Aktuelles, Experten, Studien - geschrieben von am Dienstag, Mai 19, 2026 0:02 - noch keine Kommentare

Handy-Schnüffeln: Laut Bitkom-Studie haben 26 Prozent das Partner-Smartphone heimlich durchsucht

Bei 16- bis 29-Jährigen sind es sogar 43 Prozent – so ein Ergebnis der repräsentativen Befragung im Bitkom-Auftrag unter 1.449 Personen in Deutschland ab 16 Jahren

[datensicherheit.de, 19.05.2026] „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser?“ In einigen Beziehungen scheint dieser Satz auch im Digitalen zu gelten: Ob „WhatsApp“-Nachrichten, „Social-Media“-Accounts, Fotos oder Browser-Verlauf – das Smartphone der Partnerin oder des Partners ist offenbar nicht für alle tabu: Nach aktuellen Erkenntnissen des Digitalverbands Bitkom e.V. haben 26 Prozent derjenigen, die schon einmal in einer Beziehung waren, haben das Mobiltelefon ihres Partners bzw. ihrer Partnerin bereits ohne ausdrückliche Erlaubnis durchsucht. Besonders verbreitet sei das heimliche „Handy-Schnüffeln“ unter Jüngeren: Bei den 16- bis 29-Jährigen gäben 43 Prozent an, schon einmal einen Blick in die Inhalte des Smartphones der Partnerin oder des Partners geworfen zu haben. Dies seien Ergebnisse einer repräsentativen Befragung im Bitkom-Auftrag unter 1.449 Personen in Deutschland ab 16 Jahren. Die von Bitkom Research durchgeführte Befragung habe im Zeitraum der Kalenderwochen 3 bis 4 2026 stattgefunden.

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Foto: Bitkom

Leah Schrimpf: Digitale Grenzen sind Beziehungssache und können gemeinsam besprochen werden

60% würden laut Bitkom-Studie heimliche Durchsuchung des Partner-Mobiltelefons indes kategorisch ausschließen

Die Motive reichten von Neugier bis Untreueverdacht – indes seien die Gefühle danach gemischt: Manche fühlten sich bestätigt oder erleichtert, andere enttäuscht, wütend oder hätten ein schlechtes Gewissen.

  • Demnach sagen zehn Prozent der Befragten mit Beziehungserfahrung, sie hätten das Smartphone ihrer Partnerin oder ihres Partners bereits öfter heimlich durchsucht. 16 Prozent hätten es vereinzelt getan, weitere zehn Prozent hätten es zwar noch nie getan, könnten es sich aber künftig vorstellen. 60 Prozent würden die heimliche Durchsuchung des Partnerhandys aber kategorisch ausschließen.

Die häufigsten Gründe für das heimliche Durchsuchen seien Neugier und Misstrauen. 31 Prozent derjenigen, die schon einmal das Partner-Smartphone durchsucht haben, sagten, sie seien einfach neugierig gewesen. Ebenfalls 31 Prozent hätten den Verdacht, dass ihr Partner oder ihre Partnerin untreu ist. 25 Prozent vermuteten, dass der Partner oder die Partnerin bei einem anderen Thema unehrlich ist.

Smartphones für viele Menschen der persönlichste digitale Raum überhaupt

„23 Prozent nennen frühere Vertrauensbrüche als Grund. 17 Prozent sagen, sie hätten grundsätzlich das Bedürfnis, genau zu wissen, mit wem der Partner oder die Partnerin schreibt.“

  • Nach dem heimlichen Blick auf das Smartphone folge jedoch nicht nur Erleichterung. 25 Prozent fühlten sich danach bestätigt, 23 Prozent erleichtert. Gleichzeitig weien 22 Prozent enttäuscht, jeweils 20 Prozent hätten ein schlechtes Gewissen oder seien wütend. 18 Prozent sagten, es sei ihnen eher egal gewesen, 14 Prozent seien verunsichert.

