Aktuelles, Experten, Veranstaltungen - geschrieben von dp am Dienstag, Februar 5, 2013 23:11 - noch keine Kommentare
TOP SECRET: Internationale Tagung zu Geheimschriften und über versteckte Post
Kooperationsveranstaltung des Forschungszentrums Gotha der Universität Erfurt mit der Kollegforschergruppe „Religiöse Individualisierung in historischer Perspektive“
[datensicherheit.de, 05.02.2013] Das Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt veranstaltet in Kooperation mit der Kollegforschergruppe „Religiöse Individualisierung in historischer Perspektive“ vom 14. bis 16. Februar 2013 im Konferenzsaal der Forschungsbibliothek eine internationale Tagung zum Thema „Geheime Post. Kryptologie und Steganographie der diplomatischen Korrespondenz europäischer Höfe während der Frühen Neuzeit“.
17 renommierte Forscher aus ganz Europa finden dabei auf Schloss Friedenstein zum wissenschaftlichen Austausch zusammen, darunter Verfasser von bekannten Handbüchern zur Kryptologiegeschichte wie Karl de Leeuw (Amsterdam) und ds- Autor Klaus Schmeh (Gelsenkirchen), der Chiffriermaschinen-Sammler Filippo Sinagra (Venedig), der langjährige Direktor des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs Wien, Leopold Auer oder der Chefkonservator des Mathematisch-Physikalischen Salons in Dresden, Michael Korey.
Neben erfahrenen Experten zur Geschichte der Geheimschriften sind auch viele Nachwuchsforscher vertreten, die über Chiffren und geheimen Brieftransport der diplomatischen europäischen Post berichten. Das geographische Koordinatensystem der Tagung reicht von Istanbul bis Jülich, von London bis in die Schweiz, von Gotha bis Schweden, von Dresden bis in die Lombardei. Die Notwendigkeit der Geheimhaltung soll ebenso diskutiert werden wie die Möglichkeiten der Postspionage in der Frühen Neuzeit.
Sie stellten beide Seiten der Geheimschriften ins Zentrum der Tagung – die Geheimsekretäre und ihre Auftraggeber wie auch diejenigen, denen die Geheimhaltung gegolten habe, erklärt Dr. Anne-Simone Rous vom Forschungszentrum Gotha. Den Problemen, geheime Quellen zu erforschen, stünden faszinierende Forschungsperspektiven gegenüber – ein schwedisches Projekt werde vorgestellt, das moderne Computertechnologie entwickelt, um chiffrierte Texte zu entschlüsseln und so der Gegenwart 300 Jahre nach der mühsamen Verschlüsselung die verborgenen Inhalte endlich zugänglich zu machen.
Die Veranstalter erwarten eine spannende und aufregende Reise in die Geschichte der Geheimschriften – am 14. Februar 2013 beispielsweise wird um 20 Uhr der Sprachwissenschaftler Gerhard F. Strasser in einem öffentlichen Abendvortrag die Geschichte der Kryptologie aufrollen, vom mittelalterlichen Abt Johannes Trithemius bis zu Gottfried Wilhelm Leibnitz. Dabei wird er den Zusammenhang zwischen Chiffren und dem Streben nach einer Universalsprache erklären. Der Eintritt ist frei.
Friderici, Johannes Balthasar: Cryptographia oder Geheime schrifft-, mündl- und würckliche Correspondentz, welche lehrmäßig vorstellet eine hochschätzbare Kunst verborgene Schrifften zu machen und auffzulösen, Hamburg 1684
Die Forschungsbibliothek als Veranstaltungsort könnte nicht besser gewählt sein, lagern dort doch seltene Drucke und Handschriften zur Geschichte der Geheimschriften. Das Forschungszentrum ist bereits durch mehrere Funde seltener Quellen in Erscheinung getreten und hat mit seinem Schwerpunkt „Untergrundforschung“ überregionale Bedeutung erlangt.
Weitere Informationen zum Thema:
Universität Erfurt
Tagung / Geheime Post. Kryptologie und Steganographie der diplomatischen Korrespondenz europäischer Höfe während der Frühen Neuzeit
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