Aktuelles, Experten, Produkte - geschrieben von am Mittwoch, Juli 24, 2019 17:15 - noch keine Kommentare

ÖPNV: Stress für Fahrgäste trotz Apps

Karlsruher Institut für Technologie stellt im September 2019 verbesserten Routenplaner vor

[datensicherheit.de, 24.07.2019] Für Neuankömmling oder auch Gelegenheitsnutzer stellt der jeweilige Öffentliche Personen-Nahverkehr (ÖPNV) oft eine große Herausforderung dar, deren Bewältigung „schnell in Stress ausarten“ kann. Seit einigen Jahren sollen Apps dabei helfen, immer den richtigen Bus oder die passende Bahn zu nehmen. Was viele laut KIT jedoch nicht wissen: „Die digitalen Helfer nennen uns – wenn man etwa die Zahl der Umstiege oder gar weitere Verkehrsmittel wie Auto oder Fahrrad einbezieht – keineswegs die jeweils beste Route.“ Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) möchten hierbei nun Abhilfe schaffen.

Derzeitige ÖPNV-Routenplaner vernachlässigen Alternativen

„Heutige Routenplaner beziehen zum Beispiel Fußwege nicht mit ein“, erläutert Dr. Dorothea Wagner, Leiterin des KIT-Instituts für Theoretische Informatik. Dabei könne es unter dem Strich durchaus schneller sein, zehn Minuten zur Bushaltestelle zu laufen, als um die Ecke in die U-Bahn zu steigen, so die Professorin für Algorithmik.
Ähnlich verhalte es sich, wenn zusätzlich verschiedene Verkehrsträger wie Taxi oder Fahrrad eingebunden werden sollen – oder auch bei Park-and-Ride-Szenarien, wenn Reisende das eigene Auto in der Nähe von ÖPNV-Haltestellen abstellen und mit Bus und Bahn weiterfahren möchten.

Komplexe Beförderungsszenarien: Masse der Daten als Problem

Wagner verfolgt den Ansatz, diesem Problem mit besonders effizienten Algorithmen zu Leibe rücken: „Den schnellsten Weg zu identifizieren, ist algorithmisch nicht sonderlich anspruchsvoll.“ Entsprechende Programme gebe es seit 20 Jahren.
Bei den komplexer werdenden Beförderungsszenarien sei „die Masse an Daten“ das Problem. „Wir müssen also schneller werden.“ Dies solle gelingen, indem geschickte Vorberechnungen mit schnellen Algorithmen zum Ermitteln der besten Verkehrsverbindungen kombiniert würden. Erste Ergebnisse seien ein Durchbruch auf diesem Gebiet und sollen laut KIT im September 2019 bei der internationalen Konferenz „ALGO 2019“ in München präsentiert werden.

ÖPNV-Planung helfen, Fahr- und Einsatzpläne zu optimieren

Die Ergebnisse sollen demnach auch bei der ÖPNV-Planung helfen, die Fahr- und Einsatzpläne zu optimieren. Denn die sich ändernden Kundenbedürfnisse hätten Einfluss darauf, „auf welchen Strecken und zu welcher Zeit sinnvollerweise mehr oder weniger Fahrzeuge eingesetzt werden sollen“.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert laut KIT die ortsverteilte Forschungsgruppe „FOR 2083“ zum Thema „Integrierte Planung im öffentlichen Verkehr“ für weitere drei Jahre bis 2021. Beteiligt seien neben dem KIT die Universität Stuttgart, die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und das Fraunhofer Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik Kaiserslautern. Die Förderung für diese drei Jahre betrage rund 1,5 Millionen Euro, die Fördersumme verteilt sich auf die vier Standorte.

Weitere Informationen zum Thema:

DFG – Forschungsgruppe 2083
Integrierte Planung im öffentlichen Verkehr

KIT, Institut für Theoretische Informatik, Algorithmik I
Prof. Dr. Dorothea Wagner

datensicherheit.de, 16.07.2019
KIT: Technologien für die sechste Mobilfunkgeneration

datensicherheit.de, 10.06.2019
Mobile KI-Roboter: Laut KIT noch Herausforderungen zu bewältigen



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