Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von dp am Samstag, September 6, 2025 0:45 - noch keine Kommentare
E-Mail Threat Landscape Report: Zunahme dynamischer Phishing-Angriffe auf Unternehmen
Der vorliegende Bericht zeigt ganz klar auf, dass E-Mails ein Haupteinfallstor für Cyberangriffe bleiben – dabei setzen Cyberkriminelle verstärkt auf Quishing
[datensicherheit.de, 06.09.2025] Trend Micro bietet mit seinem neuesten „E-Mail Threat Landscape Report“ eine Analyse aktueller Veränderungen in der Cyberbedrohungslandschaft. Der vorliegende Bericht zeigt demnach ganz klar auf, dass E-Mails ein Haupteinfallstor für Cyberangriffe bleiben. Dabei setzten Cyberkriminelle zum Stehlen von Anmeldedaten verstärkt auf QRC-basiertes Phishing, sogenanntes Quishing. Unternehmen sollten diese Entwicklungen im Blick behalten und ihre Schutzmaßnahmen entsprechend anpassen.

Foto: Trend Micro
Richard Werner: Die E-Mail bleibt das wichtigste Kommunikationsmittel in Unternehmen und damit auch das am häufigsten genutzte Einfallstor für Bedrohungsakteure
Bedrohungsvolumen unterstreicht Notwendigkeit proaktiver E-Mail-Sicherheit
Im vergangenen Jahr – 2024 – haben demnach Sicherheitslösungen von Trend Micro ca. 57,3 Millionen hochriskanter E-Mail-Bedrohungen in „cloud“-basierten Kommunikationslösungen wie „Microsoft 365“ und „Google Workspace“ erkannt und blockiert.
- Im Jahr 2023 seien es noch etwa 45 Millionen gewesen. „Das stellt einen Anstieg um knapp 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr dar, den die Sicherheitsexperten sowohl auf eine verbesserte Erkennung, unter anderem durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz, als auch auf weiterentwickelte Angreiferstrategien zurückführen.“
Das hohe Bedrohungsvolumen unterstreiche indes die Notwendigkeit einer proaktiven E-Mail-Sicherheit, um auch ausgefeilten Bedrohungen einen Schritt voraus zu sein.
E-Mails als Vehikel für Malware bzw. Ransomware
Die Telemetriedaten zeigten außerdem, dass per E-Mail verbreitete Malware weiterhin eine große Gefahr darstelle. „Die Erkennungszahlen bekannter Malware stiegen im Jahresvergleich um 47 Prozent, während bislang unbekannte Malware um 39 Prozent zurückging.“
- Dies deute darauf hin, dass Cyberkriminelle zunehmend auf bewährte Malware-Familien zurückgriffen und gleichzeitig standardisierte, auf Untergrundmärkten erhältliche „Cybercrime-Tools“ nutzten. Zudem spiegelten die Zahlen Fortschritte bei der Erkennung wider, welche eine schnellere Klassifizierung und Eindämmung von Bedrohungen ermöglichten.
„Die Ransomware-Aktivität stabilisierte sich im vergangenen Jahr auf hohem Niveau mit 63.278 Erkennungen im Vergleich zu 63.449 im Vorjahr.“ Gleichzeitig verlagerten die Bedrohungsakteure ihren Fokus von groß angelegten Ransomware-Kampagnen hin zu gezielten Angriffen mit hohem Risiko für ihre Opfer. Unternehmen sollten deshalb in mehrstufige Abwehrsysteme, sichere Backups und Fähigkeiten zur Bewältigung solcher Vorfälle investieren.
QRC in E-Mail-Anhängen als Köder für Quishing
„Während sich 2023 noch ein Rückgang beim Phishing abzeichnete, zeigen die Ergebnisse für 2024 einen Anstieg der gesamten Phishing-Vorfälle um 31 Prozent.“ Für „Credential Phishing“, also den Diebstahl von Anmeldedaten, sei ein noch stärkerer Anstieg von 36 Prozent zu verzeichnen.
- Eine wachsende Bedrohung stellen laut Trend Micro eben auch QRC-basierte Phishing-Angriffe („Quishing“) dar. Dazu werden QR-Codes (QRC) in E-Mail-Anhänge oder Nachrichten eingebettet, getarnt als legitime Benachrichtigungen, wie z.B. Aufforderungen zur Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) oder Warnungen zur Freigabe von Dokumenten. „Wenn diese Codes gescannt werden, leiten sie die Benutzer auf bösartige Websites um und versuchen so, die herkömmlichen Sicherheitsfilter auf PCs und Laptops zu umgehen.“
Insgesamt unterstrichen diese Trends die dringende Notwendigkeit für Unternehmen, ihre Abwehrmaßnahmen zu verstärken – insbesondere bei der Spam-Filterung, dem Schutz von Anmeldedaten und dem Einsatz von KI-gestützten „Tools“ zur Erkennung neuer Phishing-Methoden.
Zunahme von „Business E-Mail Compromise“ (BEC)
Die Fälle von „Business E-Mail Compromise“ (BEC) hätten im letzten Jahr um 13 Prozent zugenommen, während die KI-gestützte Erkennung von Betrugsfällen durch Analyse der Urheberschaft sogar um 77 Prozent angestiegen sei. „Das ist auf eine weitere Verbesserung von ,Trend Micros Writing Style DNA’-Technologie zurückzuführen. Diese kann verdächtige Nachrichten identifizieren, indem sie deren Schreibstil mit KI-generierten historischen Profilen von hochrangigen Führungskräften vergleicht.“
- Richard Werner, „Security Advisor“ bei Trend Micro, kommentiert: „Die E-Mail bleibt das wichtigste Kommunikationsmittel in Unternehmen und damit auch das am häufigsten genutzte Einfallstor für Bedrohungsakteure. Trotz verbesserter Erkennung und Analyse müssen sich Unternehmen weiterhin proaktiv mit diesen Bedrohungen auseinandersetzten. Denn Cyberkriminelle entwickeln zunehmend ausgeklügelte und dynamische Methoden, um Unternehmensnetzwerke zu infiltrieren.“
Werner legt nahe: „Um dieses Risiko wirksam zu minimieren, sollten Unternehmen auf einen einheitlichen und mehrschichtigen Plattform-Ansatz setzen, der Informationen aus verschiedenen Bereichen der IT-Infrastruktur konsolidiert und ein komplettes Paket aus ,Detection & Response’ und Gegenmaßnahmen bietet.“
Weitere Informationen zum Thema:
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