Aktuelles, Branche - geschrieben von dp am Montag, Juni 19, 2023 18:34 - noch keine Kommentare
Cactus: Neue trickreiche Ransomware verbreitet sich schnell
Auf Opfer zugeschnittene Cactus-Angriffe laufen derzeit über Fortinet VPN-Server
[datensicherheit.de, 19.06.2023] Laut einer aktuellen Meldung der PSW GROUP treibt eine neue Ransomware-Bande namens „Cactus“ ihr Unwesen in der digitalen Welt: Diese Cyber-Kriminellen hätten es besonders auf VPN-Anwendungen abgesehen, um sich einen ersten Zugang zu den Systemen und Netzwerken zu verschaffen. IT-Sicherheitsexpertin Patrycja Schrenk warnt: „Die ,Cactus’-Ransomware kann sich zudem offenbar selbst verschlüsseln, um dadurch eine Erkennung durch Antivirensoftware zu erschweren. Die Bekämpfung durch gängige Antivirusprogramme gestaltet sich daher als schwierig.“ Der Name „Cactus“ leitet sich demnach von dem angegebenen Dateinamen „cAcTuS.readme.txt“ und dem Namen in der Lösegeldforderung ab. Bislang sei noch nicht bekannt, wer hinter dieser neuen Ransomware-Bande steckt. „Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.“

Foto: PSW GROUP
Patrycja Schrenk rät, das gesamte Netzwerk kontinuierlich auf Auffälligkeiten zu überwachen…
Im Fokus eines Cactus-Angriffs stehen Schwachstellen in bekannten VPN-Servern von Fortinet
„Was ,Cactus’, im Vergleich zu anderen Ransomware-Varianten noch gefährlicher macht, ist, dass die Angreifer die Verschlüsselung zum Schutz der Ransomware-Binärdatei einsetzen. Im Fokus eines Angriffs stehen dabei Schwachstellen in bekannten VPN-Servern von Fortinet“, erläutert die Geschäftsführerin der PSW GROUP:
Über den VPN-Server griffen die Cyber-Kriminellen auf das Netzwerk zu und führten ein Batch-Script aus, durch welches die eigentliche Ransomware geladen werde. „Der Schadcode wird in einer ZIP-Datei übertragen und nach dem Download extrahiert.“ Mithilfe eines speziellen Schlüssels in der Befehlszeile könnten die Angreifer die Anwendung starten und Dateien auf dem betroffenen System so verschlüsseln, dass Nutzer keinen Zugriff mehr hätten.
Die Cactus-Ransomware-Bande erhält weiteres Druckmittel
„Doch damit nicht genug“, so Schrenk – sie führt weiter aus: „Vor der Verschlüsselung werden die Dateien an die Server der Angreifer übertragen. Dadurch erhält die Ransomware-Bande ein weiteres Druckmittel. Denn erstens kann Lösegeld für die Entschlüsselung der Dateien auf dem kompromittierten System gefordert werden und zusätzlich können die Cyber-Kriminellen damit drohen, die erbeuteten Daten zu veröffentlichen.“
„Cactus“ habe vor allem große Unternehmen mit einer Menge von sensiblen Daten im Visier. Laut verschiedener Berichte sollten die Forderungen bei bisherigen „Cactus“-Angriffen in Millionenhöhe liegen und die Angriffe speziell auf die jeweiligen Opfer zugeschnitten sein. Welche Unternehmen bisher von den „Cactus“-Angriffen betroffen sind, ist laut Schrenk noch nicht bekannt – „bisher wurden noch keine sensiblen Daten veröffentlicht“.
Ransomware Cactus äußerst gefährlich
„Die Ransomware ,Cactus’ ist äußerst gefährlich, da gängige Viren-Scanner diese aufgrund der verschlüsselten Angriffe nur schwer erkennen können“, unterstreicht Schrenk und rät: „Deshalb ist es umso wichtiger, sich vor Angriffen mit Präventivmaßnahmen zu schützen. Dazu gehört es, Anwendungen und öffentlich zugängliche Systeme stets auf dem neuesten Stand zu halten und Patches umgehend einzuspielen.“
Auch rät sie abschließend, das gesamte Netzwerk kontinuierlich auf Auffälligkeiten, insbesondere „PowerShell“, zu überwachen und schnell zu reagieren, einen Passwort-Manager zu implementieren sowie eine Zwei-Faktor-Authentifizierung zum Standard zu machen. Ergänzend lohne sich die regelmäßige Überprüfung der Administrator- und Dienstkonten. Die Erstellung regelmäßiger Backups sollte obligatorisch sein.
Weitere Informationen zum Thema:
PSW GROUP, Juliane Groß, 13.06.2023
IT-Security / Ransomware Cactus: Angriffe auf VPN-Schwachstellen
Aktuelles, Experten - Juni 13, 2026 0:09 - noch keine Kommentare
eco-Kritik an IP-Adressspeicherung: Bundesrat darf keinen Bauplan für digitale Massenüberwachung liefern
weitere Beiträge in Experten
- Umgang mit Social Media an Schulen: Bildungsministerkonferenz hat Erklärung veröffentlicht
- AI Act der EU: Deutsche Umsetzung soll Unternehmen nun Rechtssicherheit bieten
- Digitale Technikprobleme – über ein Drittel der IT-Nutzer bittet nur ungern um Hilfe
- „AI Security Institute“: TÜV-Verband begrüßt wichtiges Signal für den KI-Standort Deutschland
- „AI Security Institute“: Gründung eines deutschen KI-Sicherheitsinstituts beschlossen
Aktuelles, Branche - Juni 12, 2026 0:53 - noch keine Kommentare
eIDAS 2.0: Digitale Identität skaliert erst auf Basis vertrauenswürdiger Prozesse
weitere Beiträge in Branche
- Realitätscheck zur souveränen europäischen KI
- Faktor Mensch bleibt laut aktueller Cyberversicherungsstudie zentraler Angriffsvektor
- Malwarebytes Scam Number Check: Kostenlose Rückwärtssuche für Telefonnummern zum Verbraucherschutz
- Niederlage oder Sieg: Backups im Kontext der Cyberrisiken rund um die Fußball-WM 2026
- Cybersicherheit quasi Torhüter der Netzwerke: WM 2026 als Herausforderung und Inspiration
Aktuelles, A, Experten, Service, Wichtige Adressen - Jan. 13, 2026 1:08 - noch keine Kommentare
Registrierung bei ELEFAND: Krisen- und Katastrophenvorsorge bei Auslandsaufenthalten
weitere Beiträge in Service
- DigiCert-Umfrage: Manuelle Zertifikatsprozesse führen zu Ausfällen, Compliance-Fehlern und hohen Verlusten im Unternehmen
- Threat Hunting: Bedeutung und Wertschätzung steigt
- Umfrage: 71 Prozent der IT-Entscheidungsträger besorgt über Mehrfachnutzung von Passwörtern
- Fast die Hälfte der Unternehmen ohne geeignete Sicherheitsrichtlinien für Remote-Arbeit
- Umfrage: Bedeutung der Konsolidierung von IT-Sicherheitslösungen



Kommentieren