Aktuelles, Experten, Gastbeiträge - geschrieben von am Sonntag, November 28, 2010 16:28 - ein Kommentar

CIA-Skulptur Kryptos: Künstler gibt Hinweis, der zur Lösung des Rätsels führen könnte

Auf der Skulptur ist ein verschlüsselter Text angebracht, der auch nach 20 Jahren noch nicht vollständig dechiffriert ist

Von unserem Gastautor Klaus Schmeh

[datensicherheit.de, 28.11.2010] Als die CIA Ende der 1980er-Jahre ein neues Gebäude für ihren Hauptsitz bauen ließ, beauftragte sie den Künstler Jim Sanborn mit der Schaffung einer Skulptur, die am Eingang platziert werden sollte:

Quelle: Jim Sanborn, 1991 [CC-Lizenz [http://en.wikipedia.org/wiki/Jim_Sanborn]]

Quelle: Jim Sanborn, 1991

[CC-Lizenz [http://en.wikipedia.org/wiki/Jim_Sanborn]]

Die linke Hälfte der Skulptur ,,Kryptos“ enthält den verschlüsselten Text. Er ist bisher nicht vollständig dechiffriert.

Sanborn entschied sich für ein Kunstwerk aus versteinertem Holz und vier Kupferplatten, in denen Buchstaben ausgespart wurden. Insgesamt 865 Zeichen davon bildeten einen verschlüsselten Text. Inzwischen weiß man, dass dieser Geheimtext aus vier Teilen besteht, die ohne erkennbare Abtrennung ineinander übergehen. Ein CIA-Mitarbeiter und der auf historische Verschlüsselungen spezialisierte Kryptologe Jim Gillogly knackten die drei ersten Teile unabhängig voneinander schon vor über zehn Jahren. Der vierte Teil wartet dagegen noch auf seine Dechiffrierung. Er lautet wie folgt:

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Tausende von Enthusiasten haben sich inzwischen über das Internet zusammengefunden, um die Lösung der vier Zeilen zu finden. Als führende ,,Kryptos“-Expertin gilt die US-Amerikanerin Elonka Dunin, die eine ausführliche Website zum Thema betreibt.

© Elonka Dunin

© Elonka Dunin

Elonka Dunin ist die weltweit führende ,,Kryptos“-Expertin. Sie weiß alles über die Skulptur – außer der Lösung des noch unentschlüsselten Textteils.

Doch weder sie noch ihre Mitstreiter konnten bisher den entscheidenden Erfolg vermelden. Vor einigen Tagen versetzte ,,Kryptos“-Schöpfer Sanborn die zahlreichen Codeknacker um Elonka Dunin in Aufregung. Über die New York Times gab er einen Tipp, der die Dechiffrierung etwas einfacher machen dürfte. Die sechs Buchstaben NYPVTT (am Ende der dritten und am Anfang der vierten Reihe), so gab Sanborn bekannt, stehen für BERLIN.
Eine Anfrage von datensicherheit.de bei Dunin ergab, dass einige ihrer Codeknacker-Kameraden bereits eine erste Entdeckung gemacht haben: Bei Anwendung eines bestimmten Verschlüsselungsverfahrens mit einem der beiden Codewörter BINARY oder SHIFTED ergibt sich das Wort BERLIN genau an der richtigen Stelle. Zu weiteren Erkenntnissen hat dies jedoch bisher nicht geführt.

© Klaus Schmeh

© Klaus Schmeh

Jim Sanborn (links), der Schöpfer von ,,Kryptos“, mit dem Autor dieses Artikels bei einem Treffen im Jahr 2009.

Klaus Schmeh ist Autor des Buchs „Codeknacker gegen Codemacher“, in dem auch „Kryptos“ behandelt wird. Schmeh betreibt u.a. die Website Virtuelles Kryptomuseum.

Quelle: The New York Times, 21.11.2010
Originalartikel unter: „Clues to Stubborn Secret in C.I.A.’s Backyard“

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de 20.10.2009
Enigma-Enthusiasmus und Dan Browns neuer Roman

datensicherheit.de 23.4.2009
Geheimbotschaft in einer Skulptur vor dem Hauptgebäude der CIA harrt der Entschlüsselung

Elonka Dunin
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Klaus Schmeh
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Top-25 der ungelösten Verschlüsselungen – Platz 14: Kryptos – Klausis Krypto Kolumne
Jul 11, 2013 23:00

[…] 2010 gab Jim Sanborn einen Tipp: NYPVTT steht für BERLIN. Mehr dazu steht in diesem Artikel von mir. […]

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