Aktuelles, Branche - geschrieben von dp am Donnerstag, November 21, 2024 20:58 - noch keine Kommentare
Gelsemium-Hacker: ESET warnt vor neuen Linux-Backdoors
Hacker greifen „Linux“-Server in Südostasien an: Schadprogramme „WolfsBane“ und „FireWood“ dienen der Cyber-Spionage
[datensicherheit.de, 21.11.2024] ESET-Forscher haben nach eigenen Angaben zwei neue sogenannte Backdoors in „Linux“ entdeckt, „die wahrscheinlich von der china-nahen Hacker-Gruppe ,Gelsemium’ stammen“. Die Entdeckung sei nach der Analyse von Archiven erfolgt, welche im Jahr 2023 auf Googles Online-Dienst „Virus Total“ hochgeladen worden seien. „Die Dateien wurden von Servern in Taiwan, den Philippinen und Singapur eingespeist, was auf Vorfälle in diesen Regionen hindeutet.“ Die Schadprogramme mit den Namen „WolfsBane“ und „FireWood“ dienten der Cyber-Spionage, indem sie sensible Daten wie Systeminformationen, Anmeldedaten und Dateien unbemerkt sammelten.

Abbildung: ESET
„Linux“ im Visier: Ausführungsprozess von „WolfsBane“ lt. ESET-Erkentnnissen
Cyber-Kriminelle erwägen neue Angriffsmöglichkeiten und attackieren „Linux“
Während „Wolfsbane“ sich zweifellos „Gelsemium“ zuordnen lasse, könne ESET „FireWood“ allerdings nicht gesichert dieser Gruppe zuschreiben, da die Beweise für eine direkte Verbindung nicht eindeutig seien. „Professionelle Hacker fokussieren sich stärker auf ,Linux’-Systeme – das ist eine besorgniserregende Entwicklung“, betont ESET-Forscher Viktor Šperka, welcher diese Analysen durchgeführt habe.
Šperka führt hierzu aus: „Der Grund dafür sind vor allem verbesserte Sicherheitslösungen für ,Windows’-Systeme und die Deaktivierung von VBA-Makros. Dies führt dazu, dass Cyber-Kriminelle neue Angriffsmöglichkeiten abwägen. ,Linux’ rückt dabei immer stärker in den Fokus.“
„Linux“ gerät verstärkt ins Fadenkreuz bei Cyber-Angriffen
Die Analysen enthüllten demnach die ausgefeilte Technik der beiden Backdoors: „WolfsBane“ sei eine „Linux“-Version der bekannten „Windows“-Schadsoftware „Gelsevirine“ und nutze Rootkits, um ihre Aktivitäten zu verschleiern. Ein sogenanntes Rootkit sei eine Schadsoftware, welche es Cyber-Kriminellen ermögliche, sich unbemerkt Zugang zu Computern zu verschaffen und deren Daten zu infiltrieren.
„FireWood“ hingegen zeige Verbindungen zu einer älteren, aber ständig weiterentwickelten Backdoor namens „Project Wood“, welche ebenfalls von „Gelsemium“ genutzt worden sei. „Die Forscher konnten die Spuren der Schadsoftware bis ins Jahr 2005 zurückverfolgen.“ Beide Backdoors seien so konzipiert worden, dass sie unbemerkt blieben und eine langfristige Kontrolle über kompromittierte Systeme ermöglichten.
Entdeckung zeigt, wie wichtig umfassender Schutz auch für „Linux“-Systeme ist
„ESET entdeckte die bösartige Software in Archiven, die von Taiwan, den Philippinen und Singapur auf ,Virus Total’ hochgeladen wurden.“ Dies deute darauf hin, dass die Proben im Rahmen von Vorfällen auf einem kompromittierten Server entdeckt worden sei. „Die betroffenen Systeme waren vorwiegend ,Linux’-Server, die Hacker vermutlich durch Sicherheitslücken in Webanwendungen erfolgreich angreifen konnten.“ Die Archive hätten auch mehrere Werkzeuge enthalten, die einem Angreifer die Fernsteuerung kompromittierter Server ermöglichten.
Die Entdeckung dieser neuen Werkzeuge zeige, „wie wichtig ein umfassender Schutz für ,Linux’-Systeme geworden ist“. Unternehmen und Behörden sollten ihre Sicherheitsmaßnahmen überdenken und verstärkt auf Sicherheitsupdates, Intrusion-Detection-Systeme und regelmäßige Sicherheitsaudits setzen.
Weitere Informationen zum Thema:
welivesecurity by eset, Viktor Šperka, 21.11.2024
ESET Research / Unveiling WolfsBane: Gelsemium’s Linux counterpart to Gelsevirine / ESET researchers analyzed previously unknown Linux backdoors that are connected to known Windows malware used by the China-aligned Gelsemium group, and to Project Wood
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