Aktuelles, Branche - geschrieben von am Sonntag, April 8, 2018 12:31 - noch keine Kommentare

In vielen Unternehmen potenziell gefährliche Zugriffsmöglichkeiten auf Daten

Varonis warnt: Exzessive Zugriffsrechte, veraltete Konten und ungenutzte Daten stellen kurz vor endgültigem Inkrafttreten der DSGVO ein enormes Problem dar

[datensicherheit.de, 08.04.2018] Der neue Datenrisiko-Report von Varonis weist erneut auf ein „alarmierendes Ausmaß an Exposition interner und sensibler Dateien innerhalb von Unternehmen“ hin. Durchschnittlich seien 21 Prozent der Ordner eines Unternehmens für jeden Mitarbeiter zugänglich, in 41 Prozent der Unternehmen hätten sämtliche Mitarbeiter Zugriff auf mindestens 1.000 sensible Dateien – wie personenbezogene Daten, Kreditkartendaten oder auch medizinische Informationen – und bei 58 Prozent unterlägen sogar mehr als 100.000 Ordner keiner Zugriffsbeschränkung.

Gesamtvolumen von 5,5 Petabytes analysiert

Der „Datenrisiko Report 2018“ basiert laut Varonis auf Risikobewertungen für 130 bestehende und potenzielle Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen, für die ein Teil ihres Dateisystems analysiert worden sei. Insgesamt seien hierfür 6,2 Milliarden Dateien in 459 Millionen Ordnern mit einem Gesamtvolumen von 5,5 Petabytes (also 5.500 TB) analysiert worden.
Der Bericht deckt demnach unterschiedliche Problemfelder auf, welche die Gefährdung von Unternehmen durch Datenschutzverletzungen, Insider-Bedrohungen und Ransomware-Angriffe deutlich vergrößern:

  • Zu weitreichende und globale Zugriffsgruppen, die zu vielen Mitarbeitern den Zugang zu sensiblen Daten ermöglichen,
  • mangelhaft verwaltete sensible und ungenutzte Daten (stale data), die Vorschriften wie der DSGVO, SOX oder HIPAA unterliegen,
  • inkonsistente und fehlerhafte Berechtigungen, die Sicherheitslücken für Hacker öffnen,
  • veraltete, nicht mehr benötigte, aber nicht deaktivierte Nutzerkonten (ghost users) und
  • Benutzerkennwörter, die zeitlich unbegrenzt gültig sind.

Daten als wertvollstes Asset der Unternehmen oft unzureichend geschützt

Nach Angaben von Varonis umfassen die wesentlichen Erkenntnisse des Reports unter anderem:

  • In 58 Prozent der Unternehmen sind mehr als 100.000 Ordner für alle Mitarbeiter zugänglich, insgesamt unterlagen durchschnittlich 21 Prozent der Ordner keiner Zugriffsbeschränkung.
  • In 41 Prozent der Unternehmen haben sämtliche Mitarbeiter Zugriff auf mindestens 1.000 sensible Dateien.
  • Im Durchschnitt wurden 54 Prozent der Daten eines Unternehmens länger nicht genutzt bzw. sind veraltet, was die Speicherkosten erhöht und das Datenmanagement erschwert.
  • Bei 34 Prozent der Benutzerkonten handelt es sich um sogenannte „Ghost User“, also veraltete, nicht mehr benötigte, aber nicht deaktivierte Nutzerkonten.
  • In fast jedem zweiten Unternehmen (46%) verfügen mehr als 1.000 Benutzer über zeitlich unbegrenzt gültige Passwörter.

„Angesichts der jüngsten Datenschutzverletzungen wie bei Uber oder Netflix sowie der nahenden DSGVo sind die Ergebnisse unseres Datenrisiko-Reports umso erschreckender“, betont Thomas Ehrlich, „Country Manager DACH“ von Varonis. Daten seien nicht umsonst das bevorzugte Ziel von Cyber-Kriminellen, da sie letztlich das wertvollste Asset der Unternehmen seien. „Dennoch vernachlässigen zahlreiche Unternehmen nach wie vor das Management und die Kontrolle der Zugriffsrechte, obwohl diese Herausforderungen durchaus lösbar sind, und setzen sich damit Insider-Bedrohungen, Ransomware-Angriffen und dem Risiko von Datendiebstählen aus“, warnt Ehrlich.

Risikobewertungen von 130 Unternehmen aus über 30 Branchen in über 50 Ländern

Der diesjährige Varonis-Report trägt den Titel „Data Under Attack: 2018 Global Data Risk Report from the Varonis Data Lab“ und soll ein konsolidierter Bericht sein, der die Ergebnisse von Risikobewertungen von 130 Unternehmen unterschiedlicher Größe aus über 30 Branchen und über 50 Ländern erfasst.
Dabei handele es sich um eine repräsentative Stichprobe aus den über 1.000 im Jahr 2017 von Varonis durchgeführten Risk Assessments. Für den diesjährigen Bericht habe man mehr als sechs Milliarden Dateien (mehr als doppelt so viele wie im Bericht 2017) mit durchschnittlich 36.242 Benutzerkonten, 3.531.978 Ordnern und 48.051.109 Dateien pro Unternehmen untersucht.
Das nach Angaben von Varonis „kostenlose Risk Assessment“ soll Unternehmen zeigen, wo sich sensible und vertrauliche Daten in ihrer IT-Umgebung befinden, wie viele davon über zu weit gefasste Zugriffsrechte verfügen und gefährdet sind, und konkrete Empfehlungen zur Reduzierung des Risikoprofils geben.
„Unsere größte Überraschung war es, endlich zu erfahren, wie viele sensible Daten tatsächlich auf unseren Servern liegen“, so etwa ein IT-Verantwortlicher einer renommierten US-amerikanischen Universität über die Ergebnisse der Risikobewertung bei einer Kundenbefragung von TechValidate im Auftrag von Varonis.

Weitere Informationen zum Thema:

VARONIS
DATA UNDER ATTACK: 2018 Global Data Risk Report from the Varonis data lab

datensicherheit.de, 01.03.2018
Daten als wertvollstes Asset müssen ins Zentrum der Sicherheitsstrategie gestellt werden

datensicherheit.de, 03.02.2013
Varonis-Studie: Hälfte der IT-Mitarbeiter befürchtet unbefugten Zugriff auf virtuelle Server



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