Aktuelles, Experten - geschrieben von dp am Montag, Juni 8, 2026 0:09 - noch keine Kommentare
Silicon Saxony begrüßt EU Chips Act 2.0 – fordert indes industrielle Substanz in Berlin, München und Dresden
Silicon Saxony – mit über 700 Mitgliedern größter und mit dem „Cluster Management Excellence Label GOLD“ ausgezeichneter Halbleiter-Cluster Europas – kommentiert Vorlage der Europäischen Kommission und präzisiert Forderungen
[datensicherheit.de, 08.06.2026] Silicon Saxony, nach eigenen Angaben Europas größtes Halbleiter-Cluster, begrüßt die Erweiterung des Förderrahmens sowie das „Flagship“-Projekt für fortschrittliche Fertigung und die „Buy European“-Komponente im öffentlichen Beschaffungswesen und fordert eine kohärente deutsche Halbleiterstrategie sowie eine substanzielle Mittelausstattung im „MFR 2028–2034“. Die am 3. Juni 2026 von der Europäischen Kommission vorgelegte Verordnung zum „EU Chips Act 2.0“ enthält aus Sicht von Silicon Saxony, „dem mit über 700 Mitgliedern größten und mit dem ,Cluster Management Excellence Label GOLD’ zertifizierten Halbleiter-Cluster Europas“, mehrere strategisch richtige Weichenstellungen. Zugleich hänge die industriepolitische Substanz dieses Vorschlags am Ergebnis der Verhandlungen zum mehrjährigen Finanzrahmen 2028–2034 und damit am politischen Willen der Mitgliedstaaten, allen voran Deutschlands.
Foto: © Silicon Saxony e.V.
Frank Bösenberg: Wir sehen den Vorschlag als Beleg dafür, dass man in Europa von den Erfahrungen aus Sachsen gelernt hat, und stehen gern für einen Austausch zu diesem Thema zur Verfügung
Ambition mit bereits vorhandenen Projekten auf europäischer und deutscher Ebene synchronisieren
„Mit der Erweiterung des ,First-of-a-Kind’-Rahmens auf Spezialmaterialien, Fertigungsanlagen, Leiterplatten, fortschrittliche Verpackung und fertigungsorientiertes Chip-Design wird genau jene Wertschöpfungstiefe in den Förderhorizont gerückt, die Sachsen in den vergangenen drei Jahrzehnten aufgebaut hat“, kommentiert Frank Bösenberg, Geschäftsführer von Silicon Saxony.
- Er betont: „Das ist die richtige industriepolitische Antwort auf das, was die europäische Halbleiterindustrie konsistent eingefordert hat.“
Mit den formulierten Ambitionen für Speicherchips zeichne der „Chips Act 2.0“ somit insgesamt „einen deutlich ganzheitlicheren Ansatz“ als in der Vergangenheit. Es sei nun von entscheidender Bedeutung, die formulierte Ambition mit den bereits vorhandenen Projekten auf europäischer und deutscher Ebene, welche einer Bewilligung entgegensehen, zu synchronisieren.
Insbesondere bei europäischen KI-Gigafactories Versorgungssicherheitserklärung konsequent anwenden
Ebenfalls ausdrücklich begrüßt Silicon Saxony die neuen Bestimmungen zum öffentlichen Beschaffungswesen (Artikel 30 bis 32), welche demnach für kritische Infrastrukturen eine Versorgungssicherheitserklärung mit nachweisbarem Anteil inländischer Unternehmen und eine Strategie zur doppelten Beschaffung vorsehen.
- „Das ist die überfällige Antwort auf die strategische Frage, wie europäische Halbleiter ,Demand-Pull’ bekommen. Wir erwarten, dass insbesondere bei den geplanten europäischen KI-Gigafactories die Versorgungssicherheitserklärung konsequent angewandt wird.“
Außerdem wird die Idee der „Europäischen Exzellenzregionen für Halbleiter“ begrüßt. „Wir sehen den Vorschlag als Beleg dafür, dass man in Europa von den Erfahrungen aus Sachsen gelernt hat, und stehen gern für einen Austausch zu diesem Thema zur Verfügung. Denn als europäisches Halbleiter-Cluster mit der ,Gold’-Zertifizierung der ,European Secretariat for Cluster Analysis’ sowie mit der größten Mitgliederbasis Europas verfügen wir über die institutionelle Grundlage, die dieses Label für weitere Regionen voraussetzt. Nicht zuletzt war und ist die ,Gold’-Zertifizierung ein zentraler Erfolgsfaktor für die Internationalisierung und Sichtbarkeit von Silicon Saxony als Hightech-Region in Europa!“
Halbleiterindustrie muss mit ihrer geopolitischen Bedeutung korrespondierende haushaltspolitische Priorität erhalten
Kritisch bewertet Silicon Saxony, dass dem „EU Chips Act 2.0“ eine unmittelbare fiskalische Hinterlegung fehlt: „Die Größenordnung zur Finanzierung der Vorhaben wird sich in den Verhandlungen zum nächsten mehrjährigen Finanzrahmen entscheiden. Hier erwarten wir, dass die Bundesregierung der Halbleiterindustrie jene haushaltspolitische Priorität einräumt, die ihrer geopolitischen Bedeutung entspricht“, so Bösenberg.
- Silicon Saxony unterstütze die Forderung der European Semiconductor Industry Association (ESIA) nach einer eigenständigen Halbleiter-Budgetlinie von mindestens 20 Milliarden Euro im Europäischen Wettbewerbsfonds.
Die nächste Aufgabe sieht Silicon Saxony in der Synchronisation des „Chips Act 2.0“ mit der bestehenden deutschen Halbleiterstrategie: „Brüssel hat die Architektur gestellt. Die industrielle Substanz muss jetzt in Berlin, München und Dresden entstehen. Wir werden den strukturierten Dialog mit den Bundeswirtschaftsministerien, der Sächsischen Staatsregierung, unseren Mitgliedern sowie unseren europäischen Silicon Europe-Partnern aktiv vorantreiben“, unterstreicht Bösenberg abschließend.
Weitere Informationen zum Thema:
SILICON SAXONY
THE HIGH-TECH NETWORK
SILICON SAXONY
Silicon Saxony Team / Managing Director Frank Bösenberg
European Commission, 03.06.2026
Proposal for the Chips Act 2.0
esca European Secretariat for Cluster Analysis
ECEI Gold Label
ESIA EUROPEAN SEMICONDUCTOR INDUSTRY ASSOCIATION
Welcome to ESIA
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