Aktuelles, Experten - geschrieben von am Montag, März 23, 2026 8:50 - noch keine Kommentare

Nationale Rechenzentrumsstrategie: Bitkom fordert noch deutlich verbesserte Rahmenbedingungen

Der Bitkom anerkennt vorliegende Rechenzentrumsstrategie als „wichtiges Signal“, vermisst bisher aber den „großen Wurf“

[datensicherheit.de, 23.03.2026] Am 18. März 2026 hat das Bundeskabinett die „Nationale Rechenzentrumsstrategie“ verabschiedet. Diese ist laut Digitalverband Bitkom e.V. wohl ein wichtiges Signal, aber damit Deutschland im internationalen Wettbewerb endlich aufholen kann, müssten die Rahmenbedingungen noch deutlich verbessert werden. So sollten u.a. insbesondere Rechenzentren und Telekommunikationsnetze bei den Stromkosten entlastet werden.

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Foto: Bitkom

Dr. Ralf Wintergerst: Wer in eine starke und zukunftsfähige IT-Infrastruktur investiert, stärkt Resilienz, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit in einer zunehmend KI-getriebenen Welt

Erstmals eine Rechenzentrumsstrategie für Deutschland

Der Bitkom-Präsident, Dr. Ralf Wintergerst, kommentiert: „Die Rechenzentrumsstrategie ist ein wichtiges Signal, ein ,großer Wurf’ ist sie nicht. Die schwarz-rote Bundesregierung gibt Deutschland erstmals eine Rechenzentrumsstrategie und hebt sich damit positiv von allen Vorgängerregierungen ab.“

  • Die Bundesregierung erkenne damit die herausragende Bedeutung von Rechenzentren für einen wettbewerbsfähigen Digital- und KI-Standort an – die klar formulierten Ausbauziele seien richtig und notwendig.

Wintergerst betont: „Rechenzentren sind die Schaltzentralen der digitalen Welt! Die Strategie will Deutschland als starken, nachhaltigen und souveränen Rechenzentrumsstandort weiterentwickeln. Dabei bleibt sie allerdings zu oft im Vagen und belässt es häufig bei allgemeinen Absichtserklärungen.“ Es müsse jetzt also zunächst einmal darum gehen, die angekündigten Maßnahmen konkret auszugestalten und dann zügig umzusetzen.

Rechenzentrumsstrategie sollte nun konsequent und priorisiert weiterentwickelt und umgesetzt werden

Der Handlungsdruck sei hoch: Die Leistung der deutschen Rechenzentren ist 2025 demnach auf 2.980 Megawatt gewachsen und soll bis 2030 über 5.000 Megawatt erreichen. Im internationalen Vergleich reiche dieses Wachstum jedoch nicht aus. Wintergerst erläutert: „Die USA verfügten bereits 2024 über rund 48 Gigawatt Rechenzentrumsleistung – rund 16-mal so viel wie Deutschland Anfang 2026. Allein die zehn größten US-Rechenzentren bringen zusammen so viel Leistung auf wie alle rund 2.000 Rechenzentren in Deutschland zusammen.“ Auch China baue seine Kapazitäten massiver aus als Deutschland und Europa.

  • Damit Deutschland im internationalen Wettbewerb aufholen kann, müssten die Rahmenbedingungen deutlich verbessert werden. So sollten insbesondere Rechenzentren und Telekommunikationsnetze bei den Stromkosten entlastet werden – die im europäischen Vergleich sehr hohen Energiepreise seien ein „klarer Wettbewerbsnachteil“.

Auch Zugang zum Stromnetz, ein verbesserter regulatorischer Rahmen und zügigere Planungs- und Genehmigungsprozesse seien essenziell. Wintergerst gibt abschließend zu bedenken: „Ohne leistungsfähige Rechenzentren verliert Deutschland den Anschluss an den internationalen Wettbewerb! Sie sind die Basis Digitaler Souveränität. Wer in eine starke und zukunftsfähige IT-Infrastruktur investiert, stärkt Resilienz, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit in einer zunehmend KI-getriebenen Welt.“ Die Rechenzentrumsstrategie muss nun von der Bundesregierung konsequent und priorisiert weiterentwickelt und umgesetzt werden.

Weitere Informationen zum Thema:

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Dr. Ralf Wintergerst: Präsident Bitkom / Vorsitzender der Geschäftsführung & Group CEO Giesecke+Devrient GmbH

Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung
Nationale Rechenzentrumsstrategie: Eine umfassende Digitalisierung und ausreichende Rechenzentrumskapazitäten sind wichtige Faktoren für eine zukunfts- und wettbewerbsfähige Wirtschaft und eine moderne öffentliche Verwaltung

Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, 18.03.2026
Bundesregierung beschließt Rechenzentrumsstrategie / Wildberger: „Jedes neue Rechenzentrum stärkt unsere digitale Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit“

VKU, VERBAND KOMMUNALER UNTERNEHMEN E.V., 20.03.2026
Bundesregierung legt Nationale Rechenzentrumsstrategie vor: Die Bundesregierung hat eine Nationale Rechenzentrumsstrategie beschlossen. Bis 2030 sollen die Rechenkapazitäten verdoppelt und die Kapazitäten für Künstliche Intelligenz vervierfacht werden.

DIHK Deutsche Industrie- und Handelskammer, 17.12.2025
Stellungnahme: DIHK zur nationalen Rechenzentrumsstrategie 2030 / Deutschland braucht leistungsstarke, sichere und energieeffiziente Rechenzentren, um die digitale Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu sichern. Die DIHK zeigt zentrale Chancen, Herausforderungen und notwendige Rahmenbedingungen auf.

datensicherheit.de, 07.12.2025
Frankfurt/Main: Wirtschaftswachstum gründet sich auf Rechenzentren – doch neue IW-Studie benennt Hürden für Betreiber / Jeder Euro, der in Rechenzentren erwirtschaftet wird, generiert weitere 51 Cent wirtschaftlicher Leistung – 24 Cent davon direkt in der Region

datensicherheit.de, 16.11.2025
Zuspitzung der Energiekrise für Rechenzentren gefährdet Digitalstandort Deutschland / „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ fordert wettbewerbsfähige Strompreise und zuverlässige Netzanschlüsse für Rechenzentrenbranche

datensicherheit.de, 23.08.2025
5-Punkte-Plan des eco für zukunftsorientierte Rechenzentrumsstrategie des Bundes / Der eco fordert unter anderem wettbewerbsfähige Strompreise, schnellere Genehmigungen und ein Ende des „One-Size-Fits-All“-Ansatzes



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