Aktuelles, Branche - geschrieben von dp am Dienstag, Juli 10, 2018 22:13 - noch keine Kommentare
Fitness-App: Datenpanne könnte Mitarbeitern sensibler Bereiche schaden
Tim Berghoff kommentiert aktuelle Entdeckung einer Schwachstelle
[datensicherheit.de, 10.07.2018] Die Fitness-App „Polar Flow“ des gleichnamigen finnischen Herstellers gebe mehr Daten preis als sie sollte. Laut Erkenntnissen von Experten könnten über die maschinenlesbare Schnittstelle (Application Programming Interface, API) Verknüpfungen verschiedener Workouts vorgenommen werden. So könnte etwa die Heimadresse eines Nutzers ermittelt werden, der regelmäßig an einem bekannten Geheimdienststandort oder einer Militärbasis trainiert. Vor rund zwei Monaten hätten Forscher bei einer sogenannten „Heatmap“ des Dienstes „Stravas“ gezeigt, zu welchen Datenschutzproblemen Fitness-Apps führen könnten.
Aufspüren von Soldaten und Geheimdienstler möglichen
Die Fitnessapp habe ungeahnte Auswirkungen auf die Privatsphäre: Über die Verknüpfung von Workouts sei die Identifizierung einzelner Mitarbeiter etwa von Militärs oder Geheimdiensten möglich. So könnte etwa die Heimadresse eines Nutzers ermittelt werden, der regelmäßig an einem bekannten Geheimdienststandort oder an einer Militärbasis trainiert.
Die Explore-API zeige nicht nur die aktuell angeschauten Trainingsdaten an, sondern kombiniere alle Sessions eines Nutzers unter einer ID, wenn dieser grundsätzlich der Veröffentlichung von Workouts zugestimmt hat. Wer also in der Nähe einer Militärbasis trainiert und später von seinem Haus aus eine Joggingrunde dreht, könne seine private Adresse verraten.
Nutzer von Fitness-Apps sollten Risiko kennen
Nutzer besonders aus sensiblen Bereichen sollten sich bewusst machen, welche Informationen sie einem Cloud-Dienst anvertrauen und welche nicht: „Das vorliegende Beispiel zeigt, dass selbst ein Privatgerät, das sonst keine Verbindung zur Infrastruktur eines Betriebs hat, zum Sicherheitsrisiko werden kann“, warnt Tim Berghoff, „Security Evangelist“ bei G DATA.
„Wenn die Privatadressen von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen öffentlich bekannt werden, hat dies unter Umständen weitreichende Auswirkungen. Was für die meisten ,nur‘ ein unangenehmer Gedanke ist, kann beispielsweise für KRITIS-Unternehmen zum echten Problem werden“, erläutert Berghoff. Gerade im militärischen Bereich könnten diese Informationen zur persönlichen Gefahr für Mitarbeiter und deren Familien werden.
Weitere Informationen zum Thema:
G DATA Security Blog, 10.07.2018
Hauke Gierow: Polar-Fitnessapp identifiziert Soldaten und Geheimdienstler / Die Fitnessapp von Polar hat ungeahnte Auswirkungen auf die Privatsphäre
datensicherheit.de, 21.06.2018
Warnung an Gamer vor falscher Fortnite-App für Android
datensicherheit.de, 09.04.2018
Rettungswesen: Software-Sicherheitsleck zeigt Brisanz der Datensicherheit
datensicherheit.de, 08.03.2017
G DATA: CIA-WikiLeaks-Enthüllungen kein Einzelfall
Aktuelles, Experten, Produkte - Apr. 8, 2026 0:45 - noch keine Kommentare
ISC2-Leitlinien zur Einbindung von KI-Sicherheitskonzepten in alle Zertifizierungen veröffentlicht
weitere Beiträge in Experten
- Drohnenflüge im Frühling: Zunahme der Konflikte droht
- Kommunikationsbias: Unsichtbare Meinungsverzerrung mittels KI
- Finnlands Weg der NIS-2-Umsetzung: Pragmatische Lösungen und Bürokratie-Vermeidung
- Quantencomputing: Hohe Erwartungen bei deutschen Unternehmen – mit bisher wenig Einsatz
- Starthilfe Datenschutz: BlnBDI bietet Berliner Startups, Kleinunternehmen und Vereinen kostenlose Schulungen an
Aktuelles, Branche, Studien - Apr. 8, 2026 0:07 - noch keine Kommentare
Physische Sicherheit in Unternehmen: Governance entscheidend bei Cloud-Nutzung
weitere Beiträge in Branche
- SparkCat meldet sich zurück: Neue Malware-Variante im App Store und in Google Play aufgetaucht
- Datenverlust in Deutschland: Warnung von Panda Security an unzureichend geschützte Nutzer
- Unternehmens-PCs in aller Welt: Bis zu 76 Tage im Jahr freier Zugang für Cyberkriminelle
- Datenpanne bestätigt: ShinyHunters-Attacke auf Europäische Kommission
- Datensouveränität gefährdet – jedes dritte Unternehmen 2025 von einem Vorfall betroffen
Aktuelles, A, Experten, Service, Wichtige Adressen - Jan. 13, 2026 1:08 - noch keine Kommentare
Registrierung bei ELEFAND: Krisen- und Katastrophenvorsorge bei Auslandsaufenthalten
weitere Beiträge in Service
- DigiCert-Umfrage: Manuelle Zertifikatsprozesse führen zu Ausfällen, Compliance-Fehlern und hohen Verlusten im Unternehmen
- Threat Hunting: Bedeutung und Wertschätzung steigt
- Umfrage: 71 Prozent der IT-Entscheidungsträger besorgt über Mehrfachnutzung von Passwörtern
- Fast die Hälfte der Unternehmen ohne geeignete Sicherheitsrichtlinien für Remote-Arbeit
- Umfrage: Bedeutung der Konsolidierung von IT-Sicherheitslösungen



Kommentieren