Aktuelles, Branche - geschrieben von dp am Dienstag, Juli 24, 2018 16:50 - noch keine Kommentare
Leck bei Automobil-Zulieferer: 47.000 Dateien online zugänglich gewesen
Daten müssen auch jenseits der Unternehmensgrenzen geschützt werden, fordert Thomas Ehrlich
[datensicherheit.de, 24.07.2018] Geistiges Eigentum und Informationen über die Produktionsabläufe sind die wertvollsten Aktiv-Posten der meisten Unternehmen – gerade in Industrien mit großem Wettbewerb und hochentwickelter Technologie, wie vor allem in der Automobilbranche. Laut einer Meldung der „New York Times“ sollen nun vorübergehend knapp 47.000 solcher wertvollen Dateien von Automobilkonzernen im Umfang von 157 Gigabyte online zugänglich gewesen sein.
Ungeschützter Backup-Server – ohne Passwortschutz oder Zugriffsbeschränkungen
Aufgespürt worden sei das Leck mit betreffenden Daten von Chris Vickery, einem IT-Sicherheitsforscher, der bereits zuvor schon zahlreiche Datenpannen entdeckt haben soll.
Fündig geworden sei er in diesem Fall wohl auf einem ungeschützten Backup-Server – ohne Passwortschutz oder Zugriffsbeschränkungen! Auf diese Weise hätte jeder, der sich mit dem Server verbunden hatte, die gespeicherten Daten problemlos herunterladen können. Ob dies tatsächlich geschehen ist, sei derzeit noch unklar.
Daten in fremden Händen schwer zu schützen
Das grundlegende Problem hierbei sei: Wenn Sicherheitsforscher wie Vickery sensible Daten aufspüren können, könnten das auch Cyber-Kriminelle und staatlich geförderte Hacker.
Thomas Ehrlich, „Country Manager DACH“ bei Varonis: „Sicherlich kennen die Unternehmen den Wert ihrer Daten und investieren enorme Summen in den Schutz ihrer IT. Aber diese Datenschutzverletzung zeigt einmal mehr die Schwierigkeiten der Datensicherheit im eigenen Unternehmen und bei der Zusammenarbeit mit Partnern. Man kann nur das beschützen und sichern, was man sieht, und wenn die Daten in anderen Händen sind, wird es schwierig bis unmöglich einzugreifen.“
Restriktive Zugriffsrechte und Monitoring mit Nutzerverhaltensanalyse notwendig!
Gerade die umfangreichen Lieferketten und Partnerschaften im Automobilbau seien eine enorme Herausforderung. Trotzdem müsse sichergestellt sein, dass jeder Partner, jeder der in Berührung mit sensiblen und vertraulichen Daten kommt, entsprechende Maßnahmen treffen und einhalten müsse. Offensichtlich sei dies hier nicht der Fall gewesen.
„Deshalb sind restriktive Zugriffsrechte und ein entsprechendes, durchgängiges Monitoring mit intelligenter Nutzerverhaltensanalyse notwendig, um schnell bei auffälligem Verhalten entsprechende Maßnahmen einzuleiten und seine Daten zu schützen“, kommentiert Ehrlich.
Weitere Informationen zum Thema:
datensicherheit.de, 24.07.2018
Datenleck bei Automobil-Zulieferer: Schutz von Daten jenseits der Unternehmensgrenzen
datensicherheit.de, 29.06.2018
Wenn über Drittanbieter-Tools die eigene Datensicherheit ausgehebelt wird
datensicherheit.de, 28.06.2018
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