Aktuelles, Branche - geschrieben von dp am Sonntag, April 1, 2012 21:39 - noch keine Kommentare
Eugene Kaspersky: EU-Pläne zur Bekämpfung von Cyber-Kriminalität zu begrüßen
Mitbegründer von KASPERSKY lab sieht das Internet am Übergang zur Regulierungsphase
[datensicherheit.de, 01.04.2012] In der vergangenen Woche hat die Europäische Union (EU) die Bildung eines Einsatzzentrums gegen Cyber-Kriminalität angekündigt. Eugene Kaspersky, „CEO“ und Mitgründer von KASPERSKY lab, begrüßt diesen politischen Vorstoß der Europäischen Union – diese Initiative sei ein elementarer Baustein bei der Bekämpfung von Cyber-Kriminalität, der seit Jahren fehle, obwohl unser Leben immer mobiler, vernetzter und digitaler werde. Im Kampf gegen das internationale Cyber-Verbrechen nehmen nach Meinung von Kaspersky derzeit zwei Organisationen eine Führungsrolle ein – die ATU (Action Against Terrorism Unit), eine Abteilung der Vereinten Nationen, und Interpol, die die Eröffnung eines Büros der Abteilung „Cyber Interpol“ in Singapur im Jahr 2014 planen.
Man habe aktuell die dritte Phase bei der Entwicklung des Internets erreicht, die Stufe der „Regulierung“. Begonnen habe alles mit der Zeit der „Innovationen“, die dann vom Zeitalter der „Zwischenfälle“ abgelöst worden sei, erläutert Kaspersky. Natürlich sei man aktuell noch im Bereich der „Zwischenfälle“; allerdings beschäftige sie auch zunehmend das Thema Internetregulierung, auch wenn sie sich noch in den Anfängen befänden. Viele Länder hätten bereits CERT-Abteilungen (Computer Emergency Response Teams) und Gesetze gegen Cyber-Kriminalität eingeführt. Allerdings fehle es vielen Gesetzesinitiativen an Geldmitteln und Ressourcen.
Laut Kaspersky könne der Kampf gegen Cyber-Kriminalität heutzutage allerdings nicht mehr über einzelne Einheiten geführt werden – diese sei nicht an geographische Grenzen gebunden. Dies bedeute, dass Angreifer ihre Opfer von überall auf der Welt attackieren könnten. Im Gegenzug könnten politische Behörden juristisch nur begrenzt handeln und daher keine grenzüberschreitenden Untersuchungen einleiten – daher sollten sie mit ihren Kollegen aus anderen Ländern zusammenarbeiten können.
KASPERSKY lab kooperiert bereits mit der Organisation IMPACT (International Multilateral Partnership Against Cyber Threats), dem Exekutiv-Organ im Bereich „Cybersecurity“ der „International Telecommunication Union“ der Vereinten Nationen. Er wisse aus eigener Erfahrung, dass Kooperationen am besten im Kampf gegen Cyber-Kriminalität funktionierten. Mit ihrem technischen Fachwissen könnten sie wichtige Informationen über verbreitete und gefährliche Schadprogramme bieten, die die IMPACT bei ihren aktuellen gesetzlichen Untersuchungen unterstützten. So sei es zum Beispiel möglich gewesen, einen aktuellen Betrugsfall innerhalb von zwei Monaten zu lösen und die Verbrecher dahinter zu enttarnen. Natürlich werde man Cyber-Kriminalität nie zu hundert Prozent eindämmen können. Allerdings erschwerten alle Organisationen und Initiativen gegen Cyber-Kriminalität das Leben der
Kriminellen und erhöhten deren Risiko ertappt zu werden, was er absolut gut heiße, so Kaspersky.
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