Aktuelles, Branche - geschrieben von am Donnerstag, März 5, 2026 0:45 - noch keine Kommentare

Hohes Malware-Risiko: Mitarbeiter installieren in Unternehmen raubkopierte Software auf Arbeitsgeräten

Software aus inoffiziellen Quellen zu beziehen, mag vordergründig harmlos erscheinen, aber für Unternehmen kann sie zum ernsthaften Sicherheitsproblem werden

[datensicherheit.de, 05.03.2026] Quasi kostenlos Software aus inoffiziellen Quellen zu beziehen, mag auf den ersten Blick harmlos erscheinen, aber für Unternehmen kann sie schnell zum ernsthaften Sicherheitsproblem werden: „Barracuda Managed XDR“ hat demnach im vergangenen Monat mehrere Fälle identifiziert, in denen Mitarbeiter versucht haben, nicht lizenzierte Software auf ihren Arbeitsgeräten zu installieren. Barracuda-Expertin Laila Mubashar, erörtert in ihrer aktuellen Stellungnahme Maßnahmen zur Prävention und Absicherung.

Raubkopien bzw. gecrackte Versionen von Software enthalten häufig schädliche Inhalte

Mubashar berichtet: „,Barracuda Managed XDR’ konnte im vergangenen Monat mehrere Fälle identifizieren, in denen Mitarbeitende in Unternehmen versucht haben, raubkopierte oder gecrackte Versionen von Software auf ihren Arbeitsgeräten zu installieren.“

  • Die Ergebnisse hat Barracuda in einem aktuellen Report beschrieben, welcher die Warnsignale hervorhebt, auf die geachtet werden sollte.

Raubkopien (d.h. illegal kopierte) und gecrackte (somit manipulierte) Versionen von Software enthielten häufig schädliche Inhalte und könnten zu Malware- und Ransomware-Infektionen, Diebstahl von Anmeldedaten, „Krypto-Mining“, Session-Hijacking, Software-Kompromittierung und weiteren Risiken führen. „Illegale Software kann zudem nicht wie legitime Software gepatcht und aktualisiert werden, so dass vorhandene Sicherheitslücken bestehen bleiben!“, warnt Mubashar.

Von Barracuda identifizierte Anzeichen für illegale Software-Aktivitäten:

  • Neue oder unerwartete ausführbare Dateien
    Im vergangenen Monat habe das „Security Operations Center“ (SOC) von Barracuda wiederholt drei Arten verdächtiger ausführbarer Dateien identifiziert – „activate.exe“, „activate.x86.exe“ und „activate.x64.exe“. Dabei handele es sich um generische Dateinamen, welche nicht zu einer bestimmten Art von Malware gehörten, sondern gewählt worden seien, um legitim zu klingen und normal zu erscheinen. Diese tauchten häufig in raubkopierten bzw. gecrackten Software-Paketen, Phishing-Anhängen, gefälschten Software-Installationsprogrammen und ähnlichen Quellen auf.
  • Ausführbare Dateien, welche in für Nutzer zugänglichen Ordnern gespeichert sind
    Diese verdächtigen „activate.exe“-Dateien tauchten an für Nutzer zugänglichen Orten auf, beispielsweise in ihren „Downloads“-Ordnern.
  • Dateiausführung unmittelbar nach Browser-Aktivitäten
    Die Dateien – oftmals große, passwortgeschützte ZIP-Dateien – würden unmittelbar nach Browser-Aktivitäten, beispielsweise in „Chrome“ oder „Microsoft Edge“, manuell ausgeführt, häufig über „explorer.exe“.
  • Nutzerinteraktion
    Raubkopien oder gecrackte Software erforderten manuelle Benutzerinteraktion, um die Software – und damit auch die schädliche Nutzlast – zu installieren und zu aktivieren. Manuelle Aktivitäten im Zusammenhang mit einem Software-Download seien üblicherweise ein Anzeichen für die Nutzung illegaler Software.
  • Weitere Warnsignale
    Diese umfassten das Vorhandensein von Anleitungsdateien im Software-Paket, welche bei automatisierten Malware-Infektionen üblicherweise nicht vorhanden seien, sowie Versuche, Lizenzprüfungen zu umgehen.

Unternehmen sollten konsequent nur explizit genehmigte Software auf Arbeitsgeräten erlauben

Alle o.g. identifizierten Fälle seien vom „Barracuda Managed XDR“-SOC neutralisiert worden, bevor sie sich dauerhaft im System hätten festsetzen können. Mubashar führt aus: „Mitarbeitende, die kostenlose, inoffizielle oder nicht lizenzierte Software auf ihre Arbeitsgeräte herunterladen, stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, da diese zum Einfallstor für schwerwiegende Sicherheitsvorfälle werden können!“

Unternehmen müssten daher dringend Schutzmaßnahmen ergreifen, um ihre Mitarbeiter auch vor sich selbst zu schützen. Ein Fokus sollte dabei auf fortschrittlichen, rund um die Uhr verfügbaren Sicherheitslösungen, limitierten Berechtigungen und Nutzerschulungen liegen. Um eben Mitarbeiter und „Assets“ bestmöglich vor durch Raubkopien oder gecrackte Software verursachten Risiken zu schützen, könnten Unternehmen verschiedene Maßnahmen ergreifen:

  • Unbekannte oder nicht autorisierte ausführbare Dateien in Echtzeit blockieren!
  • Lokale Administratorrechte beschränken und eine Genehmigung für alle Software-Installationen verlangen!
  • Nur genehmigte Software auf Arbeitsgeräten erlauben!
  • „Downloads“- und temporäre Ordner auf ausführbare Dateien hin überprüfen!
  • Richtlinien zur akzeptablen Nutzung einführen und Nutzerschulungen zur Sensibilisierung und Vermeidung von risikoreichem Verhalten durchführen!

Weitere Informationen zum Thema:

Barracuda
Barracuda ist ein führendes Cybersicherheitsunternehmen, das vollständigen Schutz vor komplexen Bedrohungen bietet

Barracuda
Laila Mubashar

Barracuda, Laila Mubashar, 04.03.2026
Threat Spotlight: The business risks of pirate software / Employees downloading illegal versions of software risk data breaches and more as most comes loaded with malware.

datensicherheit.de, 24.09.2025
Workarounds und Schatten-IT: Streben nach Produktivität kann Sicherheitsrisiko erhöhen / Wenn Mitarbeiter Wege finden, Arbeit schneller oder besser zu erledigen, die Bearbeitung von Zugriffsanfragen durch die IT-Abteilung aber zu lange dauert oder zu kompliziert ist, dann finden diese oftmals „kreative“, gleichwohl potenziell gefährliche Lösungen, um trotzdem weiterarbeiten zu können

datensicherheit.de, 16.11.2022
Schatten-IT verhindern: Datensicherheit und Nutzerfreundlichkeit in Einklang bringen / Durch geeignete IT-Lösungsangebote für Mitarbeiter die Verwendung illegaler Software reduzieren und die Datensicherheit stärken

datensicherheit.de, 01.12.2020
NetMotion: Die Top-5 der Schatten-IT in Unternehmen / 62 Prozent der mobilen Mitarbeiter nutzen Schatten-IT



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