Aktuelles, Branche - geschrieben von dp am Freitag, Januar 29, 2010 19:34 - 2 Kommentare
Projekt Datenschutz dokumentiert wachsende Anzahl von Datenschutzvorfällen im Jahr 2009
Besorgniserregend ist die Gewöhnung der Öffentlichkeit an diesen Zustand der unzureichenden Kontrolle und verbreiteten Sorglosigkeit
[datensicherheit.de, 29.01.2010] Das „Projekt Datenschutz“ dokumentiert Datenschutzvorfälle in Unternehmen, Organisationen und Behörden sowie Datenschutz-Aktivitäten der Politik. Im Jahr 2009 seien mehr als dreimal so viele gravierende Vorfälle wie im Vorjahr verzeichnet Worden – insbesondere im Oktober und November 2009 sei es zu einem besonders starken Anstieg der Fälle gekommen:
Immer wieder seien sensible beziehungsweise private Daten von Bürgern oder Kunden ungesichert ins Internet gestellt worden, hätten Soziale Netzwerke Zugriffe auf vertrauliche Mitgliederdaten zugelassen, Finanzdienstleister Tausende von Kundeninformationen unberechtigterweise weitergegeben und Telekomprovider sowie Webshops private Daten an fremde Personen geschickt.
Gegenüber dem Jahr 2008 sei eine überaus starke Zunahme zu konstatieren – die Gesamtzahl der bekannt gewordenen Vorfälle habe 2009 um rund 350 Prozent über der des Vorjahrs gelegen. Der Anstieg über zwei Jahre sei überaus deutlich; für fast jeden Monat seien erheblich mehr Vorfälle verzeichnet worden als im Vorjahr.
Datenschutzvorfälle 2008 und 2009: Die Anzahl der von „projekt-datenschutz.de“ ermittelten Datenschutzvorfälle 2008 und 2009
Die starke Zunahme in der zweiten Jahreshälfte gehe übrigens nicht auf die nach den Änderungen des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) seit September 2009 bestehende Meldepflicht zurück, denn die einzelnen Fälle seien nicht von den verursachenden Unternehmen und Organisationen, sondern meist von den Betroffenen oder von den Medien aufgedeckt worden.
Das Jahr 2009 sei für den Datenschutz kein gutes Jahr gewesen, meine Alain Blaes, Geschäftsführer von „PR-COM“ und Initiator von „projekt-datenschutz.de“. „Der Datenschutzalltag in Deutschland stellt eine traurige Kombination von halbherzigen oder fragwürdigen Gesetzen, unzureichender Kontrolle, privater Sorglosigkeit und dreister Unbekümmertheit dar.“ Besorgniserregend sei vor allem, dass sich die Öffentlichkeit an diesen Zustand allmählich zu gewöhnen scheine.
Weitere Informationen zum Thema:
Projekt Datenschutz
Datenschutzvorfälle in Unternehmen, Organisationen und Behörden und Datenschutz-Aktivitäten der Politik
PR-COM, 28.01.2020
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