Aktuelles, Experten, Studien - geschrieben von am Dienstag, Juli 25, 2017 22:54 - noch keine Kommentare

Stiftung Datenschutz gibt Band 2 der Reihe DatenDebatten heraus

„Big Data im Gesundheitswesen: Chancen nutzen, Patientenrechte wahren“ erschienen

[datensicherheit.de, 25.07.2017] Zu den wohl wichtigsten Zukunftsthemen der umfassenden Digitalisierung und Vernetzung zählen sicher „Big Data“ und „eHealth“. Welche Entwicklungen in den nächsten Jahren in diesem Feld zu erwarten sind, soll der Sammelband „Big Data im Gesundheitswesen“ der Stiftung Datenschutz darstellen. Die zentrale Fragestellung sei dabei: Tragen digitale Gesundheitsangebote zur Steigerung der Lebensqualität bei oder führen sie zum Autonomieverlust des Bürgers und zwingen ihn zur Selbstoptimierung? In diesem zweiten Band der von der Stiftung Datenschutz herausgegebenen Reihe „DatenDebatten“ diskutieren renommierte Autoren kontrovers. Der Bundesminister für Gesundheit, Hermann Gröhe, hat ein Geleitwort verfasst. Das im Erich Schmidt Verlag Berlin erschienene Werk ist laut Stiftung Datenschutz nun im Handel erhältlich.

Gesundheitswesen berührt das Leben jedes Menschen unmittelbar

Im zweiten Band der Reihe „DatenDebatten“ beschreiben 13 Beiträge von Autoren wie Peter Schaar, Klaus Müller oder Thilo Weichert ihre Sicht auf die Chancen und Risiken der Digitalisierung des Gesundheitswesens.
„Das Gesundheitswesen berührt das Leben jedes Menschen unmittelbar. Dementsprechend hoch sind auch die Erwartungen, die mit dem Einsatz digitaler Technologien in der Medizin verbunden sind. Dazu haben wir Experten unterschiedlicher fachlicher Professionen und inhaltlicher Strömungen zu Wort kommen lassen“, erläutert Stiftungsvorstand und Herausgeber Frederick Richter.

Fluch und Segen zugleich: Digital verfügbare Gesundheitsdaten

Digital verfügbare Gesundheitsdaten und deren potenzielle Vernetzung ermöglichen neue Behandlungsmethoden und bergen eine große Chance für die medizinische Forschung. Die Autoren fragen in ihren Aufsätzen gleichermaßen nach den Möglichkeiten und Grenzen sowie nach den Kosten dieser „sozialen Revolution“, wie sie im Band benannt wird.

Selbstoptimierung, Medienkompetenz und Datenschutz…

So kritisiert etwa Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands, dass sich die meisten digitalen Angebote eher an gesunde Menschen richteten und die Selbstoptimierung unterstützten, als kranken Menschen zu helfen. Diesen Zustand gelte es durch zusätzliche Angebote zu verbessern.
Bezüglich der Unterstützung durch Apps, die gleichermaßen zur Selbstoptimierung wie zur Selbstausbeutung führen könnten, hält der Philosoph Björn Haferkamp von der Universität Bremen ein Plädoyer für mehr Medienkompetenz: Wie bei allen Technologien komme es beim Tracking demnach darauf an, dass Anwender die Fähigkeit zu einem ausgewogenen, reflektierten, balancierten Umgang lernen, aber auch darauf, dass Technik und Technikpolitik ihnen diese Freiheitsspielräume überhaupt ermöglichen.
Die Auswirkungen auf den Datenschutz betrachtet Peter Schaar: Der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte beschreibt die besondere Bedeutung des Vertrauensverhältnisses zwischen Arzt und Patient und setzt sich außerdem mit dem Schutz personenbezogener Daten in der Telematikinfrastruktur auseinander. Abschließend hält er fest: Der Datenschutz bleibe, wenn man die Akzeptanz für eine leistungsfähige „eHealth“-Infrastruktur garantieren möchte, ein nicht zu vernachlässigender Faktor…

Weitere Informatione zum Thema:

Big Data im Gesundheitswesen: Chancen nutzen, Patientenrechte wahren
Hrsg. Stiftung Datenschutz, Band 2 der Reihe „DatenDebatten“



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