Aktuelles, Experten, Studien - geschrieben von dp am Freitag, April 18, 2025 0:33 - noch keine Kommentare
Beziehungsende: Jeder Achte verabschiedet sich mit Ghosting
Der Bitkom e.V. geht in seiner aktuellen Stellungnahme u.a. auf das mit Phänomen „Ghosting“ ein – dem plötzlichen vollständigen Kontaktabbruch auch in Sozialen Netzwerken
[datensicherheit.de, 18.04.2025] Der Bitkom e.V. geht in seiner aktuellen Stellungnahme auf das mit Phänomen „Ghosting“ ein – gemeint ist damit ein plötzlicher und vollständiger Kontaktabbruch, auch in Sozialen Netzwerken. „Man streitet nur noch, man liebt sich nicht mehr oder man hat jemand anderen kennengelernt – manchmal führt kein Weg an einer Trennung vorbei. Viele Beziehungen werden heute auch digital beendet…“ Fast jeder achte Befragte (12%) habe eben eine Beziehung schon einmal durch sogenanntes Ghosting abgebrochen – so eine Erkenntnis einer repräsentativen Online-Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.006 Personen ab 16 Jahren in Deutschland im Zeitraum der Kalenderwochen 1 bis 3 2025.
Statt „ Ghosting“ – Abschied per Messenger- oder SMS-Nachricht bzw. über Soziale Netzwerke
Im Normalfall werde mit dem Beziehungsende allerdings etwas sensibler umgegangen: „Die meisten beenden eine Partnerschaft nach wie vor im persönlichen Gespräch (66%) – unter den Jüngeren von 16 bis 29 Jahren ist es allerdings nur noch rund die Hälfte, die überhaupt einmal ein Trennungsgespräch geführt hat (51%).“
- In dieser Altersgruppe werde stattdessen vermehrt auf Messenger- oder SMS-Nachrichten gesetzt, etwa ein Drittel habe bereits eine Beziehung auf diese Art beendet (31%) – über alle Altersgruppen hinweg sei der Anteil nur halb so groß (17%).
Ähnlich sehe es mit dem Schlussmachen über Soziale Netzwerke aus: „Über alle Altersgruppen hinweg haben sieben Prozent der Internetnutzerinnen und -nutzer schon einmal auf diesem Weg ihrer Beziehung ein Ende gesetzt, unter den 16- bis 29-Jährigen ist der Anteil mit 18 Prozent mehr als doppelt so hoch.“
„Ghosting“ erschwert es dem Gegenüber, mit der Situation umzugehen
„Viele Aspekte von Beziehungen haben sich vor allem durch Messenger-Dienste ins Digitale verlagert – die tägliche Guten-Morgen-Nachricht, der gelegentliche Streit oder die Abstimmung gemeinsamer Wochenendpläne sind nur ein paar Beispiele. Insbesondere für junge Menschen gehört es einfach zum Alltag, über Textnachrichten zu kommunizieren. Beziehungen, die digital initiiert und zumindest in Teilen digital geführt werden, werden heute auch digital beendet“, erläutert Leah Schrimpf, Leiterin „Digitale Gesellschaft“ beim Bitkom.
- Sie gibt zu bedenken: „Trotzdem sollte man sich bewusst sein, dass gerade bei sensiblen Themen oder einer Trennung das persönliche Gespräch manchmal der bessere Weg ist – insbesondere ,Ghosting’ erschwert es dem Gegenüber, mit der Situation umzugehen“.
Im Übrigen greife noch ein Fünftel (20%) der Internetnutzer zum Telefon, um eine Beziehung zu beenden – und selbst vom Brief werde zu diesem Zweck noch von einem Zehntel (10%) Gebrauch gemacht. Seltener werde zum Schlussmachen allerdings eine E-Mail verschickt (7%) – „und dass die Nachricht von einer anderen Person überbracht wird, kommt zwar vor, ist aber ebenfalls eher die Ausnahme (4%)“. Knapp ein Sechstel der Internetnutzer habe hingegen selbst noch nie eine Beziehung beendet (16%).
Weitere Informationen zum Thema:
WIKIPEDIA
Ghosting (Beziehung)
AOK Gesundheitsmagazin, 18.10.2023
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