Aktuelles, Branche - geschrieben von am Montag, August 15, 2011 22:09 - noch keine Kommentare

Bitdefender E-Threat Top 10: Adware und Java-Infektoren dominieren Malware-Ranking

Crack-Trojaner als neuer Spitzenreiter im Juli 2011

[datensicherheit.de, 15.08.2011] Die „Top Ten“ der Malware in Deutschland, basierend auf der Analyse des Virenschutzexperten Bitdefender, hat sich in den vergangenen Monaten deutlich verändert:
Zwar hielten sich hartnäckig einige „alte Bekannte“ wie „Conficker“ oder „Autorun.INF“ im Juli-Ranking 2011 der angriffslustigsten Schädlinge, die Mehrheit der Plätze belegten jedoch digitale, Ende 2010 noch nicht gelistete Angreifer.

Abbildung: Bitdefender GmbH, Holzwickede

Abbildung: Bitdefender GmbH, Holzwickede

„Bitdefender Top 10“ der Malware in Deutschland mit Infektionsrate

Der erst im Januar 2011 eingestiegene E-Threat „Trojan.Crack.I“ belege mittlerweile Platz 1 der „Bitdefender Top 10“ mit einer Infektionsrate von 8,82 Prozent. Dieser Schädling generiert gefälschte Registrationsschlüssel, wodurch er die Nutzung von Security-Software auf Shareware-Basis verhindere. Darüber hinaus greift „Trojan.Crack.I“ Informationen von anderen installierten Applikationen auf dem verseuchten Rechner ab, wie z.B. Bezeichnung, Version, Registrierungsnummern etc. Dazu richtet er einen „Backdoor“-Zugang ein, der Hackern den Fernzugriff auf den kompromittierten Rechner ermöglicht. Seit seinem Neueinstieg im Februar 2011 klettere „Exploit.CVE-2010-1885.C“ kontinuierlich nach oben. Im Juli 2011 habe er Position 2 mit 4,71 Prozent belegt. Dieser E-Threat soll eine Schwachstelle im HCP-Protokoll ausnutzen, das eigentlich für die Übertragung von Hilfe-Dateien im Web verwendet wird – mittels der Sicherheitslücke lädt der Exploit weitere Schadcodes auf das System.
Hartnäckig unter den ersten Zehn der gefährlichsten E-Threats halte sich seit nunmehr fast zwei Jahren „Win32.Worm.Downadup.Gen“, alias „Conficker“, mit einer Infektionsrate von 4,05 Prozent. Dieser Wurm hindert den Besitzer eines verseuchten Rechners daran, auf Windows Update-Webseiten oder die Homepages von Virenschutzherstellern zuzugreifen, um die lokale Security-Software zu aktualisieren – mittlerweile versuche er sogar, gefälschte Antiviren-Software selbstständig herunterzuladen.
Leider sehr erfolgreich agierten weiterhin die Adware-Schädlinge. Platz 4 belege „Gen:Variant.Adware.HotBar.1“ mit 2,39 Prozent Infektionsrate. Diese verseuchte Applikation öffnet Werbung als Pop-Up oder neues Browserfenster. Zwei weitere Adware-Trojaner positionierten sich auf den Rängen 5 und 7 – „Dropped:Adware.Yabector.B“ mit 2,25 Prozent sowie „Adware.Yabector.B“ mit 1,96 Prozent. Ersterer späht sensible Daten des Nutzers aus sowie Informationen zu dessen Kaufverhalten. Sein „Kollege” leitet den PC-Nutzer beim Besuch eines Online-Shops zunächst auf eine Werbeseite und anschließend zu einem Online-Shop weiter.
Die Autorun-Schädlinge „Worm.Autorun.VHG“ mit 2,02 Prozent und „Trojan.AutorunINF.Gen“ mit 1,93 Prozent seien im Juli 2011 auf den Plätzen 6 und 8 gelistet. Das Geschwisterpaar verseuche Wechseldatenträger und verbreite sich via Autorun-Funktion auf zahlreichen fremden Rechnern. Im monatlichen „Bitdefender-Report“ blieben die beiden Malware-Programme Dauergäste, was zeige, dass sich die Anwender immer noch unzureichend vor ihnen schützten, indem sie z.B. die Inhalte ihrer Wechseldatenträger nicht kontrollieren. Als wichtige Schutzmaßnahme empfiehlt sich das Ausschalten der Autorun-Funktion. Die letzten beiden „Top Ten“-Plätze belegten zwei Schädlinge, die quasi zusammenarbeiten. „Java.Trojan.Downloader.OpenConnection.Al.“ mit 1,85 Prozent ist ein bösartiges Java-Applet, das Dateien herunterlädt und sie am Rechner ausführt. Zur Umgehung der Java-Sandbox nutzt es den auf Rang 10 gelisteten „CVE-2010-0840-Exploit“ (1,45 Prozent).



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