Aktuelles, Experten - geschrieben von am Mittwoch, August 25, 2021 21:04 - noch keine Kommentare

Gaming: TÜV-Verband gibt Sicherheits-Tipps

TÜV warnt vor Phishing-Angriffen, die Zugangs- und Zahlungsdaten abgreifen

[datensicherheit.de, 25.08.2021] Der Verband der TÜV e.V. warnt nach eigenen Angaben, dass sogenannte Gamer „beliebtes Angriffsziel krimineller Hacker“ seien. Mit Phishing-Methoden würden Zugangs- und Zahlungsdaten abgegriffen. Daher gibt der TÜV-Verband gibt Tipps für sicheres „Gaming“ – im Kontext der Spiele-Messe „Gamescom 2021“.

Digital-Experte beim TÜV-Verband sieht Gamer als ideales Angriffsziel für kriminelle Hacker

„Ganz egal, ob auf dem Smartphone oder dem Tablet, am Computer oder mit der Spielekonsole: Computer- oder Videospiele werden immer beliebter.“ Laut einer aktuellen Bitkom-Umfrage spiele die Hälfte der Bundesbürger (50 Prozent) ab 16 Jahren zumindest gelegentlich digital – ein Plus von sieben Prozentpunkten im Vergleich zum „Vor-Corona-Jahr“ 2019.
Zudem spielten Gamer während der „Pandemie“ länger und gäben mehr Geld für ihr Hobby aus. „Gamer sind online sehr aktiv, interagieren intensiv mit anderen Spielern und investieren regelmäßig in neue Spiele, Abos oder zusätzliche Spielinhalte. Das macht sie zu einem idealen Angriffsziel für kriminelle Hacker, berichtet Sebastian Steinbach, Digital-Experte beim TÜV-Verband, zum Start der Spiele-Messe „gamescom“.

Neben Nutzern aus Sicht des TÜV auch Games-Branche selbst gefragt

„Ziel der Angriffe sind Kreditkartendaten, Zugangsdaten und andere persönliche Informationen.“ Eine häufige Angriffsmethode sei Phishing: „Mit perfekt nachgebauten Spieleplattformen oder Online-Shops rund ums ,Gaming‘ versuchen Cyber-Gangster, sensible Daten der Nutzer abzufischen“, erklärt Steinbach. Gamer sollten daher sehr aufmerksam sein und alle möglichen Sicherheitsvorkehrungen treffen.
Neben den Nutzern ist aus Sicht des TÜV-Verbands aber auch die Games-Branche selbst gefragt: „Im Wettlauf mit kriminellen Hackern sollten die Spiele-Anbieter den Spielern jederzeit die besten verfügbaren Sicherheitsfunktionen zur Verfügung stellen, fordert Steinbach.

TÜV empfiehlt Cybersecurity-Systeme mit intelligenter Angriffserkennung und Notfallmaßnahmen

Darüber hinaus richte sich ein Großteil der Cyber-Angriffe nicht gegen die Nutzer, sondern gegen die IT-Infrastrukturen der Anbieter. Dazu zählten DDoS-Attacken auf die Webserver oder Angriffe auf die Datenbanken der Unternehmen.
„Hochwertige Cybersecurity-Systeme mit intelligenter Angriffserkennung und Notfallmaßnahmen bei erfolgreich detektierten Attacken gehören zum Pflichtprogramm der Spieleanbieter, unterstreicht Steinbach. Der Schutz vor Cyber-Angriffen lasse sich nur im Zusammenspiel von verantwortungsbewussten Spiele-Anbietern und „Gamern“ verbessern.

TÜV-Verband gibt Hinweise, wie Gamer möglichst sicher spielen können:

Identität schützen!
Nutzer sollten bei Online-Games oder Spieleplattformen anstatt ihres echten Namens einen Alias-Namen verwenden, den sogenannten Gamertag. Dieser sollte kreativ sein, aber keinen unmittelbaren Rückschluss die eigene Identität zulassen. „Grundsätzlich gilt: Mit Fremden keine privaten Daten teilen!“

Passwortmanager einsetzen!
Ein möglichst langes, komplexes Passwort sei wichtig, um das eigene Benutzerkonto gut zu schützen. Ein Passwortmanager erzeuge automatisch hochwertige Kennwörter und helfe beim Einloggen. Damit werde auch verhindert, ein persönliches Passwort auf unterschiedlichen Plattformen mehrfach zu verwenden.

Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen!
Wann immer möglich, sollte beim Einloggen eine Zwei-Faktor-Authentifizierung genutzt werden. Dabei werde nach einem erfolgreichen Login ein Code per E-Mail oder SMS verschickt, der zusätzlich eingegeben werden müsse. Das Verfahren erhöhe den Schutz eines Online-Kontos erheblich.

Vorsicht: Phishing!
Auch in der jungen, digitalaffinen Games-Szene sei Phishing eine weit verbreitete Angriffsmethode. Nutzer sollten Spiele-Webseiten und App-Stores nicht über Links in E-Mails unbekannter Herkunft öffnen und auf Abweichungen vom bekannten Erscheinungsbild achten. „Werden Zugangsdaten oder andere Informationen abgefragt, ist allerhöchste Vorsicht geboten.“

Sicher online shoppen!
Spiele und Hardware sollten nur bei seriösen Online-Händlern gekauft werden. Warnhinweise seien ein fehlendes Impressum, simpel gestaltete Shop-Seiten oder auffällig günstige Preise. „Im Zweifel hilft eine kurze Google-Recherche, wenn der Händler unbekannt ist.“

Sichere Umgebung schaffen!
Nicht nur Spiele sollten durch Updates aktuell gehalten werden, sondern auch Konsole, Smartphone oder PC. Auf den Geräten sollten die aktuellen Treiber installiert sein und beim Betriebssystem automatische Updates aktiviert werden, um die neuesten Versionen zu erhalten.

Weitere Informationen zum Thema:

TÜV VERBAND
Digitalisierung / Cybersecurity

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