Aktuelles, Experten - geschrieben von dp am Mittwoch, Juli 4, 2012 14:23 - noch keine Kommentare
Zufallsfund in der UB München: Kartenwerk aus der Werkstatt des berühmten Kartographen Martin Waldseemüller entdeckt
Erstmals findet sich die Neue Welt mit der Bezeichnung „America“ dargestellt – als Reverenz an den Seefahrer Amerigo Vespucci (1451-1512)
[datensicherheit.de, 04.07.2012] Auch im Digitalen Zeitalter verlören Originale nichts von ihrer Bedeutung und Einzigartigkeit. Schätze wie die jetzt entdeckte Karte könne nur heben, wer mit den Originalen arbeitet, betont Klaus-Rainer Brintzinger, der Direktor der Universitätsbibliothek. Die Universitätsbibliothek (UB) München ist nämlich per Zufall in ihren Beständen auf ein bislang unbekanntes Stück aus der Werkstatt dieses berühmten Kartographen Martin Waldseemüller gestoßen:
Das aufgefundene Kartenwerk gilt gewissermaßen als ein Exemplar der „urkundlichen Ersterwähnung“ Amerikas – erstmals findet sich die Neue Welt mit der Bezeichnung „America“ dargestellt, als Reverenz an den Seefahrer Amerigo Vespucci (1451-1512), den Waldseemüller irrtümlich für den Entdecker des Kontinents hielt.
Nach UB-Angaben handelt es sich um sogenannte „Globussegmentkarten“ – wie auf einem Bastelbogen stellen sie die Welt aufgeteilt in zwölf lamellenartige Segmente dar, die oben und unten spitz zulaufen.
Aufgefaltet ergäben die Streifen einen kleinen Globus von etwa elf Zentimeter Durchmesser. Von solchen Globussegmentkarten kannte die Fachwelt bislang nur vier Exemplare; jeweils eines befindet sich in Minneapolis, Offenburg und in der Bayerischen Staatsbibliothek in München. Ein weiteres kam im Jahre 2005 bei Christie’s für eine Million US-Dollar unter den Hammer – und nun Mitarbeiter der UB München durch reinen Zufall ein fünftes gefunden.
Im Vergleich mit den schon bekannten Exemplaren weise das nun entdeckte Stück einige Varianten auf und dürfe somit als unikal gelten, sagt Sven Kuttner, Leiter der UB-Abteilung „Altes Buch“. Das Wasserzeichen im Papier lasse laut Kuttner vermuten, dass das Münchner Exemplar einige Zeit nach dem Erstdruck von 1507 im elsässischen Raum entstanden sein dürfte.
Das Druckwerk hat offenbar eine lange Reise durch die Jahrhunderte zurückgelegt – das vorerst letzte Kapitel begann vor wenigen Tagen in der Münchner UB. Mitarbeiterinnen der Bibliothek arbeiteten an der Korrektur der Kataloge. Dabei haben sie den sensationellen Fund gemacht – in einem unscheinbaren Bibliothekseinband aus dem 19. Jahrhundert entdeckten sie auf einer Doppelseite die etwa DIN A4 große Karte. Die Bedeutung der Waldseemüllerschen Karte hätten die Bibliothekare im 19. Jahrhundert jedenfalls nicht erkannt, sagt Kuttner; so sei der Band im „Dornröschenschlaf“ des Magazins versunken. So überstand er auch den
Zweiten Weltkrieg. Nach Bombenangriffen brannte zwar die Universitätsbibliothek aus, große Teile des wertvollen Altbestandes allerdings waren im November 1942 ausgelagert worden. In einer Luftschutzkiste mit der Nummer 340, so konnte Kuttner rekonstruieren, gelangte die kostbare Archivalie zunächst nach Burghausen, später nach Niederviehbach bei Landshut, kehrte 1955 nach München zurück und wurde eine Zeit lang im Nordostspeicher der LMU zwischengelagert. Über die Herkunft der Globussegmentkarte gebe es bislang keine gesicherten Erkenntnisse, räumt Kuttner ein.
Weitere Informationen zum Thema:
LMU, 03.07.2012
Digitales Kartenwerk in „Open Access LMU“
LMU, 03.07.2012
Berühmtes Kartenwerk entdeckt / Variante von Amerikas „Geburtsurkunde“ in der UB
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