Aktuelles, Branche, Veranstaltungen - geschrieben von am Donnerstag, Mai 15, 2014 23:26 - noch keine Kommentare

M-Days 2014: Strategische Bedeutung sicherer mobiler IuK-Technologie erkannt

Dem Wertschöpfungsmotor Deutscher Mittelstand muss und kann konkret geholfen werden

[datensicherheit.de, 15.05.2014] Am letzten Messetag der „M-Days 2014“ in Frankfurt/Main wurde sehr deutlich, welche strategische Bedeutung der Sicherheit mobiler Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) gerade auch für den deutschen Mittelstand zuerkannt wird. Im Forum „Mobile Strategy Hub“ stellte Brigitte Zypries, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI), die Bedeutung des Förderschwerpunkts „Mittelstand-Digital“ vor.

Die „M-Days“ als führende Fachmesse für mobiles Business widme sich ganz bewusst auch Rechts- und Compliance-Fragen – als ehemalige Bundesministerin der Justiz rate sie auch sehr, diese Fragen ernst zu nehmen. Das digitale Leben und Arbeiten sei im Alltag angekommen, die Wertschöpfungsketten seien hoch digitalisiert, was eine starke Abhängigkeit der Wirtschaft bedeute. Die strategische Bedeutung mobiler IKT werde auch im Mittelstand erkannt, so Zypries, und man sehe deren Chancen, aber nur rund 40 Prozent der KMU hätten bereits E-Business-Lösungen. In diesem Zusammenhang verwies sie auf die Tatsache, dass KMU in der Regel keine eigenen IKT-Abteilungen hätten. Hierzu wolle das BMWi Hilfen in Form dreier spezifischer Mittelstands-Initiativen anbieten. Die eine solle die Usability durch einfach anwendbare Software für den Mittelstand erhöhen, eine weitere widme sich der Standardisierung der mittelständischen Geschäftsprozesse, während die dritte „e-Competence-Netzwerke“ bei Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern verankern möge. Weitere Informationen seien auf der Website „Mittelstand-Digital“ zu finden. Die Anpassung der Arbeitsplätze an mobile IKT und ihre Sicherheit stehe dabei im Fokus.

M-Days 2014 - Brigitte Zypries

Foto: Dirk Pinnow

Brigitte Zypries: Ganz bewusst auch den Rechts- und Compliance-Fragen mobiler IKT widmen!

Nur rund die Hälfte aller KMU schütze die eigene IKT, obwohl eigentlich längst alle um die Notwendigkeit wüssten, erläuterte Zypries den Handlungsbedarf. Abschließend verwies sie auf die BMWI-Initiative „IT-Sicherheit in der Wirtschaft“, die z.B. einen Website-Check und einen „IT-Sicherheitsnavigator“ auf der Website „IT-Sicherheit IN DER WIRTSCHAFT“ anbietet. Es gehe auch darum, bestehende IKT-Produkte durch die BMWi-Software-Förderung sicherer zu machen.

Gesprächsrunde zum Thema „IT & Mobile im Mittelstand – Sicherheit und Glaubwürdigkeit im Netz“

Sodann beteiligte sich Zypries an der sich direkt anschließenden Podiumsdiskussion zum Thema „IT & Mobile im Mittelstand – Sicherheit und Glaubwürdigkeit im Netz“:
Dennis Bohne, Projektleiter „eBusiness-Lotsen Westbrandenburg“, verwies auf die Notwendigkeit der Unterstützung des Mittelstands am Beispiel seiner Region – die dortigen KMU hätten im Schnitt nur zwei bis vier Mitarbeiter und die IHK Potsdam habe rund 85.000 Betriebe (inkl. Handwerk) in ihrem Kammerbezirk. Brandenburg habe eine eigene Agenda für den Breitband-Ausbau.
Frank Riemensperger, Präsidiumsmitglied des BITKOM – Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V., brachte einen historischen Vergleich an – vor Erfindung des Buchdrucks sei Lesen noch nicht so wichtig gewesen. Nun mit dem Fortschritt mobiler, digitaler IKT müsse man deren Risiken erkennen und ihre Chancen nutzen. Unter den etwa 3.000 BITKOM-Mitgliedern seien die KMU übrigens in der Mehrzahl. Indes möge man nun „die Welle reiten“ und nicht über bisherige Versäumnisse jammern. Deutschland habe z.B. immer noch die beste Software-Kompetenz bei bildgebenden Verfahren in der Medizin – also gelte es, dort wo wir gut sind: „Gas geben!“ Den EU-Binnenmarkt sehe er dabei als Chance, denn er erlaube Kooperationen über Grenzen hinweg.
Matthias Ehrlich, Präsident des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V., warnte dagegen vor der Rolle Deutschlands als „verlängerte Werkband“ bei der Softwareerstellung. Es müsse endlich eine flächendeckende IKT-Infrastruktur zu akzeptablen Kosten geschaffen werden. Er appellierte, dass das hohe Datenschutz-Niveau, wie es für Deutschland üblich sei, zu halten bzw. durchzusetzen sei, um gleiche Start-Voraussetzungen für alle zu schaffen. Nur sich sicher fühlende Unternehmen seien motiviert, proaktiv zu handeln, während mangelnde Sicherheit zur Lähmung führe. Die Bürger müssten verstärkt den Datenschutz einfordern – so dürfe es keinen Besuch einer deutschen Bundeskanzlerin in den USA geben, ohne dass dieses Thema dabei behandelt wird.
Moderator Ole Reißmann, Redakteur bei SPIEGEL ONLINE, erläuterte, dass lediglich rund 16 Prozent der KMU das geplante „Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft zwischen der Europäische Union und den Vereinigten Staaten“ (TTIP) für sinnvoll erachteten, während überwiegend Sorge um den Datenschutz verbreitet sei.

M-Days - Podiumsdiskussion am 14.05.2014

Foto: Disk Pinnow

Podiumsdiskussion (v.l.n.r.): Dennis Bohne, Frank Riemensperger, Ole Reißmann, Brigitte Zypries, Matthias Ehrlich

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 13.05.2014
Smartphones und Apps: Position im Spannungsfeld zwischen Nutzen und Gefahr finden

datensicherheit.de, 09.05.2014
M-Days 2014: Chancen und Risiken mobiler Business-IKT

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Mittelstand-Digital

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
„IT-Sicherheit IN DER WIRTSCHAFT“



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