Aktuelles, Branche - geschrieben von dp am Montag, Juli 19, 2021 17:10 - noch keine Kommentare
Attingo-Tipps für Flutopfer: Bei feuchten Speichermedien Trocknung kontraproduktiv
Anfragen für Datenrettungen wegen Wasserschäden in den Attingo-Laboren steigt um ein Vielfaches
[datensicherheit.de, 19.07.2021] Überschwemmungen sind offensichtlich auch wiederkehrende Begleiter in Teilen Deutschlands und verursacht dort erhebliche Schäden: Das sogenannte Jahrhunderthochwasser von 2002, die extremwetterbedingten Überschwemmungen in den Jahren 2013 sowie 2016 und Flüsse, die regelmäßig über die Ufer treten, stehen beispielhaft dafür. Kellerräume, die unter Wasser stehen sind dann dabei die Regel. Derzeit ist Nordrhein-Westfahlen in erheblichem Ausmaß von Unwettern und den damit einhergehenden Fluten betroffen. In Krisenzeiten wie diesen steigt nach Erfahrung von Attingo das Aufkommen an Anfragen für Datenrettungen wegen Wasserschäden in den eigenen Datenrettungslaboren um ein Vielfaches an: „Das private Büro sowie Home-Office im Keller steht voller Wasser. Computer, Laptop, externe Festplatte oder die Heim-Cloud sind mehrere Stunden – oder über Tage hinweg – mit schlammigem Wasser bedeckt.“ Genauso betroffen seien im Keller oder Erdgeschoss befindliche Serverräume von Betrieben.
Attingo-Warnung: Mit falschem Vorgehen kann zusätzlicher Schäden verursacht werden
RAID- und NAS-Systeme, zumeist im Dauerbetrieb laufend, gingen durch das eindringende Wasser offline. Umfangreiche, im Haus gelagerte Archive mit Band-Laufwerken seien plötzlich auf „Tauchstation“. Live-Streaming- Studios – oftmals im Keller gelegen – wie im Falle des Streamers Gronkh, seien mit einem Mal zerstört.
„Sind Festplatten, SSDs und Server erst einmal aus den Fluten geborgen, ist guter Rat teuer.“ Nicht selten reagierten Betroffene falsch. Wenn es um nasse Datenträger geht, laute der häufigste Impuls: „Irgendwie den Datenträger trocknen.“ Das aber könne fatal sein und sei daher ein weit verbreiteter Irrglaube. „Durch Nässe beschädigte Datenträger mit Salz zu bedecken, auf die Heizung legen, mit dem Fön oder gleich im Ofen zu trocknen, mag im ersten Moment wie eine gute Idee erscheinen. Mit dem Vorgehen können jedoch zusätzliche Schäden verursacht werden“, warnt Attingo.
Attingo-Handlungsempfehlungen für Betroffene
„Wir empfehlen nasse Datenträger in feuchte Tücher einzuwickeln, um das unkontrollierte Abtrocknen zu entschleunigen. Denn über die Verdunstung der Feuchtigkeit würde Korrosionsbildung begünstigt werden“, erläutert Markus Häfele, Geschäftsführer der Attingo Datenrettung. Unter anderem könnten Materialschäden die Folge sein. Oft werde übersehen, dass durch Verdunstung der Feuchtigkeit auch Rückstände auf den Komponenten zurückblieben. Häfele warnt: „Werden feuchte oder getrocknete Datenträger unter Strom gesetzt können schwerwiegende Elektronikschäden die Folge sein.“
In solchen Fällen sei Eile geboten. „Datenträger, die im Wasser waren, müssen schnellstmöglich professionell im Labor behandelt werden“, erklärt Boris Hakaso, Attingo-Techniker in Hamburg. Entsprechend in Mitleidenschaft gezogene Datenträger sollten zeitnah im Reinraumlabor diagnostiziert und gereinigt werden. „Um einer Verschlechterung des Fehlerbilds vorzubeugen und ein optimales Wiederherstellungsergebnis zu erzielen.“
Attingo unterstreicht Bedeutung sicherer Backups
Eine weitere Empfehlung und Präventivmaßnahme des Hamburger Traditions-Datenretters sei auch zeitgleich eine der Grundregeln der Datenverarbeitung: Datensicherung! Hierbei müsse beachtet werden, „dass ein sicheres Backup optimalerweise auch eine räumliche Trennung umfasst, um in Fällen wie diesen nicht gleichzeitig baden zu gehen“.
Besonders wichtige Daten sollten zudem immer einer Mehrfachsicherung unterliegen. Mindestens eine dieser Sicherungen sollte sich nach Möglichkeit – insbesondere mit Hinblick auf potenzielle Überschwemmungen – in einem der oberen Stockwerke oder einem vollkommen anderen Gebäude befinden. So lasse sich das Ausmaß von Datenverlust minimieren.
Attingos ToDo-Liste bei Wasserschäden an Datenträgern
Die Varietät an durch Feuchtigkeit bedingten Schäden an Datenträgern sei umfassend. Nicht immer müssten Naturkatastrophen ursächlich dafür sein – etwa auch Rohrbrüche, Löschwasser bei Bränden oder ein ins Wasser gefallener Datenträger kämen in Frage. In vielen Fällen sei indes eine Datenrettung noch möglich.
Hierzu die Attingo-ToDo-Liste bei Wasserschäden an Datenträgern:
- Nicht in Panik geraten!
- Datenträger nicht mehr unter Strom setzen!
- Trocknung der Datenträger vermeiden!
- Festplatten in feuchtem Tuch möglichst luftdicht verpacken!
- Zeitnah Kontakt mit einem professionellen Datenretter aufnehmen!
- Betroffene Datenträger so schnell wie möglich ins Datenrettungslabor senden!
Weitere Informationen zum Thema:
datensicherheit.de, 29.06.2021
Sommerwetter birgt Gefahrenpotenzial für Datenträger
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