Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von am Sonntag, April 19, 2026 0:33 - noch keine Kommentare

USA auf Platz 1: Globaler Deepfake-Betrug hat 2,19 Milliarden US-Dollar erreicht

2019 noch als „Deepfake-Phänomen“ wahrgenommen, hat es sich inzwischen offensichtlich zu einer ernsthaften Cyberbedrohung entwickelt

[datensicherheit.de, 19.04.2026] 2019 noch als bloßes „Deepfake-Phänomen“ wahrgenommen, hat es sich inzwischen offensichtlich zu einer ernsthaften Cyberbedrohung entwickelt: Kriminelle nutzen demnach täuschend echte, mittels Künstlicher Intelligenz (KI) generierte Inhalte immer häufiger, um gezielt Geld zu erbeuten. Laut einer aktuellen SurfsharkAnalyse belaufen sich die weltweiten Verluste durch Deepfake-Betrug bereits auf 2,19 Milliarden US-Dollar (rund 2,0 Milliarden Euro). Die Surfshark-Auswertung zeigt auf, welche Länder besonders betroffen sind und welche Betrugsmaschen aktuell dominieren.

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Abbildung: Surfshark

Globaler Deepfake-Betrug erreicht 2,19 Milliarden USD – die USA auf Platz 1

USA aktuell der Deepfake-Hotspot

Die USA seien derzeit das Hauptziel von Deepfake-Betrug und verzeichneten Verluste in Höhe von 712 Millionen US-Dollar. Rund 43 Prozent davon entfallen auf Angriffe im Unternehmenskontext – etwa durch manipulierte Video- oder Audioinhalte, mit denen Unternehmen zu Überweisungen bewegt oder gefälschte Bewerber in Remote-Positionen eingeschleust würden.

  • Weitere 31 Prozent der Schäden gingen auf betrügerische Investmentangebote zurück. „Besonders auffällig ist ein alarmierender Trend, der bislang fast ausschließlich in den USA zu beobachten ist – sogenannte Deepfake-Familienbetrugsfälle.“

Die USA stehen derzeit für 99,9 Prozent der weltweiten Verluste in diesem Bereich – mit Schäden von bereits 124 Millionen US-Dollar. Diese Methode mache inzwischen 17 Prozent aller per Deepfake bedingten Verluste im Land aus. „Auch wenn es aktuell vor allem ein US-Phänomen ist, könnte sich diese Betrugsform schnell zu einer globalen Bedrohung entwickeln!“, warnt Dr. Luis Costa, „Research Lead“ bei Surfshark.

Auch Europa im Deepfake-Fokus – Deutschland auf Platz 14

Auch in Europa zeige sich die wachsende Dimension des Problems: Großbritannien (149 Mio. US-Dollar), Schweden (63 Mio. US-Dollar) und Spanien (56 Mio. US-Dollar) zählten zu den zehn am stärksten betroffenen Ländern weltweit. In diesen Märkten seien rund 90 Prozent der Verluste auf solche Deepfakes zurückzuführen, bei denen prominente Persönlichkeiten vermeintliche Investmentprodukte bewerben. In Deutschland summierten sich die Schäden durch Deepfake-Betrug bereits auf 8,6 Millionen Euro. Sämtliche untersuchten Fälle gingen auf manipulierte Inhalte zurück, in denen Prominente für betrügerische Investmentangebote eingesetzt worden seien.

  • Im internationalen Vergleich liege Deutschland damit auf Platz 14 von 36 untersuchten Ländern und gehöre bislang zu den weniger stark betroffenen Märkten. Zum Vergleich: In Österreich beliefen sich die Verluste bereits auf 19,4 Millionen Euro.

Der medial viel diskutierte Deepfake-Skandal um Collien Fernandes habe dem Thema hierzulande zusätzliche Aufmerksamkeit verliehen und die öffentliche Debatte maßgeblich geprägt. Dieser Fall zeige deutlich, wie realistisch und zugleich missbrauchsanfällig diese Technologie inzwischen sei.

Regionale Unterschiede bei Deepfake-Betrugsmaschen

Ein Blick auf weitere stark betroffene Länder zeige deutliche Unterschiede in den eingesetzten Methoden:

  • Malaysia belege mit 502 Millionen US-Dollar Platz 2 weltweit, wobei 99,7 Prozent der Schäden auf Deepfake-Investmentbetrug zurückzuführen seien.
  • Hongkong folge mit 229 Millionen US-Dollar und gelte als globaler Hotspot für Romance-Scams mit Deepfake-Technologie (105 Mio. US-Dollar).
  • Indonesien (139 Mio. US-Dollar) stelle einen Sonderfall dar: Dort seien Deepfakes gezielt eingesetzt worden, um Sicherheitsmechanismen von Banken zu umgehen und betrügerische Kredite zu erlangen.

Erfolgreichste Deepfake-Betrugsstrategien

Die mit Abstand erfolgreichste Methode sei die Nutzung von Deepfakes bekannter Persönlichkeiten oder Regierungsvertretern zur Bewerbung vermeintlicher Investmentmöglichkeiten.

Diese Masche sei für Schäden in Höhe von 1,13 Milliarden US-Dollar verantwortlich und mache 52 Prozent aller dokumentierten Fälle aus.

Weitere häufige Betrugsformen sind laut Surfshark:

  • Angriffe auf Unternehmen, etwa durch CEO-Imitationen zur Auslösung unautorisierter Transaktionen (25%)
  • Finanzbetrug durch Identitätsdiebstahl und missbräuchliche Kreditaufnahmen (9%)
  • Romance-Scams mit Deepfake-Inhalten (7%)
  • Betrug durch Nachahmung von Familienmitgliedern (6%)
  • Sonstige Deepfake-Betrugsformen (2 %)

Weitere Informationen zum Thema:

Surfshark
Wir entwickeln die populärsten Sicherheitsprodukte für Menschen in der ganzen Welt / Unser Ziel ist es, Menschen die volle Kontrolle über ihr digitales Leben zu ermöglichen, das Bewusstsein für die sich entwickelnden Online-Bedrohungen zu schärfen, Barrierefreiheit zu fördern und die Zukunft des Internets zu sichern. Wir arbeiten an einer Zukunft, in der das Internet eine offene, integrative und unschätzbare globale Ressource für alle bleibt.

Surfshark
About Surfshark’s research hub / Surfshark’s research hub team – Dr Luís Costa, Research Lead

Surfsharkt, Research, 31.03.2026
Global deepfake fraud reaches $2.19B — US leads in losses

datensicherheit.de, 02.02.2026
Zunahme Deepfake-Betrug: facebook bevorzugt im Visier Cyberkrimineller / Surfshark meldet, dass im Jahr 2025 ein Schaden von über eine Milliarde US-Dollar allein durch Deepfake-Betrug entstanden ist – Soziale Medien spielen dabei eine große Rolle

datensicherheit.de, 19.12.2025
Bekämpfung von KI-gestütztem Social Engineering: KnowBe4 stellt Deepfake-Training bereit / KnowBe4 hat als Anbieter einer weltweit renommierten Plattform, welche sich umfassend mit „Human Risk Management“ und agentenbasierter KI befasst, nun eine Deepfake-Schulung vorgestellt

datensicherheit.de, 08.12.2025
Deepfake-Angriffe: 2025 von quantitativer Zunahme wie qualitativer Raffinesse geprägt / Sowohl quanti- als auch qualitativ haben KI-basierte Betrugsfälle 2025 merklich zugelegt – bei jedem fünften von ihnen wird mittlerweile auf Deepfakes gesetzt



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