Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von am Freitag, Februar 24, 2017 18:14 - noch keine Kommentare

DDoS-Gefahrenlage: Link11-Report meldet Attacken-Wachstum um 117 Prozent

11.575 Angriffe im 4. Quartal 2016 registriert

[datensicherheit.de, 24.02.2017] Nach Angaben von Link11 zeigt der aktuelle vierteljährliche Bericht zur DDoS-Gefahrenlage in Deutschland, Österreich und der Schweiz (sogenannte DACH-Region), dass aufgrund von 11.575 registrierten Attacken das Link11 Security Operation Center (LSOC) „so häufig wie noch nie“ Unternehmen vor Produktions- und Service-Unterbrechung habe schützen müssen – die Anzahl der DDoS-Attacken habe sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum „exponentiell“ um 117 Prozent erhöht.

126 Attacken pro Tag

Bereits zum fünften Mal hat Link11 den „Link11 DDoS-Report“ mit Zahlen und Fakten über die Entwicklung von DDoS-Attacken in der DACH-Region veröffentlicht. Die Zahl der DDoS-Attacken erreichte dort laut LSOC mit 11.575 Angriffen im 4. Quartal 2016 erneut einen „Rekordwert“, entsprechend ca. 126 Attacken pro Tag. Dabei hätten sich Angreifer am 27. Oktober 2016 mit 405 Attacken an nur einem Tag besonders aktiv gezeigt – der ruhige Gegenpol sei dann der 29. Oktober 2016 mit nur 22 Angriffen gewesen.

DDoS-Angriffe tages- und uhrzeitabhängig

DDoS-Angreifer konzentrierten ihre Aktivitäten auf bestimmte Wochentage: Während Analysen für das 2. Quartal 2016 ein „DDoS-Hoch“ am Wochenende nachgewiesen hätten, zeigten die aktuellen Zahlen besonders viele Attacken von Montag bis einschließlich Donnerstag; der Sonnabend sei hingegen der ruhigste DDoS-Tag der Woche.
Im 4. Quartal seien dabei die Angriffsaktivitäten in der zweiten Tageshälfte auffällig gewesen – bei sechs von zehn Attacken habe der Startpunkt zwischen 16 Uhr und Mitternacht gelegen.

„UDP-Attacken“ an der Spitze

Der Trend zu „UDP-Attacken“ unter Nutzung des „User Datagram Protocol“ halte an. So habe das LSOC in mehr als jeder zweiten DDoS-Attacke (54,6%) sogenannte UDP-Floods nachweisen können.
Zweithäufigster Typ an DDoS-Attacken seien „TCP SYN Floods“ mit 12,8 Prozent. Diese würden immer häufiger von IoT-Botnetzen durchgeführt. Der Strategiewechsel der Angreifer weg von Botnetzen aus Privatrechnern und Firmenserver hin zu smarten Haushaltsgeräten (IoT) sei offensichtlich.
Doch auch „Reflection-Amplification-Attacken“ gehörten weiterhin zum Standard-Repertoire der DDoS-Angreifer.

Unsicherheit der IoT-Geräte nicht kurzfristig zu beheben

„Weil regulatorische Auflagen für Hersteller fehlen, wird sich kurzfristig nichts an der Unsicherheit der IoT-Geräte ändern. Das Volumen der DDoS-Attacken durch IoT-Botnetze wird daher vermutlich ansteigen und mittel- wenn nicht sogar langfristig ein hohes Gefahrenpotenzial bergen“, warnt LSOC-Leiter Onur Cengiz. Unternehmen sollten sich aber bewusstmachen, dass es neben dem Missbrauch von IoT-Geräten noch zahlreiche andere DDoS-Angriffstechniken gebe, die genauso gefährlich seien. Cengiz: „Bevor DDoS-Angreifer das Heer von IoT-Geräten entdeckten, begannen sie vor drei Jahren offene NTP- und DNS-Server für ihre Zwecke einzuspannen.“ Großvolumige „Reflection-Amplification-Attacken“ über Zeit- und Name-Server stellten immer noch ein „großes Risiko für unzureichend geschützte Unternehmen“ dar.

Beispiel: „Analyse einer DDoS-Attacke mit 7 Angriffsvektoren, die bei 33 Minuten Dauer über 14 Gbps erreichte.“

Abbildung: Link11.com

Beispiel: „Analyse einer DDoS-Attacke mit 7 Angriffsvektoren, die bei 33 Minuten Dauer über 14 Gbps erreichte.“

Täter verwenden meistens drei Angriffstechniken

Das LSOC hat nach eigenen Angaben außerdem festgestellt, dass bei jeder dritten Attacke (35,3%) die Angreifer auf mindestens zwei Vektoren setzen.
Die Täter verwendeten meistens drei Angriffstechniken (zuletzt 54,7%, im dritten Quartal 2016 69%). Das LSOC habe im 4. Quartal 2016 ganze 111 Attacken unter Einsatz von sogar fünf Vektoren registriert. Immer noch 35 Angriffe hätten mit sechs verschiedenen Techniken gearbeitet – die maximale Vektorenzahl bei insgesamt sechs Attacken habe im vierten Quartal 2016 bei sieben gelegen.

Weitere Informationen zum Thema:

LINK11
DDoS-Statistiken und Analysen für die DACH-Region



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