Aktuelles, Experten, Studien - geschrieben von am Freitag, April 15, 2016 18:59 - noch keine Kommentare

Schöne neue Welt ohne Bargeld: Der Preis wäre zu hoch

Verfügbarkeit von Bargeld langfristig für Verbraucher und den Markt unverzichtbar

[datensicherheit.de, 15.04.2016] In einer aktuellen Stellungnahme weist der verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) Gedankenspiele um eine Abschaffung des Bargelds zurück.

Zahlungen müssen unabhängig von Dienstleistungen Dritter möglich sein

Zuletzt hatte vor einer Woche der EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Günther Oettinger, geäußert, dass das Ende von Bargeld unvermeidlich sei.
Bargeld habe große Vorteile, auf die viele Verbraucher nicht verzichten wollten, sagt hingegen vzbv-Vorstand Klaus Müller. Es gewährleiste Freiheit und Anonymität beim Einkauf – nur Bargeld stelle auch sicher, dass man unabhängig von Dienstleistungen Dritter jederzeit zahlen könne.

Aktuelles vzbv-Positionspapier zum Thema Bargeld

Der vzbv hebt in seinem aktuellen Positionspapier die Bedeutung von Bargeld hervor. So sei schon allein eine Begrenzung von Barzahlungen ein Problem. Zwar gäbe es mittlerweile viele Möglichkeiten zum unbaren Bezahlen im Handel, Verbraucher müssten jedoch auch die Möglichkeit behalten, Güter, wie ein Auto, eine Sportausrüstung oder andere Gegenstände, frei verkaufen zu können.
Nur Bargeld erlaube bisher die Gewissheit, den vereinbarten Gegenwert einer veräußerten Sache zuverlässig Zug-um-Zug zu empfangen. Einige Mitgliedsstaaten mit Bargeldbegrenzungen hätten aus guten Gründen private Zahlungen explizit ausgenommen – dieser Punkt werde in der deutschen Debatte bisher nicht berücksichtigt“, erläutert Müller.

Geeignete Rundungsregeln für Kleingeld gefordert

Auch auf die Diskussion um Kleinmünzen und eine mögliche Abschaffung des 500-Euro-Scheins geht das Positionspapier ein.
Kleine Cent-Münzen seien vielen Verbrauchern lästig. Es käme aber darauf an, durch geeignete Rundungsregeln sicherzustellen, dass deren Abschaffung keine Preissprünge auslösten. Wenn sich an Tankstellen die Preise nur noch in 5-Cent-Sprüngen ändern würden, werde schnell jedem klar, wie teuer eine solche Entscheidung die Verbraucher käme. Es brauche hierfür klare Regelungen, fordert Müller.

500-Euro-Schein muss dauerhaft einlösbar sein

Den 500-Euro-Schein nicht mehr zu drucken, sei für Verbraucher kein erhebliches Problem. Anders läge die Sache, wenn man diese Scheine nicht mehr dauerhaft einlösen könne. Zwänge man Verbraucher, die ihr Geld nicht einer Bank anvertraut haben, diese Scheine einzutauschen, werde das möglicherweise Kriminelle auf den Plan rufen, etwa durch zunehmende Einbrüche. Vermögen dürften auch nicht „kalt enteignet“ werden.

Weitere Informationen zum Thema:

verbraucherzentrale Bundesverband, 13.04.2016
HINTERGRUNDDOSSIER: BARGELD / Argumente und Fakten

verbraucherzentrale Bundesverband, 15.04.2016
DER PREIS FÜR EINE WELT OHNE BARGELD IST ZU HOCH / Positionspapier zur Bargeld-Debatte



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