Aktuelles, Experten - geschrieben von dp am Donnerstag, November 13, 2025 1:45 - noch keine Kommentare
Otus: Neuer Supercomputer am 10. November 2025 in Betrieb genommen
Ab sofort können Forscher aus ganz Deutschland mit „Otus“ anspruchsvolle Computersimulationen und Wissenschaft auf höchstem Niveau betreiben
[datensicherheit.de, 13.11.2025] Das neue IT-Herzstück der Universität Paderborn ist demnach der Supercomputer „Otus“ – ein Computer, welcher Hunderte wissenschaftliche Aufgaben gleichzeitig berechnen und somit zur Lösung zentraler gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen kann: „Otus“ wurde nun am 10. November 2025 im „Paderborn Center for Parallel Computing“ (PC2) in Betrieb genommen. Ab sofort könnten Forscher aus ganz Deutschland mit ihm anspruchsvolle Computersimulationen und Wissenschaft auf höchstem Niveau betreiben.

Foto: Universität Paderborn / Thorsten Hennig
Supercomputer „Otus“ soll mit seiner Leistung und auch mit seiner Nachhaltigkeit überzeugen
Vielfältige Fragestellungen stehen für „Otus“ an
„,High Performance Computing’ hat eine enorme Relevanz für die drängenden Herausforderungen unserer Zeit“, betonte so Prof. Dr. Matthias Bauer, Präsident der Universität Paderborn, bei der Einweihungsfeier. Forscher können mithilfe von Superrechnern innerhalb kurzer Zeit riesige Datenbestände durchforsten und Muster erkennen.
- Auch Experimente, welche extrem aufwändig, gefährlich oder schlicht unmöglich wären, ließen sich mit „Otus“ simulieren. Bauer führte aus: „So können wir auch Vorhersagen über mögliche zukünftige Entwicklungen treffen. Ich freue mich sehr, dass wir in Paderborn mit dem PC2 und mit ‚Otus‘ über eine hochmoderne Infrastruktur auf Weltklasseniveau in diesem Bereich verfügen!“
Die Fragestellungen, welche mit dem neuen Superrechner in Paderborn behandelt werden sollen, sind vielfältig. „In der Grundlagenforschung geht es beispielsweise darum, physikalische und chemische Prozesse auf atomarer Ebene zu verstehen – etwas, das allein durch Experimente oft gar nicht möglich ist. Andere Projekte haben einen direkten praktischen Nutzen, z.B. die Routenoptimierung von Containerschiffen zur Reduktion des Treibstoffverbrauchs, die Verbesserung des Wirkungsgrads von Solarzellen oder die Entwicklung neuer, energieeffizienterer KI-Methoden“, erläuterte Prof. Dr. Christian Plessl, Computerwissenschaftler am Paderborner Institut für Informatik und Leiter des PC2.
„Otus“ und auch Vorgänger „Noctua 2“ stehen Wissenschaftlern aus ganz Deutschland zur Verfügung
Als Nationales Hochleistungsrechenzentrum (NHR) stelle das PC2 seinen Supercomputer „Otus“ – wie auch den Vorgänger „Noctua 2“ – Wissenschaftlern aus ganz Deutschland zur Verfügung. Der Zugang erfolge über ein Antragsverfahren, bei dem unabhängige Fachgutachter die wissenschaftliche Qualität und Angemessenheit des beantragten Rechenzeitbedarfs bewerteten.
- Die Nutzer könnten ihre Aufgaben an ein intelligentes Warteschlangensystem übermitteln. Die Simulationen kämen dann automatisch zur Ausführung, sobald Rechenzeit auf dem Rechner verfügbar ist. Plessl: „So schaffen wir es, den Rechner rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr beschäftigt zu halten.“
Auch in puncto Nachhaltigkeit mache „Otus“ von sich reden: Durch eine indirekte freie Kühlung könne der Supercomputer beispielsweise ganzjährig energieeffizient betrieben und die Abwärme zur Gebäudeheizung auf dem Campus genutzt werden. Der Strom werde aus regenerativer Energieerzeugung gewonnen. Zudem habe es die Universität Paderborn bereits auf Platz 5 der sogenannten „Green 500“ geschafft, also ins Ranking der weltweit effizientesten Rechnersysteme.
Supercomputer „Otus“ gilt als performativ und sehr effizient
Das Dateisystem mit fünf Petabyte Speicherkapazität, 142.656 Prozessorkernen und 108 GPUs wurde von Lenovo in Zusammenarbeit mit der pro-com Datensysteme GmbH entwickelt. „Der Wert von Technologie entsteht erst dann, wenn sie anwendbar und nutzbar wird. Dann wird wie hier in Paderborn aus enormer Rechenleistung Erkenntnis gewonnen. Wir bei Lenovo wollen Technologien entwickeln, die innovativ und gleichzeitig für alle umsetzbar sind“, kommentierte Andreas Thomasch, Direktor und „Chief Technology Officer“ von Lenovo GAT.
- Das Team der Uni Paderborn treibe sie dazu an, genau das zu tun. „Wir sind gespannt auf die Ergebnisse der Spitzenforschung“, so Thomasch. „Der Supercomputer ‚Otus‘ ist nicht nur performativ, sondern auch sehr effizient. Wir freuen uns sehr, Bestandteil dieser Installation zu sein“, ergänzte Torsten Keuter von AMD.
Prof. Dr. Jörg Behler von der Ruhr-Universität Bochum referierte bei der Einweihungsfeier zum Thema „Moderne Computersimulationen in der Chemie: Maschinelles Lernen oder Quantenmechanik?“. Prof. Dr. Stefan Schumacher und Prof. Dr. Axel Ngonga, beide von der Universität Paderborn, sprachen außerdem über Quantenphotonik und Sprachmodelle.
Weitere Informationen zum Thema:
UNIVERSITÄT PADERBORN
Geschichte der Hochschule
PC2
Paderborn Center for Parallel Computing (PC2)
PC2
Otus – Technical Description
UNIVERSITÄT PADERBORN
High Performance Computing: Superrechner als Innovationsmotoren
UNIVERSITÄT PADERBORN
Prof. Dr. Christian Plessl
datensicherheit.de, 26.06.2025
Neuer Supercomputer: „Otus“ der Universität Paderborn auf Platz 5 der „Green 500“ / 142.656 Prozessorkerne, 108 GPUs, AMD-Prozessoren der aktuellen „Turin“-Generation und ein „IBM Spectrum Scale“-Dateisystem mit fünf Petabyte Speicherkapazität hat Supercomputer „Otus“ zu bieten
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