erst beim Anklicken aktiv werden und vorher keine Daten preisgeben. So bleibe die Privatsphäre der Besucher geschützt.
Doch der „Like Button“ sei leider nicht die einzige Methode, „mit der facebook uns beobachtet“.
Erst im Juni 2019 hat Digitalcourage nach eigenen Angaben „Zeit Online“ stellvertretend für viele andere Nachrichtenseiten einen „BigBrotherAward“ verliehen – unter anderem, „weil sie ihre Leserinnen und Leser der Überwachung durch facebooks Tracking-Pixel aussetzen – damit sind sie bei Weiten nicht die einzigen“. Digitalcourage werde dran bleiben: Qualitätsjournalismus dürfe sich nicht weiter zum „Gehilfen des Überwachungskapitalismus“ machen. Auf dem Blog „Rufposten“ zeige der Journalist Matthias Eberl, „wie viele Nachrichtenseiten mit facebook-Trackern verseucht sind“. Die Überwachung mit dem Tracking-Pixel sei rechtswidrig – Eberl zeige auch auf, „wie wir uns wehren können“.

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 29.07.2019
Like Button: Gemeinsame Verantwortlichkeit bei Einbindung / EuGH bestätigt Mitverantwortung für Datenschutz bei Betreibern von Websites mit „Social Plugins“

datensicherheit.de, 29.07.2019
EuGH-Urteil: Enorme Verantwortung für Tausende Website-Betreiber / Dr. Bernhard Rohleder erwartet Auswirkungen auf alle gängigen „Social Media“-Plugins

datensicherheit.de, 29.07.2019
EuGH-Urteil: Lähmung digitaler Potenziale im Mittelstand / Dr. Ludwig Veltmann kritisiert Entscheidung zum „Like Button“ und warnt vor Folgen für KMU

Rufposten, 03.06.2019
Facebook trackt Nutzer auf drei Viertel aller deutschen Nachrichtenseiten

Rufposten, 03.06.2019
Facebook-Tracker erkennen und dagegen vorgehen

heise online, 02.12.2014
Datenschutz und Social Media: Der c’t Shariff ist im Einsatz



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