Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von dp am Montag, Dezember 8, 2025 1:32 - noch keine Kommentare
Deepfake-Angriffe: 2025 von quantitativer Zunahme wie qualitativer Raffinesse geprägt
Sowohl quanti- als auch qualitativ haben KI-basierte Betrugsfälle 2025 merklich zugelegt – bei jedem fünften von ihnen wird mittlerweile auf Deepfakes gesetzt
[datensicherheit.de, 08.12.2025] „Vor Kurzem hat Entrust seinen neuen jährlichen ,Identity Fraud Report’ vorgestellt. In ihm warnt das Unternehmen vor einem signifikanten Anstieg von Deepfake-Angriffen“, berichtet Dr. Martin J. Krämer, „CISO Advisor“ bei KnowBe4, in seiner aktuellen Stellungnahme. Sowohl quanti- als auch qualitativ hätten auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierende Betrugsfälle 2025 merklich zugelegt. Bei jedem fünften von ihnen werde mittlerweile auf Deepfakes gesetzt. Allein die Zahl gefälschter Selfies sei 2025 um 58 Prozent gestiegen. Am effektivsten – da umfassendsten – könne der Einsatz eines modernen „Human Risk Management“-Systems helfen. Dessen Phishing-Trainings, -Schulungen und -Tests ließen sich mittels KI mittlerweile personalisieren und automatisiert – kontinuierlich – zum Einsatz bringen, um Mitarbeiter wie KI-Agenten zu stärken.

Foto: KnowBe4
Dr. Martin J. Krämer: Will man die eigenen Systeme erfolgreich vor Betrug – auch und gerade vor Deepfakes – absichern, muss man dem „Faktor Mensch“ auch weiterhin eine zentrale Rolle innerhalb der eigenen IT-Sicherheit zuweisen!
Immer schneller, unkomplizierter – und mit einer stetig steigenden Erfolgsquote – werden Deepfake-Angriffe umgesetzt
Eine zentrale Ursache laut Krämer: „Immer mehr KI-Plattformen drängen auf den freien Markt, die missbraucht werden können. Und immer mehr bösartige ‚Kits‘ sind im ,Darknet’ erhältlich, mit denen sich auch komplexe Deepfake-Angriffe realisieren lassen.“
- Realistisch wirkende Fake-Medieninhalte, egal ob nun Video, Audio oder Text, ließen sich mittlerweile auch von Laien weitgehend problemlos erstellen. Immer schneller, unkomplizierter – und mit einer stetig steigenden Erfolgsquote – könnten sie Deepfake-Angriffe realisieren. Längst fluteten ihre Deepfakes das Netz. „Der erwähnte 58-prozentige Anstieg von Fake-Selfies, er kommt nicht von ungefähr.“
Vor allem „Injection“-Angriffe hätten 2025 noch einmal kräftig zugelegt – im Vergleich zum Vorjahr um sage und schreibe 40 Prozent. „Bei einem ,Injection’-Angriff nutzt ein Angreifer eine Sicherheitslücke, um bösartigen Code in eine Anwendung einzuschleusen.“ Typischerweise über unzureichend validierte Benutzereingabefelder, um die beabsichtigte Logik der Anwendung zu manipulieren und sich unautorisierten Zugriff auf Daten oder ein System zu verschaffen.
In zwei „Injection“-Angriffsszenarien kommen Deepfakes mittlerweile verstärkt zum Einsatz:
- „Video/Media-Injection“ (als ,Injection’-Angriff auf das Authentifizierungssystem)
Angreifer schleusten hierbei einen Deepfake-Inhalt (Video, Audio oder Bild) in den Datenstrom eines Systems ein, welches diesen Inhalt dann als „echt“ interpretiere.
Das Hauptziel des Angriffs sei die Umgehung biometrischer Verifizierungssysteme und anderer digitaler Kontrollen. - „Adversarial Injection“ (als „Injection“-Angriff auf das Detektionssystem)
Angreifer fügten hierzu einem Deepfake-Inhalt „unsichtbare“ Störungen (Perturbationen) bei, um einen Deepfake-Detektor (ein KI-Modell, das Fälschungen erkennen soll) gezielt zu täuschen.
Ziel sei es, den Detektor dazu zu bringen, dass er den gefälschten Inhalt als echt einstuft.
„Faktor Mensch“ von zentraler Bedeutung bei Deepfake-Abwehr
Der Bericht zeige: „Unternehmen sollten sich, wenn es um Betrugsprävention geht, nicht zu sehr auf ihre technischen Sicherheitslösungen verlassen!“ Längst hätten Angreifer begonnen, eben diese ins Visier zu nehmen.
- „Will man die eigenen Systeme erfolgreich vor Betrug – auch und gerade vor Deepfakes – absichern, will man eigene Risiken nachhaltig reduzieren, muss man dem ,Faktor Mensch’ auch weiterhin eine zentrale Rolle innerhalb der eigenen IT-Sicherheit zuweisen – und die eigenen Mitarbeiter entsprechend schulen“, betont Krämer.
Er rät daher:
- „Trainieren Sie Ihre Mitarbeiter darin, verdächtige Aktivitäten, die auf einen Deepfake-Angriff schließen lassen, zu erkennen!“
- „Vermitteln Sie ihnen das erforderliche Bewusstsein, so dass sie sich ein Bild von der steigenden Qualität und den spezifischen Risiken von Deepfakes (Video, Audio, Bild) machen können!“
- „Vermitteln Sie klare Verhaltensregeln zum Umgang mit verdächtigen Inhalten und zur Prüfung kritischer Anfragen (zum Beispiel von Zahlungsanweisungen)!“
Weitere Informationen zum Thema:
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Dr. Martin J. Krämer
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