Branche, Studien - geschrieben von dp am Samstag, August 30, 2025 0:59 - noch keine Kommentare
Task Scams: Trend Micro warnt vor digitalem Job-Betrug
Aktuelle Forschungsergebnisse von Trend Micro künden von einer globalen Schattenindustrie mit „gamifizierten“ Betrugsplattformen, Fake-Websites und Missbrauch von „Krypto-Währungen“
[datensicherheit.de, 30.08.2025] Trend Micro hat aktuelle Forschungsergebnisse veröffentlicht, welche demnach Mechanismen und das Ausmaß eines rasant wachsenden Betrugsmodells aufdecken – sogenannte Task Scams. Dabei handelt es sich um ausgeklügelte Online-Jobbetrügereien, welche Opfer mit scheinbar harmlosen digitalen Aufgaben anlocken und sie durch immer neue finanzielle Forderungen systematisch um ihr Geld bringen sollen.

Foto: Trend Micro
Robert McArdle: „Task Scams“ gehören inzwischen für Einzelpersonen zu den finanziell und psychologisch schädlichsten Bedrohungen durch Cyberkriminalität
Opfer sollen einfache Aufgaben, wie „Liken“ und Abonnieren von Social-Media-Seiten übernehmen
„Die neue Studie von Trend Micro deckt eine weit verzweigte, globale kriminelle Infrastruktur auf, die seriöse Unternehmen imitiert, vertrauenswürdige Kommunikationskanäle ausnutzt und Arbeitssuchende mit ,Gamification’-Elementen in die Falle lockt.“
- Die Opfer übernähmen dabei einfache Aufgaben, wie beispielsweise das „Liken“ und Abonnieren von Social-Media-Seiten oder das Verfassen von Produktbewertungen, welche in Gruppen von typischerweise 30 bis 40 Aufgaben auf einmal erledigt würden.
Viele Opfer berichteten, dass sie dafür anfangs kleine Provisionen erhielten, um Vertrauen aufzubauen. Anschließend müssten sie jedoch immer höhere Einzahlungen vornehmen, um vermeintlich lukrativere Aufträge zu erhalten. Dies gehe so lange, bis die Opfer keine neuen Zahlungen mehr tätigten und die eingezahlten Summen sowie den vermeintlichen Arbeitslohn verlören.
Erkenntnisse von Trend Micro auf Basis direkter Interaktionen mit Betrügern…
Laut den Sicherheitsforschern transferieren die Täter dabei Beträge in Millionenhöhe über „Krypto-Währungs-Wallets“, während die Opfer zwischen einigen hundert bis hin zu Hunderttausenden von Euro verlören. „In einem Fall erhielt ein einziges ,Wallet’ innerhalb von weniger als zwei Monaten Zahlungen von über 160.000 Euro (187.000 USD). Ein anderes Wallet wurde mit Transaktionen in Höhe von mehr als einer Million Euro (1,2 Mio. USD) in Verbindung gebracht.“
Der Bericht basiere auf direkten Interaktionen mit Betrügern, Infrastruktur-Mappings bösartiger Webseiten sowie forensischen Analysen zugehöriger „Krypto-Währungs-Wallets“ und zeige zentrale Vorgehensweisen dieser „Task Scammer“:
- Imitation realer Unternehmen
– darunter Personalvermittler und Digitalagenturen - „Gamifizierte“ Betrugsplattformen
– mit VIP-Stufen, Belohnungsserien und Anreizsystemen - Weit verbreiteter Einsatz von SMS, „WhatsApp“, „Telegram“ und gefälschten Webseiten
– zur Schaffung von Glaubwürdigkeit - Domain-Registrierungen über berüchtigte Registrar-Dienste
– mit Hunderten identifizierter „Lookalike“-Domains - „Krypto-Währungs-Zahlungen“, die Geldflüsse verschleiern
– und internationale Geldwäsche begünstigten
Weltweite Trend-Micro-Studie mit über 6.500 Verbrauchern
Betroffene hätten von einer hohen emotionalen Belastung, und Verhaltensmustern berichtet, welche an Spielsucht erinnerten. In einigen Fällen stünden „Task Scams“ auch in Verbindung mit größeren kriminellen Strukturen, die Zwangsarbeit in „Scam“-Betrieben und Menschenhandel in Südostasien umfassten.
- „,Task Scams’ gehören inzwischen zu den finanziell und psychologisch schädlichsten Bedrohungen durch Cyberkriminalität, mit denen Einzelpersonen heute konfrontiert sind“, kommentiert Robert McArdle, „Director of Forward Looking Threat Research“ bei Trend Micro. Er führt hierzu aus: „Die dahinterliegende Infrastruktur – von Domain-Registraren bis hin zu SMS-Versanddiensten – erfordert sofortige Aufmerksamkeit. Unternehmen können das Risiko verringern, indem sie ihre Rekrutierungspraktiken transparent gestalten und Jobsuchende darin schulen, wie sie legitime Kommunikation erkennen können.“
Solche modernen Betrugsmethoden seien hochgradig zielgerichtet und darauf ausgelegt, unentdeckt zu bleiben. In einer aktuellen weltweiten Trend-Micro-Studie mit über 6.500 Verbrauchern hätten 39 Prozent der Befragten angegeben, „dass sie erst dann bemerkten, Opfer eines Betrugs geworden zu sein, nachdem sie bereits eine erhebliche Geldsumme verloren hatten“.
Trend Micro bietet Nutzern zur Abwehr „ScamCheck“ und „Scam Radar“ an
Mit „Trend Micro ScamCheck“ und „Scam Radar“ könnten Nutzer frühzeitig erkennen, wenn sie von Betrügern ins Visier genommen werden.
- „Scam Radar“ sei branchenweit einzigartig und biete Echtzeitschutz, indem es die von Cyberkriminellen eingesetzten Betrugsmethoden in dem Moment identifiziere, in dem sie stattfinden. So würden Nutzer sofort gewarnt und könnten Gegenmaßnahmen ergreifen, bevor Schaden entsteht.
Die aktuelle Version von „Trend Micro ScamCheck“ sei im „Apple App Store“ und bei „Google Play“ verfügbar.
Weitere Informationen zum Thema:
TREND MICRO, Christoper Boyton & Mayra Rosario Fuentes, 19.08.2025
Unmasking Task Scams to Prevent Financial Fallout From Fraud / This report exposes the life cycle and tactics of task scams by presenting real-world cases as well as strategies to help identify and avoid these threats
TREND MICRO
Trend Micro ScamCheck / Intelligenterer Schutz vor Betrug / Ihre KI-gestützte Abwehr gegen Betrug
TREND MICRO, 26.06.2025
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Robert McArdle
I’m a Director in Trend Micro’s Forward Looking Threat Research (FTR) and Adversary Intelligence and Monitoring (AIM) teams…
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How We Can Help You / Cryptocurrency Job Scams
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