Aktuelles, Experten, Veranstaltungen - geschrieben von am Samstag, April 14, 2012 23:00 - noch keine Kommentare

BigBrotherAwards 2012 verliehen: Erstmals neben Tadeln auch lobende Erwähnungen

Die „Cloud“, der Hype der „CeBIT 2012“, ebenfalls mit Negativpreis bedacht

[datensicherheit.de, 14.04.2012] Ein Spielehersteller und Schnüffelchips für Wasser an Schulen sind zu den Gewinnern des Negativpreises für Datenschutz erklärt worden, der am 13. April 2012 in Bielefeld verliehen wurde. Nach Angaben des Veranstalters handelt es sich um die Blizzard Entertainment mit dem Spiel „World of Warcraft“ in der Kategorie Verbraucherschutz und um die Brita GmbH für das Projekt „Schoolwater“ in der Kategorie Wirtschaft. Sozusagen als „Dauerbrenner“ hätten auch zwei Innenminister den Preis bekommen – Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU). In weiteren Kategorien seien die Firma bofrost (Arbeitswelt), die Gamma International (Technik) und ganz abstrakt „die Cloud“ (Kommunikation) ausgezeichnet worden, so der FoeBuD e.V. und liefert die Begründung dieser „Auszeichnungen“:
Die Blizzard Entertainment habe so ziemlich jede einzelne Datenspur der Spieler von „World of Warcraft“ protokolliert – sogar die Art und Weise, wie jemand eine bestimmte Aufgabe gelöst hat. Psychologen könnten daraus ablesen, wer eine militärische Laufbahn einschlagen könnte, wer in der Bankbonität herabgestuft werden sollte, wer über Führungsqualitäten verfügt, wer potenziell spielsüchtig oder wahrscheinlich arbeitslos ist, so Laudator Frans Valenta vom Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FifF).
Das Projekt „Schoolwater“ der Firma Brita GmbH vermarktet Leitungswasser an Schulen – mittels eines RFID-Schnüffelchips werde kontrolliert, wer Wasser zapfen darf und wer nicht und wie oft. Laudator padeluun monierte besonders die Vermarktung von Wasser als Lebensmittel – das in Flaschen gekauft werden müsse – und die mit einer „kleingeistigen Übertechnisierung“ und „Gewöhnung von Kindern an Überwachungstechnik“ einhergehe. padeluun warf die Frage auf, warum die Schülerinnen und Schüler nicht einfach ohne den „ganzen bürokratischen Overhead“ Wasser abzapfen dürften.
Der Hype der „CeBIT 2012“ – die „Cloud“ – hat ebenfalls einen Negativpreis bekommen. Denn seine Daten in einer nebulösen Server-Farm irgendwo auf der Welt abzuspeichern, sei der Alptraum jedes datenbewussten Menschen. Fast alle „Cloud“-Anbieter seien US-amerikanische Firmen – und die seien laut Gesetz verpflichtet, US-Behörden Zugriff auf alle Daten in der „Cloud“ zu geben, auch wenn sich die Rechnerparks auf europäischem Boden befinden. Damit sei die „Cloud“ ein gefährlicher Trend, der die Nutzerinnen und Nutzer gläsern mache.
Zum ersten Mal gab es neben diesen Tadeln auch „Lobende Erwähnungen“, so für den Hessischen Rundfunk, der die Abgabe der ELENA-Daten verweigert habe, und für Thilo Weichert, den Datenschutzbeauftragter von Schleswig-Holstein, für seinen Einsatz gegen facebook.

Weitere Informationen zum Thema:

BigBrotherAwards.de
Die BigBrotherAwards 2012



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