Aktuelles, Experten - geschrieben von am Samstag, Juni 6, 2026 0:19 - noch keine Kommentare

EU Tech Sovereignty Package: Bitkom fordert Tempo bei der Umsetzung

Der Bitkom begrüßt sehr wohl den Fokus auf die gesamte digitale Wertschöpfungskette und fordert aber, es nicht länger bei bloßen Ankündigungen zu belassen

[datensicherheit.de, 06.06.2026] Am 3. Juni 2026 hat die EU-Kommission das „Tech Sovereignty Package“ veröffentlicht. In seinem Kommentar erklärt der Präsident des Digitalverbands Bitkom e.V., Dr. Ralf Wintergerst: „Digitale Souveränität entscheidet darüber, ob Europa die digitale Welt selbst gestalten kann – wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich. Das ,Tech Sovereignty Package’ der EU-Kommission setzt dafür wichtige Akzente.“ Der Bitkom begrüßt demnach den Fokus auf die gesamte digitale Wertschöpfungskette, stellt aber auch klar, dass es nicht länger bei bloßen Ankündigungen bleiben dürfe.

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Foto: Bitkom

Dr. Ralf Wintergerst: Gut ist, dass Europa industrielle Skalierung, Anwenderindustrien und die gesamte Wertschöpfungskette stärker in den Blick nimmt!

Bitkom-Forderung nach praxistauglichem Rahmen für souveräne „Cloud“- und KI-Angebote

„Wir begrüßen, dass die EU-Kommission nicht nur einzelne Technologien in den Blick nimmt, sondern die gesamte digitale Wertschöpfungskette von Halbleitern und Rechenzentren über Cloud- und KI-Infrastrukturen bis hin zu Open Source und besseren Investitionsbedingungen“, so Wintergerst.

  • Er unterstreicht indes: „Entscheidend ist nun, dass es nicht bei Ankündigungen bleibt. Europa braucht Tempo!

Im Zentrum stehe der „Cloud & AI Development Act“. Europa brauche einen gemeinsamen, praxistauglichen Rahmen für souveräne „Cloud“- und KI-Angebote. Dieser Rahmen müsse Klarheit schaffen, Fragmentierung verhindern und Innovation ermöglichen – und eben nicht neue Hürden errichten.

Bitkom rät zu gezielten Investitionen, um Europas eigene Stärken auszubauen und international wettbewerbsfähig zu machen

Wintergerst führt weiter aus: „Souverän ist, wer eigene digitale Kompetenzen und Fähigkeiten besitzt und darüber hinaus frei wählen kann und nicht erpressbar ist. Unternehmen und öffentliche Verwaltungen brauchen deshalb echte Wahlmöglichkeiten: offene Standards, Interoperabilität, ,Multi-Cloud’-Fähigkeit und wirksame technische Schutzmaßnahmen.“

  • Auch der angekündigte „Chips Act 2.0“ gehe in die richtige Richtung: „Gut ist, dass Europa industrielle Skalierung, Anwenderindustrien und die gesamte Wertschöpfungskette stärker in den Blick nimmt!“ Entscheidend werde sein, dort gezielt zu investieren, wo Europa eigene Stärken ausbauen und international wettbewerbsfähig werden kann.

Mehr Förderung allein mache Europa aber noch längst nicht souverän. Genauso wichtig seien schnellere Verfahren, weniger Bürokratie und verlässliche Regeln. Die Unternehmen riefen nicht nach mehr Geld, sondern nach weniger Komplexität. Wintergersts Fazit: „Digitale Souveränität entsteht, wenn Europa eigene technologische Stärke aufbaut, internationale Partnerschaften klug nutzt und Innovation durch Regulierung flankiert und beschleunigt.“

Weitere Informationen zum Thema:

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Dr. Ralf Wintergerst: Präsident Bitkom / Vorsitzender der Geschäftsführung & Group CEO Giesecke+Devrient GmbH

European Commission, Directorate-General for Communication, 03.06.2026
Strengthening Europe’s tech sovereignty

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Position Paper: Cloud & AI Development Act

heise online, Daniel AJ Sokolov, 28.05.2026
Chips Act 2.0: Behörden sollen mehr europäische Chips kaufen / „Kauft vor Ort”, will die EU-Kommission Behörden nahelegen, konkret für Prozessoren europäischer Start-ups. Das soll Teil des zweiten Chips-Gesetzes werden.

datensicherheit.de, 02.06.2026
KI- und Rechenzentrumsausbau in Europa droht zu scheitern / Europa strebt danach, seine Rechenzentrumskapazitäten bis 2032 zu verdreifachen, aber dieses ambitionierte Ziel könnte durch neue eigene regulatorische Hürden gefährdet sein

datensicherheit.de, 25.03.2026
Rechenzentrumsstrategie: Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen mahnt Konkretisierung bei Strompreisen und Energieeffizienz an / Trotz der ambitionierten Ausbauziele der „Nationalen Rechenzentrumsstrategie“ fehlen konkrete Maßnahmen bei Strompreisen, Energieeffizienz und Investitionsbedingungen – mithin entscheidende Faktoren im internationalen Wettbewerb

datensicherheit.de, 23.03.2026
Nationale Rechenzentrumsstrategie: Bitkom fordert noch deutlich verbesserte Rahmenbedingungen / Der Bitkom anerkennt vorliegende Rechenzentrumsstrategie als „wichtiges Signal“, vermisst bisher aber den „großen Wurf“



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