Aktuelles, Experten, Veranstaltungen - geschrieben von dp am Mittwoch, Juni 2, 2021 20:26 - noch keine Kommentare
Bitkom-Stellungnahme zur einheitlichen europäischen digitalen ID
Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung, kritisiert regulatorische Fragmentierung als Hindernis
[datensicherheit.de, 02.06.2021] Am 2. Juni 2021 stellte die EU-Kommission laut einer aktuellen Meldung des Branchenverbands Bitkom ihren Plan für eine einheitliche europäische digitale ID vor – „und zugleich den Entwurf zur Review der eIDAS-Verordnung“. Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung, geht in ihrer Stellungnahme auf diese Vorschläge ein und warnt, dass für die europaweite Nutzung von Identitätsdienstleistungen der europäische Markt derzeit regulatorisch zu stark fragmentiert sei:
Bitkom fodert Zusammenwirken von Öffentlicher Hand und Privatwirtschaft
„Sichere Digitale Identitäten übernehmen bereits heute eine Schlüsselfunktion im Digitalen Ökosystem: Sie sorgen für Sicherheit, schützen Personen und Prozesse und schaffen Vertrauen zwischen Absendern und Empfängern“, so Dehmel. Mit der Verlagerung von immer mehr Alltagstätigkeiten in die digitale Welt, gewinne der digitale Nachweis der eigenen Identität weiter enorm an Bedeutung. So könnten zum Beispiel viele heute noch analoge Prozesse erst über einen verlässlichen, digitalen Identitätsstandard vom physischen Bürgeramt in die digitale Zukunft der Verwaltung überführt werden.
Indes: „Um das Potenzial Digitaler Identitäten zu heben, braucht es dabei eine ein Zusammenwirken von Öffentlicher Hand und Privatwirtschaft und vor allem ein europaweit einheitliches Vorgehen“, unterstreicht Dehmel. Insbesondere mit Blick auf die Umsetzung der aktuellen eIDAS-Verordnung gebe es noch zu viele nationale Sonderregeln bei der Regulierung von Authentifizierungs- und Identifizierungswegen.
Services und Verwaltungsleistungen über Ländergrenzen hinweg laut Bitkom wichtiger denn je
Dehmel erklärt ihren Standpunkt: „,Corona‘ hat uns vor Augen geführt, dass die Zeit kleinstaatlicher Ansätze endgültig vorbei ist. Services und Verwaltungsleistungen über Ländergrenzen hinweg zugänglich zu machen ist heute wichtiger denn je – und zwar nicht nur in einer ,Pandemie‘.“ Die europäische eIDAS-Verordnung bilde dabei die Basis für die Definition harmonisierter Anforderungen an Digitale Identitäten in der EU.
„Für die europaweite Nutzung von Identitätsdienstleistungen und die Skalierung der Geschäftsmodelle von Identitätsdienstleistern ist der europäische Markt derzeit regulatorisch zu stark fragmentiert. Und selbst auf nationaler Ebene erschweren branchenspezifische Anforderungen das Wachstum und die Verbreitung von Identitätsdienstleistungen und somit digitale Geschäftsmodelle.“
„eIDAS Summit“ des Bitkom am 15. Juni 2021:
Dies sollte durch europäische Harmonisierung, Standardisierung und Kooperation schnellstmöglich behoben werden, fordert Dehmel. Der jetzt vorgeschlagene Review biete die Chance, Vertrauensdienste als auch Digitale Identitäten fest im europäischen Wirtschaftsraum zu verankern – die Umsetzung der eIDAS-Verordnung sollte als ein wichtiger Beitrag für mehr Daten- und Verbraucherschutz in Deutschland verstanden und gefördert werden.
Digitale Identitäten und der Einsatz von Vertrauensdiensten in der Praxis stehen laut Dehmel im Zentrum des „eIDAS Summit“ des Bitkom am 15. Juni 2021: „Sie sind auch die Grundlage für Zukunftstechnologien wie ,Gaia-X‘, Blockchain oder ,Artificial Intelligence‘.“ Alle Informationen und die Möglichkeit zur kostenlosen Registrierung seien online auf der Webseite von „bitkom events“ zu finden.
Weitere Informationen zum Thema:
bitkom events
15. Juni 2021 / eIDAS Summit / #eidas21
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