Aktuelles, Experten - geschrieben von dp am Freitag, September 14, 2012 20:43 - noch keine Kommentare
CouchSurfing: Peter Schaar vermisst nach AGB-Neufassung den Datenschutz
Verzicht auf jegliche Kontrolle über die eigenen Daten – „Marktortprinzip“ würde solchen Praktiken einen Riegel vorschieben
[datensicherheit.de, 14.09.2012] Laut einer aktuellen Stellungnahme des Bundesdatenschutzbeauftragten (BfDI) zu den AGB-Änderungen beim sogenannten „CouchSurfing“ seien diese „inakzeptabel“ – sie wären nach dem deutschen und europäischen Datenschutzrecht unzulässig, so Peter Schaar.
Die Nutzerinnen und Nutzer würden durch die neuen Nutzungsbedingungen genötigt, auf jegliche Kontrolle über ihre Daten zu verzichten, sofern sie den Dienst weiter in Anspruch nehmen wollen. Dieser Fall zeige einmal mehr die Notwendigkeit, das europäische Datenschutzrecht zügig zu reformieren und dabei sicherzustellen, dass der Datenschutz europäischer Nutzerinnen und Nutzer auch dann gewährleistet ist, wenn Internetdienste aus einem Drittstaat angeboten werden. Das geplante „Marktortprinzip“ würde solchen Praktiken einen Riegel vorschieben.
Nach den neuen Nutzungsbedingungen erteilen die Mitglieder durch das Hochladen von Inhalten wie Nachrichten, Fotos und persönlichen Daten dem Unternehmen CouchSurfing eine umfassende und unwiderrufliche Erlaubnis zu einer quasi unbegrenzten Verwendung dieser Inhalte. Zudem räumt sich das Unternehmen in den Datenschutzbestimmungen das Recht zur Datenweitergabe an Dritte ein und behält sich vor, die Nutzungsbedingungen und Datenschutzbestimmungen jederzeit ändern zu können, ohne die Mitglieder über Änderungen gesondert informieren zu müssen.
Aktuell sei deutsches bzw. europäisches Datenschutzrecht nicht anwendbar, da dieses Soziale Netzwerk von einem Unternehmen mit Sitz in den USA, ohne Niederlassungen in Deutschland oder anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, betrieben werde. Der am 25. Januar 2012 vorgestellte Entwurf der Europäischen Kommission für eine EU-Datenschutzgrundverordnung sehe eine Regelung vor, nach der die strengen Grundsätze des EU-Datenschutzrechts generell auch dann gelten sollten, wenn sich Unternehmen aus Nicht-EU-Ländern mit ihren Diensten an Bürgerinnen und Bürger in der Europäischen Union wenden, selbst wenn die Unternehmen keine Niederlassung in Europa haben – sogenanntes „Marktortprinzip“.
CouchSurfing ist ein internetbasiertes Gastfreundschaftsnetzwerk, das von einem US-Unternehmen betrieben wird. Die Mitglieder nutzen die Website, um eine kostenlose Unterkunft auf Reisen zu finden oder selbst eine Unterkunft oder andere „Gastfreundschaftsdienste“, beispielsweise Stadtführungen, anzubieten. Nach eigenen Angaben habe das Netzwerk inzwischen 4,8 Millionen Mitglieder in über 90.000 Städten auf der ganzen Welt, wobei Deutschland nach den USA das Land mit den meisten Nutzerinnen und Nutzern sei. Das System des Netzwerks, sich gegenseitig kostenlos Unterkunft zu gewähren und das dadurch entstehende Vertrauens- und Sicherheitsbedürfnis machen es eben erforderlich, dass die Mitglieder ein detailliertes Profil erstellen, welches Daten wie Namen, Adresse, Telefonnummer, Alter, Beruf, persönliche Vorlieben und Interessen sowie Fotos umfasst.
Aktuelles, Experten - Mai 3, 2026 0:39 - noch keine Kommentare
Identify Me: BKA meldet Identifizierung eines weiteren Opfers
weitere Beiträge in Experten
- Physical AI auf dem Vormarsch: KI wirkt in die reale Welt hinein
- eco-Kommentar zu den Eckpunkten des Digitalhaushalts der Bundesregierung
- VDE-Plädoyer für hocheffiziente Rechenzentren zur Stärkung der Digitalindustrie in Deutschland
- Chaos Engineering für die Cyberresilienz: Wie KI kontrollierte Belastungsproben digitaler Systeme ermöglicht
- Ransomware-Hotspot: Deutschland als Top-Ziel für Erpresser
Aktuelles, Branche, Studien - Mai 1, 2026 0:34 - noch keine Kommentare
World Password Day 2026: ESET-Empfehlung zur MFA-Nutzung für zentrale Zugänge zu Netzwerken und Konten
weitere Beiträge in Branche
- Einloggen statt Einbruch: Warnung vor cyberkriminellem Trend
- Chaos Engineering für die Cyberresilienz: Wie KI kontrollierte Belastungsproben digitaler Systeme ermöglicht
- FTAPI gibt CRA-Tipps für KMU: Cyber Resilience Act oft ein Buch mit 7 Siegeln
- Sicherheitsmanagement der Digitalen Angriffsfläche: Ganzheitliche Transparenz und kontinuierliche Kontrolle
- BMDS-Zwischenbilanz: Digitalministerium hat nach einem Jahr viel erreicht – und weiterhin noch viel zu tun
Aktuelles, A, Experten, Service, Wichtige Adressen - Jan. 13, 2026 1:08 - noch keine Kommentare
Registrierung bei ELEFAND: Krisen- und Katastrophenvorsorge bei Auslandsaufenthalten
weitere Beiträge in Service
- DigiCert-Umfrage: Manuelle Zertifikatsprozesse führen zu Ausfällen, Compliance-Fehlern und hohen Verlusten im Unternehmen
- Threat Hunting: Bedeutung und Wertschätzung steigt
- Umfrage: 71 Prozent der IT-Entscheidungsträger besorgt über Mehrfachnutzung von Passwörtern
- Fast die Hälfte der Unternehmen ohne geeignete Sicherheitsrichtlinien für Remote-Arbeit
- Umfrage: Bedeutung der Konsolidierung von IT-Sicherheitslösungen



Kommentieren