„Das Smartphone ist für viele Menschen der persönlichste digitale Raum überhaupt, mit privaten Nachrichten und Fotos, aber auch mit Gesundheitsdaten, Zahlungsinformationen oder beruflichen Zugängen“, kommentiert Bitkom-Expertin Leah Schrimpf, Leiterin „Digitale Gesellschaft“.

Bitkom rät Nutzern grundsätzlich, eigene Geräte und Konten regelmäßig auf Sicherheit und Zugriffsrechte zu überprüfen

Schrimpf führt aus: „Digitale Grenzen sind Beziehungssache und können gemeinsam besprochen werden. Manche Paare teilen Passwörter oder Standorte freiwillig, andere möchten bewusst getrennte digitale Räume behalten.“

  • Auch auf der anderen Seite hätten viele entsprechende Erfahrungen gemacht: 16 Prozent aller Befragten gäben an, dass ihr eigenes Smartphone bereits ohne ausdrückliche Erlaubnis von einer aktuellen oder ehemaligen Partnerin beziehungsweise einem Partner durchsucht worden sei.
  • Weitere acht Prozent seien sich nicht sicher, vermuteten es aber. Unter den 16- bis 29-Jährigen berichteten 22 Prozent, dass ihnen dies bereits passiert sei, weitere zwölf Prozent vermuteten es.
  • Mitunter geschehe die digitale Nähe aber auch freiwillig: 20 Prozent aller Befragten hätten in einer Beziehung bereits ihre Social-Media-Passwörter mit Partner oder Partnerin geteilt.

Auch unabhängig von Partnerschaften gilt laut Bitkom: Smartphones enthalten heute eine Vielzahl sensibler Informationen. Nutzer sollten die eigenen Geräte und Konten deshalb regelmäßig auf Sicherheit und Zugriffsrechte zu überprüfen.

Bitkom-Tipps zum Schutz des eigenen Smartphones:

  • Starke Displaysperre nutzen!
    Statt einfacher Muster oder kurzer PINs besser einen längeren Gerätecode verwenden und zusätzlich Fingerabdruck oder Gesichtserkennung aktivieren.
  • Vorschau auf dem Sperrbildschirm begrenzen!
    Nachrichteninhalte, Codes oder sensible App-Benachrichtigungen sollten erst nach dem Entsperren sichtbar sein.
  • Software aktuell halten!
    Updates für Betriebssystem und Apps helfen, Sicherheitslücken zu schließen und sollten zeitnah installiert werden.
  • App- und Kontozugriffe prüfen!
    Regelmäßig sollte kontrolliert werden, welche Apps Zugriff auf Standort, Fotos, Kontakte oder Mikrofon haben und welche Geräte mit Apple-ID, Google-Konto, Messenger- oder Social-Media-Accounts verbunden sind.
  • Passwörter nicht unbedacht teilen!
    Zugangsdaten sollten grundsätzlich privat bleiben. „Wer sie teilt, sollte dies bewusst tun und Passwörter bei Bedarf ändern.“

  • Standortfreigaben im Blick behalten!
    Geteilte Standorte ließen sich in den Einstellungen von Smartphone, Apps oder „Cloud“-Diensten überprüfen und jederzeit deaktivieren.
  • Apps mit sensiblen Inhalten zusätzlich schützen!
    Banking- oder Authentifizierungsapps sollten so eingestellt sein, dass sie auch beim entsperrten Smartphone nicht ohne zusätzliche Identifizierung geöffnet werden können. Dies lasse sich auch für weitere Apps, etwa Nachrichten oder Fotos, einrichten.

Weitere Informationen zum Thema:

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Leah Schrimpf – Leiterin Digitale Gesellschaft Bitkom e.V.

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Smartphone-Nutzung auf der Toilette: Gefahren lassen sich nicht aussperren / Über 54% der Deutschen verwenden ihr Smartphone auch auf der Toilette



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