Claire Tills von Tenable kommentiert Ransomware-Attacke
[datensicherheit.de, 21.09.2022] Nach Medienberichten über einen Ransomware-Angriff auf Rockstar Games nimmt Claire Tills, „Senior Research Engineer“ bei Tenable, Stellung zu dem Vorfall:

Claire Tills: Angreifer versuchen jede Taktik, um das Opfer unter Druck zu setzen zu zahlen…
Relativ einfache Attacken – keine sehr überzeugende Verbindung zu LAPSUS$
„Es liegen noch nicht genügend Informationen vor, um den Schluss zu ziehen, dass ,LAPSUS$‘ hinter dem Leak bei Rockstar Games steckt. Die Angriffe, die mit ,LAPSUS$‘ in Verbindung gebracht werden, und der Vorfall bei Rockstar haben zwar eine gemeinsame Taktik, aber es sind relativ einfache Angriffe, was keine sehr überzeugende Verbindung darstellt“, so Tills.
Die Nachahmung von Taktiken sei unter Angreifern relativ üblich. Nach dem rasanten Aufstieg von „LAPSUS$“ und der plötzlichen Ruhephase hätten Ransomware-Betreiber und Erpresser versucht, ihre Taktik zu imitieren, „weil sie – offen gesagt – funktioniert hat“.
Attacken getrieben von opportunistischem Datendiebstahl und Drohungen
Angreifer konzentrierten sich auf opportunistischen Datendiebstahl und Drohungen, um gestohlene Daten öffentlich zu machen. „Dabei versuchen sie jede Taktik, die sie für notwendig erachten, um das Opfer unter Druck zu setzen, damit es zahlt“, berichtet Tills. Hierzu zählten z.B. die Bedrohung von Kunden, Partnern, Versicherern, Investoren und das Werben um Aufmerksamkeit in den Nachrichten und Sozialen Medien.
Im Fall von Rockstar Games drohe der Angreifer damit, weitere Inhalte von „Grand Theft Auto“ zu veröffentlichen, „was Rockstar angeblich nur verhindern kann, wenn es die Erpresser zahlt“.
Weitere Informationen zum Thema:
The Register, Thomas Claburn, 19.09.2022
Grand Theft Auto 6 maker confirms source code, vids stolen in cyber-heist / So is that three or four stars?